Mietrecht balkon

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    Mietrecht balkon

    Rauchen, Grillen, Wäschetrocknen

    Was ist auf dem Balkon erlaubt?

    02.06.2017, 10:56 Uhr | sj, dpa-tmn, t-online.de, jb

    Ist Rauchen auf dem Balkon erlaubt? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

    Wohl dem, zu dessen Wohnung ein Balkon gehört: Bei angenehmen Temperaturen kann man sich dort fast wie im Urlaub fühlen. Doch ob man auf dem Freiluftanbau mit Freunden grillen, gepflegt entspannen oder einfach nur Wäsche trocknen will: Es ist längst nicht alles erlaubt, was Spaß macht. Vermieter und Nachbarn haben ein entscheidendes Wörtchen mitzureden, wie oft man feiern darf und selbst bei der Gestaltung des Balkons gibt es mietrechtliche Grenzen. Diese Regeln sollten Sie für Ihren Balkon beachten .

    Prinzipiell gehören Balkone und Terrassen mit zur vermieteten Wohnung. Entsprechend haben Mieter hier die gleichen Rechte und Pflichten wie in der Wohnung selbst. Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes (DMB) bedeutet das: Mieter können Stühle, Bänke, Tische oder Sonnenschirme auf dem Balkon aufstellen. Auch ein unauffälliger Sichtschutz oder ein Rankengitter sind erlaubt, während eine Komplettverkleidung noch längst nicht gestattet werden muss. Wäsche darf hingegen auf dem Balkon getrocknet werden. Sofern der Wäscheständer nicht über die Brüstung hinausragt, ist das Trocken selbst dann zulässig, wenn die Hausordnung Wäsche auf dem Balkon aus ästhetischen Gründen verbietet.

    Grillen und Feiern

    Mieter haben bei der Balkonnutzung beinahe freie Hand: Sie dürfen sich auf dem Balkon sonnen, sie dürfen hier essen, trinken, rauchen oder feiern. Auch Freunde und Bekannte einzuladen, ist nicht verboten. Allerdings muss man dabei immer auf die Nachbarn Rücksicht nehmen. Das bedeutet in jedem Fall: Ab 22.00 Uhr gilt auf dem Balkon Nachtruhe. Beim Grillen scheiden sich allerdings die Geister.

    Sofern es im Mietvertrag nicht ausdrücklich verboten ist, darf man auf dem Balkon grillen . Wie oft das Bruzzeln zulässig ist, da sind sich die Gerichte nicht ganz einig. Das Bayerische Oberlandesgericht hält fünfmal Grillen im Jahr für zumutbar, während das Landgericht Stuttgart eine Grilldauer von etwa sechs Stunden – das entspricht etwa drei Grillvergnügen pro Jahr – für angemessen hält. Wenn es nach dem Amtsgericht Bonn geht, müssen die Nachbarn zudem 48 Stunden vorher informiert werden. Wer ohne Ärger mit den Nachbarn grillen will, steigt am besten auf einen Elektrogrill um. Da fehlt zwar das urige Grillgefühl, aber auch weitgehend die Rauch- und Geruchsbelästigung.

    Rauchen auf dem Balkon

    Anders als Grillgeruch muss Zigarettenrauch vom Nachbarbalkon hingenommen werden. Das findet zumindest das Amtsgericht Bonn. Das Gericht hatte die Klage einer Mieterin abgewiesen, die sich von Rauchschwaden vom darunter liegenden Balkon gestört fühlte. Die Klägerin hatte sich auf gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den Qualm berufen.

    Die Richter legten bei ihren Überlegungen die Tatsache zu Grunde, dass Rauchen gesellschaftlich akzeptiert sei. Soweit der Beklagte auf dem Balkon und damit praktisch im Freien rauche, bewege er sich im Rahmen der ihm von der Verfassung für sein Verhalten eröffneten Freiräume. Allerdings stammt das Urteil aus dem Jahr 1999.

    Gärtnern auf dem Balkon

    Auch für die Bepflanzung des Balkons gibt es Vorschriften: Es ist erlaubt, Blumenkästen oder Blumentöpfe auf dem Balkon anzubringen. Voraussetzung ist dabei, dass die Blumenkästen ordnungsgemäß befestigt werden und es ist sichergestellt ist, dass sie bei starkem Wind nicht herabstürzen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, dürfen die Blumentöpfe nach Auffassung des Landgerichts Hamburg sogar an der Außenseite des Balkons befestigt werden. Das Amtsgericht Brühl ist allerdings der Auffassung, dass die Balkonpflanzen nicht über die Balkonbrüstung ragen dürfen (Az. 21 C 256/00).

    Stellt der Mieter dagegen trotz Abmahnung des Vermieters weiterhin diverse Topfpflanzen ungesichert auf den Balkon, droht unter Umständen sogar eine fristlose Kündigung, so das Landgericht Berlin (Az.: 67 S 370/09). Und auch beim Gießen sollten Sie vorsichtig sein: Beim Bewässern der Balkonpflanzen muss die Fassade sowie die unteren Stockwerke trocken bleiben (Amtsgericht München, Az.: 271 C 73794/00).

    Und wie sieht es mit Grillpartys und Satellitenschüsseln aus? Das ist auf dem Balkon verboten.

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    Balkon-Knigge für die Mietwohnung

    Der Balkon gehört zur Mietsache und damit zum Herrschaftsbereich des Mieters. Die übliche Möblierung ist natürlich erlaubt, die Grenze ist jedoch immer dann erreicht, wenn die Möblierung so groß und auffällig ist, dass sich damit die optische Erscheinung des Hauses erheblich ändert. Hier kann der Vermieter einschreiten. Sollten Sie den Hausmüll oder sonstigen Unrat auf dem Balkon lagern, ist der Ärger vorprogrammiert, wenn der Nachbar sich über üble Gerüche oder Ungeziefer beschwert. Wer sein Grundstück zu einer Müllhalde verkommen lässt, muss nicht nur für die Entsorgungskosten aufkommen, sondern auch mit einem Bußgeld rechnen (LG Frankfurt a. M., Urteil v. 08.06.2005, Az.: 5/33 Ns 8910 Js 219753/03 (2/04).

    Wäsche trocknen auf dem Balkon

    Das Trocknen von Wäsche und das Aufstellen eines Wäscheständers gehört zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache. Daran ändert auch eine Hausordnung nichts, in der das Wäsche trocknen auf Balkon oder Terrasse untersagt wird (AG Euskirchen, Az. 13 C 663/94). Das Anbringen von Wäscheleinen sollten sie jedoch unterlassen. Sie greifen in die Bausubstanz des Gebäudes ein.

    Sex und FKK

    Nein, sexuelle Handlungen gehören nicht auf den Balkon, diese Entfaltung der eigenen Persönlichkeit hat nur etwas in der Wohnung zu suchen (AG Bonn, 8 C 209/09).

    Das nackte Sonnenbad inklusive Publikum aus der Nachbarschaft ist erlaubt, rauschte es durch den Blätterwald. Ob die Richter des Amtsgerichtes Merzig (Az: 23 C 1282/04) das wirklich so sehen, mag dahingestellt sein. In diesem konkreten Fall hatte ein Vermieter der Mieterin die fristlose Kündigung ins Haus geschickt, begründet wurde dies vom Vermieter mit der Störung des Hausfriedens. Gestört hatten sich jedoch Nachbarn, die nicht im Haus wohnten. Spitzfindig unterschieden die Richter zwischen Hausbewohnern und Nachbarn und entschieden, dass keine Störung des Hausfriedens vorliegen kann, denn der Hausfrieden bezieht sich nur auf Bewohner des von der Mieterin bewohnten Hauses. Die fristlose Kündigung wurde abgewiesen. Es kann also sehr gut sein, dass andere Amtsgerichte eine Kündigung des Mietverhältnisses zulassen, wenn sich Hausbewohner beim Vermieter beschweren.

    Mieter und Vermieter haben unterschiedliche Sichtweisen. Das führt zu Konflikten. Der Ratgeber erläutert alle typischen Problemfälle von Betriebskostenabrechnung über Kautionsrückzahlung bis zu Schönheitsreparaturen. Er erläutert jeweils den rechtlichen Hintergrund des Konflikts und stellt die wahrscheinlichste Eskalation in einem Konfliktszenario dar. So wird deutlich, wie sich der Konflikt entwickelt, wie die rechtliche Lage aus sieht und welche Lösungen infrage kommen.

    Stiftung Warentest (Finanztest)

    Rauchen auf dem Balkon

    Natürlich dürfen Sie auf dem Balkon rauchen, es gilt jedoch auch hier das gegenseitige Gebot der Rücksichtnahme. Fühlt sich der Nachbar durch die Immissionen gestört, hat er einen Unterlassungsanspruch. Der Anspruch ist jedoch ausgeschlossen, wenn die mit dem Tabakrauch verbundenen Beeinträchtigungen nur unwesentlich sind.

    Grillen und Party

    Schauen Sie in den Mietvertrag oder die Hausordnung. Ist das Grillen auf dem Balkon verboten oder eingeschränkt, ist diese mietvertragliche Vereinbarung wirksam und Sie müssen sich daran halten, sonst kann eine Abmahnung folgen. Findet sich zum Thema Grillen nichts im Mietvertrag, dürfen Sie Grillen. Hier ist jedoch immer das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme zu beachten. Wenn Qualm und Rauch konzentriert in die Wohnung des Nachbarn zieht, kann er auf Unterlassung klagen. Informieren Sie deshalb die Hausbewohner rechtzeitig und benutzen Sie lieber Gas- oder Elektrogrill.

    Sollte die Party bis in die Nacht ausgedehnt werden, könnten Sie Bekanntschaft mit der Nachtruhe machen. Die Nachtruhe ist ein Begriff des Schallimmissionsschutzes und in einigen Landes-Immissionsschutzgesetzen geregelt. Sämtliche Aktivitäten, die geeignet sind, die nächtliche Ruhe zu stören, sind zwischen 22 und 6 Uhr nicht statthaft. Hier droht eine Abmahnung des Eigentümers und bei wiederholten Verstößen auch die Kündigung. Ihre Party gehört nach 22 Uhr in die Wohnräume, Musik und Unterhaltung sollten nicht über Zimmerlautstärke gehen. Stören lärmende Gäste die Nachtruhe, müssen sie mit dem Besuch der Polizei und einem Bußgeld rechnen.

    Bepflanzung

    Ob Terrakotta oder Plastik, ob Sommerblumen oder Kräutergarten, kein Eigentümer kann Ihnen hier Vorschriften machen. Ein anderes Thema ist die Verkehrssicherungspflicht und damit wären wir beim Aufstellungsort der Gefäße. Ein Vermieter hat dafür Sorge zu tragen, dass Passanten ebenso wie Fahrzeuge nicht durch herabfallende Balkonkästen oder -töpfe gefährdet oder geschädigt werden. Deshalb haben Blumenkästen oder -töpfe nichts außerhalb der Balkonbrüstung oder auf Fensterbänken zu suchen (LG Berlin, Urteil vom 3.7.2012, 65 S 40/12; AG Schöneberg, Urteil vom 11. Oktober 2001, Az: 13 C 367/00). Auch von wild an der Hauswand wucherndem Efeu sollten Sie die Finger lassen. Dies ist ein Eingriff in die Bausubstanz.

    Rücksichtnahme – eine Selbstverständlichkeit: Die Blumenpracht sollte nicht auf den Balkon oder die Terrasse des Nachbarn wachsen, Ihre Grenze ist die Balkonbrüstung. Muss Ihr Nachbar ständig die herabgefallenen Blüten, Äste etc. beseitigen, kann der Vermieter den Rückschnitt verlangen (AG Brühl, Urteil vom 31. Oktober 2000, Az: 21 C 256/00).

    Möblierung

    Bei der Verschönerung ihres Balkons ist nicht alles was gefällt auch erlaubt. Vorab sollten Sie prüfen, ob durch die Maßnahme in die Bausubstanz des Gebäudes eingegriffen wird oder ob das äußere Erscheinungsbild des Hauses nachhaltig gestört wird. Ist das eine oder andere gegeben, fallen die Maßnahmen nicht mehr unter den vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache. Wichtigster Grundsatz in solchen Fällen: Sie müssen sich vorab die Erlaubnis des Vermieters einholen. Verweigert Ihr Vermieter die Zustimmung bleibt nur der Klageweg.

    Hier sollten sie den Vermieter fragen: Fest installierte Sonnenmarkisen, Verfliesung des Balkonbodens, der individuelle Anstrich des Balkonwände, die Installation einer Außensteckdose, die Verankerung von Wäscheleinen oder das Einkleiden des gesamten Balkons mit einem Katzenschutznetz. Auch die Totalverhüllung des Balkons mit Vorhängen benötigt die Zustimmung des Mieters.

    Auf der sichereren Seite sind Sie, wenn es sich lediglich um „Einrichtungen“ handelt. Hauptmerkmal der Einrichtungen ist, dass sie ohne großen Aufwand entfernt werden können, da sie nicht in die Bausubstanz eingreifen. Zu nennen ist hier der Sichtschutz am Balkongeländer (bis zur Höhe der Brüstung erlaubt), die mobile Parabolantenne auf dem Balkon, wenn die Antenne nur geringfügige optische Beeinträchtigungen verursacht, ein lose verlegter Holzbelag auf dem ursprünglichen Balkonboden etc.

    Himmelslaternen steigen lassen

    Der Anblick aufsteigender Himmelslaternen ist immer wieder ein Erlebnis, doch Sie sollten der Versuchung widerstehen. Aufgrund der hohen Risiken ist die Benutzung in ganz Deutschland verboten, es drohen Strafgelder bis zu 50.000 Euro. Erst jüngst hat das OLG Frankfurt einen Bräutigam und die Brautmutter letztendlich zu Schadenersatz gegenüber einer Gebäudeversicherung verurteilt. Die bei einer Hochzeitsfeier gezündeten Himmelslaternen verursachten einen Brandschaden in Höhe von 300.000 Euro.

    Bild 1 Bildnachweis © Rawpixel | fotolia.de

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    Grillen, Pflanzen, Sichtschutz auf dem Balkon – Was ist erlaubt?

    Die Sommersaison startet, die Mieter hübschen ihren Balkon auf und verlegen ihr Leben nach draußen. Doch was ist auf dem Balkon erlaubt? kautionsfrei.de klärt auf.

    Balkonnutzung als Streitursache

    Wenn die Mieter sich aufgrund der Belästigung ihrer Nachbarn nicht mehr anders zu helfen wissen, bleibt ihnen häufig kaum eine andere Möglichkeit, als den Kontakt mit dem Vermieter zu suchen und sich bei ihm über die Störer zu beschweren. Insbesondere in den Sommermonaten, wenn der Balkon zur Freiluftwohnung wird, häufen sich die Anrufe bei den Vermietern.

    Sowohl Mieter als auch Vermieter sind oft unsicher, in welchen Fällen man Rücksichtnahme erwarten kann bzw. wann man diese bei Nicht-Einhaltung einfordern darf und was man wiederum tolerieren muss. Wer die wichtigsten Rechte und Pflichten der Balkonnutzung kennt, kann sich selbst, seinem Vermieter und seinen Nachbarn eine Menge Ärgern ersparen.

    Allgemein gilt: Der Balkon zählt zum gemeinschaftlichen und öffentlichen Raum und unterliegt gegenüber der Wohnung besonderen Bestimmungen. Als gängige Grenze zwischen dem öffentlichen und dem persönlichen Rechtsraum des Mieters wird die Balkonbrüstung gesehen. Dahinter bzw. darunter gelten dieselben Bestimmungen wie innerhalb der Wohnung.

    Balkonnutzung – Die wichtigsten Rechte und Pflichten im Überblick

    • Pflanzen dürfen auf dem Balkon nicht so angebracht werden, dass sie herabstürzen können.
    • Bauliche Veränderungen jeglicher Art bedürfen der Erlaubnis des Vermieters.
    • Der Vermieter darf vertraglich eine einheitliche Außengestaltung vorschreiben. Das betrifft Dekorationen, Bepflanzungen, Sicht- oder Sonnenschutz sowie sonstige Dinge, die oberhalb der Balkonbrüstung sichtbar sind und worunter der Gesamteindruck des Hauses leiden könnte.
    • Auch im Sommer müssen die Regelungen die örtliche Lärmschutzverordnung eingehalten werden. Während der Nachtruhe sollten Geräusche auf ein Minimum beschränkt und die Party nach drinnen verlegt werden.

    Grillen auf dem Balkon

    Die Deutschen sind Grillmeister und vor allem im Sommer wird gegrillt, was das Zeug hält. Grundsätzlich darf das Grillen auf dem Balkon nicht verboten werden; die Fläche darf „vertragsgemäß genutzt“ werden. Mittels Mietvertrag bzw. Hausordnung darf das Grillen allerdings aufgrund von Brandschutz untersagt werden, wenn dadurch Gefahren entstehen könnten. Dieses Verbot muss auch eingehalten werden, sonst droht die Kündigung (Bsp. LG Essen, Az.: 10 S 438/01). Daher lieber vor dem Grillen den Mietvertrag checken. Diese Einschränkung gilt übrigens nicht für den Mietergarten; dieser ist nicht mit Balkon oder Terrasse zu vergleichen (AG Wedding, AZ. 10 C 476/89). Prinzipiell gilt immer: Es dürfen weder Rauch noch allzu penetrante Grillgerüche in die Wohnung des Nachbarn ziehen.

    Mietminderung wegen häufigen Grillens bei den Nachbarn?

    Nein. Grillen gilt als sozialüblich und muss daher in einem bestimmten Rahmen hingenommen werden. Nur die Lautstärke ist trotzdem wichtig. Allzu laut darf es nicht werden.

    Eine allgemein gültige gesetzliche Grundlage zum Grillen auf dem Balkon gibt es in Deutschland nicht. Lediglich in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Brandenburg bestehen überhaupt gesetzliche Grundlagen, die das Grillen in den Sommermonaten regeln. Diesen Landesimmisionsschutzgesetzen zufolge ist das Grillen dann verboten, wenn dadurch unbeteiligte Nachbarn erheblich belästigt werden, etwa durch Eindringen von Qualm und Rauch in deren Wohn- oder Schlafräume. Bei Nicht-Einhaltung dieser Regelungen sind Bußgelder zu zahlen. Im BGB ist lediglich festgeschrieben, dass Nachbarn und Vermieter das Grillen im Garten dulden müssen, wenn dadurch nur eine unwesentliche Beeinträchtigung stattfindet. Wie diese genau definiert wird, bleibt unklar.

    Auch in der Rechtsprechung sind sich die verschiedenen Landesgerichte uneins und deren Rechtsprechung beziehe sich zudem ausdrücklich auf Einzelfälle. Geregelt wird hier vor allem die Häufigkeit des Grillens.

    Grillen auf dem Balkon – Wie oft ist zulässig?

    • Das Bayerische Landgericht hat nichts gegen fünf Grillabende pro Jahr einzuwenden.
    • Das Landgericht Stuttgart erachtet drei Grillabende für ausreichend.
    • In Bonn sollte man zwei Tage vor dem eigentlichen Grillfest seine Nachbarn mit einem Aushang von dem Vorhaben in Kenntnis setzen (AG Bonn, AZ. 6C 545/96).
    • Ist die Häufigkeit nicht vom Landgericht geregelt, gibt es dazu oft Vorschriften im Mietvertrag bzw. in der Hausordnung.

    Und wo stellt man den Grill am besten hin?

    Aus Sicherheitsgründen sollte der Grill nicht unter einen Sonnenschirm stehen; hier können sich gefährliche Gase wie z.B. Kohlenmonoxid ansammeln. Besser ist ein windgeschützter Platz mit einem Eimer Wasser daneben – für den Fall der Fälle. Der Grill sollte außerdem abseits von leicht entzündlichem Material und außer Reichweite von Kindern stehen.

    Tipp der Redaktion: Mit ein bisschen Rücksicht steht Ihnen ein vergnüglicher Grill-Sommer bevor. Grillen Sie mit einem Elektro-Grill statt mit Holzkohle und warnen Sie die Nachbarn vor, wenn ein Grillabend ansteht. Dann können diese vorher ihre Fenster schließen und der Geruch bleibt draußen.

    Darf man auf dem Balkon rauchen?

    Grundsätzlich darf man das Rauchen auf dem Balkon nicht verbieten. Bezüglich der Frage, was genau erlaubt ist und wann die Belästigung der Nachbarn mit Zigarettenqualm zu weit geht, sind sich die Gerichte nicht einig:

    • Das Düsseldorfer Amtsgericht hat die fristlose Kündigung eines Rauchers durch die Vermieterin bestätigt und sah es als erwiesen an, dass der Zigarettenqualm die Nachbarn belästigt habe (Az.: 24 C 1355/13).
    • Das Landgericht Potsdam hat sich in einem ähnlichen Fall gegen die Kündigung ausgesprochen (Az.: 1 S 31/13).
    • Laut BGH soll das Rauchen auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses nicht länger uneingeschränkt zulässig sein. Fühlen sich nichtrauchende Mieter durch einen auf dem Balkon rauchenden Nachbarn gestört, können sie durchsetzen, dass dieser das Rauchen in bestimmten Zeitabständen unterlässt (BGH V ZR 110/14).

    Party und Fußballfieber auf dem Balkon – Was darf der Mieter?

    Dieser Sommer wartet wieder mit einem Fußballgroßereignis auf. Partys, Flaggen und Girlanden – Deutschland wird sich wieder einmal im Ausnahmezustand befinden. Doch wie viel Feiern ist auf dem eigenen Balkon erlaubt?

    Flagge zeigen ist erlaubt

    Ein Balkon im Deutschland-Look sieht man zu Europa- und Weltmeisterschaften im Fußball an fast jeder Ecke. Fahnen zählen für rund 32 Prozent der Deutschen zu den unverzichtbaren Fußball-Artikeln. Das Anbringen ist auf dem Balkon oder der Innenseite vom Fenster erlaubt. Der Nachbar darf dadurch allerdings nicht in seiner Sicht eingeschränkt werden. Weiterhin muss der Mieter darauf achten, dass keine Deko-Elemente vom Balkon herabfallen und so Passanten verletzen könnten. Für Schäden durch herabstürzende Gegenstände, bspw. an einem Auto, haftet der Mieter. Das Anbringen eines Fahnenmastes an der Fassade ist nicht erlaubt, da hier ein Eingriff in die Bausubstanz erfolgt.

    Nachtruhe greift dennoch

    Ausnahmezustand hin oder her – Auch wenn WM-Spiele spät ausgetragen werden, müssen sich Mieter an die Nachtruhe ab 22 Uhr halten. Danach muss man die Fernsehlautstärke und den Jubel beim Elfmeter-Schießen ein wenig herunterschrauben, wenn man keinen Polizeibesuch oder eine Anzeige wegen Ruhestörung riskieren möchte.

    Plakatieren und Fensterverschönerung

    Gute Nachricht: Das Plakatverbot greift nicht bei Fußballplakaten, sondern lediglich bei politischen oder polarisierenden Inhalten. Mit Postern oder Panini-Stickern der Nationalelf dürfen die Fenster also zugekleistert werden.

    Balkonverschönerung – Was ist erlaubt?

    Im Sommer wird der Balkon für viele zur kleinen Freizeitoase. Hier trifft man sich mit Freunden, betet die Sonne an oder entspannt mit einem Buch im Schatten. Urlaub auf Balkonien eben – Tag für Tag.

    Dass man seinen Balkon entsprechend auch schön herrichten, bepflanzen und mit Möbeln bestücken möchte, versteht sich von selbst. Doch nicht alle Verschönerungen und Umbauten muss der Vermieter auch hinnehmen.

    Balkonpflanzen

    Das Befestigen von Blumenbehältnissen am Balkon gehört zum normalen Mietgebrauch einer Wohnung (LG München, Urteil vom 08.05.2001 – 13 S 2348/01). Beim Bepflanzen des Balkons gibt es jedoch Einiges zu beachten. Die wichtigsten Vorschriften sind:

    • Blumenkästen oder Blumentöpfe, die vom Balkon fallen und Passanten verletzen könnten müssen ordnungsgemäß gesichert werden.
    • Es muss sichergestellt werden, dass Töpfe und Kästen auch bei Sturm und starken Windböen standhalten und nicht herabstürzen können.
    • Stellt der Mieter trotz Abmahnung des Vermieters weiterhin Topfpflanzen ungesichert auf den Balkon, droht eine fristlose Kündigung.
    • Sind die Voraussetzungen zur Sicherheit erfüllt, dürfen die Blumentöpfe sowohl an der Innenseite als auch an der Außenseite des Balkons befestigt werden (Landgericht Hamburg, Urteil vom 07.12.2004, Az. 316 S 79/04).
    • Ein Rankgitter darf nur dann angebaut werden, wenn dadurch das Mauerwerk nicht beschädigt wird und die Pflanzen sich nicht zum Nachbarbalkon ausbreiten.
    • Der Mieter hat die Pflicht, rankende und hängende Pflanzen so weit zurückschneiden, dass darunter wohnende Nachbarn nicht gestört werden.
    • Beim Gießen bzw. dem Pflegen oder Beschneiden der Pflanzen sollte man darauf achten, den darunter liegenden Balkon nicht mit Wasser oder herabfallendem Pflanzenabfall zu verschmutzen. Für Verunreinigungen an den Balkonmöbeln kann der Nachbar beispielsweise Schadensersatz verlangen.

    Balkon-Sichtschutz und Sonnenschutz

    Sonnenschutz jeder Art darf auf dem Balkon aufgestellt, angebunden oder aufgespannt werden. Auch hier trägt der Mieter die Verantwortung dafür, dass auch bei stürmischerem Wetter nichts herunterfallen kann. Montagen zählen als bauliche Veränderung und bedürfen der Erlaubnis des Vermieters. So müssen beispielsweise Markisen vom Vermieter genehmigt werden

    Apropos Sonne: Je nachdem, wie nahe der nächste Balkon oder das Nachbarfenster liegen, sollte man FKK-Sonnen, Oben-Ohne-Räkeln und Liebesspiel an der frischen Luft lieber vermeiden. Der Eigentümerverband Haus und Grund Deutschland wies darauf hin, dass hier Rücksicht genommen und das allgemeine ästhetischen Empfinden beherzigt werden sollen. Wer nicht gern Rücksicht nimmt, dem flattert schnell eine Klage wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses ins Haus.

    Balkonmöbel und Dekoration

    Balkonmöbel wie Tische, Bänke und Stühle können aufgestellt werden. Auch bei der Dekoration kann sich der Mieter weitgehend frei austoben.

    • Der Nachbar darf sich durch die Dekoration nicht gestört fühlen. Klappernde Windspiele oder klingelnde Traumfänger erfordern entweder sehr geduldige Nachbarn oder sollten lieber in der Wohnung aufgehängt werden.
    • Ufert die Dekoration zu sehr aus, kann der Vermieter – sofern es eine entsprechende Klausel im Mietvertrag gibt – auf eine Vereinheitlichung aus ästhetischen Gründen bestehen.

    Katzengitter und Wäschetrockner

    Für das Anbringen von Katzengittern oder –netzen ist die Erlaubnis des Vermieters einzuholen. Selbst wenn die Sicherung angebracht werden kann, ohne zu bohren, wird das Erscheinungsbild des Hauses dauerhaft stark verändert. (Amtsgericht Neukölln, Aktenzeichen: 10 C 456/11).

    Auch das Wäschetrocknen auf dem Balkon darf der Vermieter aus ästhetischen Gründen verbieten. Die Balkonbrüstung bildet dann die Obergrenze, über die der Wäscheständer nicht hinausragen darf.

    Ob Grillen oder Bepflanzung, barbusiges Sonnen oder Wäschetrockner – bei der Balkonnutzung hängt das Streitpotential von der Wohnsituation und den Nachbarn ab. In einem Haus voller Studenten ruft tendenziell wohl keiner so schnell die Polizei, wenn eine Geburtstagsparty mal länger dauert als bis 22 Uhr und wer einen uneinsichtigen Balkon hat, muss sich zum Sonnen nicht verhüllen. Andersrum sollte man sich überlegen, ob sich nicht die Anschaffung eines Elektrogrills lohnt, wenn man weiß, dass die Nachbarn besonders geruchsempfindlich sind. Und muss man wirklich keifend auf die Mittagsruhe hinweisen, wenn man selbst schon den nächsten Freiluft-Brunch mit Freunden plant? Gerade im Sommer, wenn man teilweise Seite an Seite mit seinen Nachbarn im Freien sitzt, lohnt es sich, mal ein bisschen mehr Rücksicht zu nehmen und dafür den Feierabend mit einem Bierchen auf dem Balkon statt mit einem Rechtsstreit oder vorwurfsvollen Blick von Nebenan zu verbringen.

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    Источники: http://www.t-online.de/finanzen/immobilien/id_46290064/balkon-im-mietrecht-urteile-und-tipps-fuer-die-balkonnutzung.html, http://deutschesmietrecht.de/hausordnung/379-mietwohnung-balkon-erlaubt-verboten.html, http://kautionsfrei.de/blog/grillen-pflanzen-sichtschutz-auf-dem-balkon-was-ist-erlaubt/

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