Fließestrich nachteile

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    Fließestrich: Calciumsulfat-Fließestrich CFE

    Selbstnivellierende Calciumsulfat-Fließestriche werden im Neubau aber auch zur Renovierung von Anhydritaltestrichen eingesetzt. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Hohlraum- und Doppelböden. Wie beim Calciumsulfatestrich kommen als Bindemittel Naturanhydrit, synthetischer Anhydrit, REA-Gips-Anhydrit, Alphahalbhydrat sowie Mischformen zum Einsatz. Beigemischte Zusatzmittel wie Quarzsande, Kalksteinsplitter oder gebrochener Naturanhydrit bewirken eine gute Verdichtung des Estrichmörtels und gleichzeitig eine höhere Festigkeit.

    Rohstoffe für Calciumsulfat-Fließestrich

    Farbig eingefärbter Fließestrich

    Mit Calciumsulfat-Fließestrich hergestellter Sichtestrich

    Calciumsulfatgebundene Estriche sind empfindlich gegen Feuchtigkeit und reagieren äußerst sensibel auf Überwässerung. Deshalb müssen Bereiche, in denen mit Dampfdiffusion oder Feuchtigkeit zu rechnen ist, eine Abdichtung oder Dampfsperre erhalten. Diese Maßnahme ist vom Planverfasser bei der Bauwerksplanung gesondert festzulegen. Außerdem neigen Calciumsulfat-Fließestriche zur Bildung einer oberflächennahen Sinterschicht, die entfernt werden muss. Zur Nachbehandlung wird die Oberfläche mit Schleifpapier der Körnung 16 angeschliffen und mit einem Industriestaubsauger abgesaugt, falls nicht verbindliche anderslautende Herstellervorschriften zur Vorbereitung der Oberfläche vorliegen. Die Nachbehandlung ist im Leistungsverzeichnis gesondert aufzuführen.

    Calciumsulfat-Fließestriche sind spannungsarm, formbeständig und rissefrei. Weitere Vorteile sind die Minderung der Estrichdicke sowie ihre hohen und frühen Festigkeiten. Zudem lassen sich mit ihnen große Flächen fugenlos herstellen. Von Nachteil ist, dass sie nicht gegen Feuchtigkeit resistent sind und deshalb nur innen und in Trockenräumen eingesetzt werden können. Außerdem ist der Aufwand bei der Verlegung der Dämmung höher, da die auf der Dämmschicht liegende Abdeckung wegen der Gefahr von Schallbrücken so dicht verlegt werden muss, dass der flüssige Mörtel nicht eindringen kann.

    Bildnachweis: Industrieverband WerkMörtel, Duisburg und Industriegruppe Estrichstoffe, Darmstadt (1,2); Fitz, Terrazzo und Sichtestrich (3)

    Artikel zum Thema

    Ein weiteres Unterflur-Installationssystem sind die sogenannten Doppelböden. Sie zeichnen sich durch maximal erreichbare.

    Estrich: Arten und Konstruktionen

    Estriche können nach der Art des verwendeten Bindemittels, nach Einbauweise, Konstruktion oder Nutzung unterschieden werden. Bei.

    Estrichart: Calciumsulfatestrich CA

    Das Bindemittel des früher als Anhydritestrich (AE) bezeichneten Calciumsulfatestrichs besteht aus Calciumsulfat. Unter dem.

    Für Hohlböden (die auch als Hohlraumböden bezeichnet werden) gilt hinsichtlich der Spezifikation die DIN EN 13213 Hohlböden. Diese.

    Elektronisches Feuchtigkeitsmessgerät zur Bestimmung der Restfeuchte

    Bild: DNS Denzel, Börtlingen

    Restfeuchte und Belegreife

    Estriche aus Nassmörtel müssen vor dem Belegen mit Holz, Fliesen oder sonstigen Belägen austrocknen, andernfalls sind Folgeschäden.

    Einsatzbereiche von Estrich

    Geschliffener Estrich im Wohnzimmer

    Im Bauwesen kommen Estriche fast überall zum Einsatz: im Wohnungs- und Objektbereich, in Industrie und Gewerbe, in Tiefgaragen.

    Estrich: Arten und Konstruktionen

    Estriche können nach der Art des verwendeten Bindemittels, nach Einbauweise, Konstruktion oder Nutzung unterschieden werden. Bei.

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    Estrichart: Gussasphaltestrich AS

    Bild: Welke, Christinendorf

    Gussaphalt ist ein Gemisch aus verschiedenen Stoffen, das entweder als Bauwerksabdichtung verwendet wird oder als.

    Estrichart: Kunstharzestrich SR

    Kunstharzestriche bestehen aus Kunstharzmörtel und synthetischem Reaktionsharz als Bindemittel. Infolge einer chemischen Reaktion.

    Estrichart: Magnesiaestrich MA

    Professionelle Schleiftechnik kann Magnesiaestriche in terrazzo-ähnliche Böden verwandeln

    Magnesiaestrich enthält als Bindemittel Kaustische Magnesia nach DIN 273 Teil 1, in der Regel in Verbindung mit einer wässrigen.

    Estrichart: Zementestrich CT

    Zementgebundener Estrich im Gewerbebau

    Zementestrich CT (früher ZE) ist der meistverlegte Estrich. Er besteht aus Zement, Gesteinskörnung wie Sand oder Kies, eventuellen.

    Estrichkonstruktion: Estrich auf Trennschicht

    Estrich auf Trennschicht – auch Estrich auf Trennlage oder gleitender Estrich genannt – wird überall dort eingesetzt, wo keine.

    Verlegung eines zementgebundenen Trockenestrichs

    Fertigteilestrich, auch Trockenestrich oder Trockenunterboden genannt, besteht nach DIN 18560 Teil 1 aus vorgefertigten.

    Bauart A: Heizelement innerhalb der Estrichschicht.

    Als Heizestrich wird ein schwimmender Estrich bezeichnet, der entweder in oder unterhalb der Lastverteilungsschicht mit.

    Estrichkonstruktion: Schwimmender Estrich

    Schwimmende Estriche – auch Estriche auf Dämmschicht genannt – dienen der Verbesserung der Wärme- und Trittschalldämmung. Das.

    Bei hohen mechanischen Belastungen und wenn keine besonderen Anforderungen an den Schall- und Wärmeschutz bestehen, bieten sich.

    Einbringen von Fließestrich

    Fließestrich ist ein Nassestrich, dem ein Fließmittel zur Selbstnivellierung zugegeben wird. Nach dem Mischvorgang wird er.

    Fließestrich: Calciumsulfat-Fließestrich CFE

    Rohstoffe für Calciumsulfat-Fließestrich

    Selbstnivellierende Calciumsulfat-Fließestriche werden im Neubau aber auch zur Renovierung von Anhydritaltestrichen eingesetzt.

    Fließestrich: Zementfließestrich CTF

    Zementfließestrich wird fertig angemischt mit dem Fahrmischer auf die Baustelle angeliefert

    Zementfließestriche werden hauptsächlich im Wohnungsbau eingesetzt. Wie Zementestriche bestehen sie aus Zement und.

    Geschliffener Beton oder Estrich

    Durch einen leichten Anschliff, bei dem nur die Feinkornanteile sichtbar werden, erhielt dieser Estrichboden sein feines Oberflächenmuster

    Bild: Heidelbergcement, Heidelberg

    Große fugenlose Bodenflächen mit matter oder glänzender Oberfläche und mehr oder weniger stark in Erscheinung tretender.

    Zement-Nutzestrich im Großmarkt

    Unmittelbar genutzte Industrieestriche (Nutzestriche) sind starken mechanischen und dynamischen Beanspruchungen ausgesetzt.

    Restfeuchte und Belegreife

    Elektronisches Feuchtigkeitsmessgerät zur Bestimmung der Restfeuchte

    Bild: DNS Denzel, Börtlingen

    Estriche aus Nassmörtel müssen vor dem Belegen mit Holz, Fliesen oder sonstigen Belägen austrocknen, andernfalls sind Folgeschäden.

    Bild: Baunetz (us), Berlin

    Als Terrazzo wird ein in der Regel fugenloser Bodenbelag aus Bindemittel und Gesteinskörnungen bezeichnet, der schon seit der.

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    Estricharten – Vorteile und Nachteile der verschiedenen Estriche

    Der Rohfußboden ist in der Regel viel zu wellig, als dass darauf der Bodenbelag verlegt werden kann. Es braucht daher einen Estrich, um den Fußboden einzuebnen und ihn belegereif zu machen. Belegereif bedeutet, dass dann Parkett, Laminat, Teppichboden oder Fliesen ohne Probleme verlegt werden können. Man unterscheidet verschiedene Estricharten wie zum Beispiel Calciumsulfatestrich, Gussasphaltestrich, Magnesiaestrich oder Zementestrich, die jeweils ihre Vor- und Nachteile besitzen.

    Estriche werden jedoch nicht nur bezüglich ihrer Inhaltsstoffe unterschieden, sondern zudem bezüglich ihrer Verarbeitungsweise. So gibt es zum Beispiel Fließestriche und Trockenestriche. Letztere sollen an dieser Stelle nicht behandelt werden, denn sie stellen einen Sonderfall dar und werden vor allem in der Altbausanierung verwendet. Wer mehr über diese Estrichart erfahren möchte, kann sich jedoch an dieser Stelle informieren.

    Grundsätzliches zum Thema Estrich und seine unterschiedlichen Arten

    Fließestrich bedeutet, dass dem Estrich ein Fließmittel zugegeben wird, das ihn sehr weich und selbstnivellierend macht. Das ist äußerst praktisch, denn dann wird er von ganz alleine vollkommen eben. Nach dem Einbringen dauert es – je nach verwendeter Estrichart – einige Tage bis Wochen, bis der Bodenbelag verlegt werden darf. Wenn in den Estrich eine Fußbodenheizung integriert ist, nennt sich das Heizestrich. Der wird meist auf einer Dämmlage ausgebracht, der Fachmann spricht von schwimmendem Estrich.

    DIN 18560 kennt neben den Estrichen und Heizestrichen auf Dämmschicht zudem noch welche auf Trennschicht sowie hochbeanspruchte Estriche, sogenannte Industrieestriche. Bevor die verschiedenen Estricharten vorgestellt werden, noch kurz die Definition von Estrich nach DIN 18560-1: „Estrich ist ein auf einem tragenden Untergrund oder auf einer zwischenliegenden Trenn- und Dämmschicht hergestelltes Bauteil, das unmittelbar als Boden nutzungsfähig ist oder mit einem Belag versehen werden kann.

    Zementestrich – der König unter den Estrichen

    Die am häufigsten verwendete Estrichart ist der Zementestrich, der nach DIN EN 13813 mit „CT“ abgekürzt wird. Das CT steht für cementitous screed und sie löste die deutsche Abkürzung „ZE“ ab. Wie es der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei Zementestrich grundsätzlich um einen Beton, der entsprechend verfeinert wurde. Grober Kies kommt zum Beispiel keiner zum Einsatz, sondern nur Sand bis zu einer Körnung von acht Millimetern. Er ist in verschiedenen Festigkeitsklassen erhältlich und kann sowohl im Außenbereich als auch drinnen verwendet werden.

    Feuchtigkeit kann dieser Estrichart nichts anhaben, Kälte beim Einbau hingegen schon. Die Temperatur muss beim Einbringen mindestens fünf Grad Celsius betragen und darf in den drei Folgetagen zudem nicht unterschritten werden. Schlagregen, Zugluft und extreme Wärme bekommen dem Zementestrich ebenfalls nicht. Er darf frühestens nach drei Tagen erstmals betreten werden, um keine bleibenden Spuren zu hinterlassen. Voll belastbar ist er nach sieben Tagen, belegereif allerdings erst nach zwanzig bis dreißig Tagen.

    Schnellestrich verlegen – so geht das

    Praktisch sind Schnellestriche, sie eignen zur schnellen Ausbesserung, Sanierung und Renovierung von zementgebundenen Untergründen. Wie die Verarbeitung funktioniert, zeigt dieses Video von Quick Mix:

    Calciumsulfat- bzw. Anhydritestrich: wenn es schneller gehen muss

    Wer nicht wie beim Zementestrich dreißig Tage warten möchte, ehe es weitergeht, dem bietet sich Calciumsulfat- bzw. Anhydritestrich an. Diese Estrichart wird nach DIN EN 13813 mit „CA“ abgekürzt, wobei es sich dabei um nichts anderes als Gips handelt, denn Anhydrit ist eine Vorstufe davon. Neben dem Anhydrit-Binder besteht dieser Estrich noch aus Wasser und Sand mit einer Körnung von 0-8 mm. Die Bauzeit des biologisch und ökologisch unbedenklichen Anhydritestrichs beträgt sieben bis zehn Tage, danach kann bereits mit der Aufheizung begonnen werden.

    Schneller Estrich: Gussasphaltestrich kommt ganz ohne Wasser aus

    Eine interessante Estrichart ist der Gussasphaltestrich, der komplett ohne Wasser auskommt. Nach DIN EN 13813 wird er mit „AS“ abgekürzt und besteht aus einem Gemisch von Bitumen, Sand, Splitt und Steinmehl. Da Bitumen erst unter Wärmeeinwirkung flüssig wird, muss dieser Estrich bei rund 250 Grad Celsius eingebracht werden. Das geschieht mit speziellen Eimern aus Eichenholz, denn Pumpen ist bei dieser Hitze nicht mehr möglich. Die hat aber auch ein Gutes, dann das Wetter spielt beim Verlegen nur eine untergeordnete Rolle.

    In vielen Altbauten zu finden: der Magnesiaestrich

    Da er noch in vielen Altbauten vorhanden ist, soll der Vollständigkeit halber noch kurz der Magnesiaestrich erwähnt werden. Er wird nach DIN EN 13813 mit „MA“ abgekürzt und stammt aus einer Zeit, in der Zement rationiert war, Magnesit jedoch nicht. Nun ist der Zweite Weltkrieg lange vorbei und so wird diese Estrichart nur noch bei speziellen Anforderungen an den Boden eingebaut. Magnesiaestrich ist nahezu staubfrei und elektrisch leitfähig, er eignet sich daher bestens für die Herstellung von Antistatikböden.

    Problematisch ist bei dieser Estrichart jedoch, dass sie sehr feuchteempfindlich ist und mit der Zeit Korrodiert. Kommt Magnesiaestrich mit wässrigem Mörtel in Kontakt, quillt er auf wie ein Hefeteig und wird völlig unbrauchbar. Er wird aus Magnesiumchlorid in wässriger Lösung sowie einem Zuschlagstoff hergestellt. Das können Weichholzspäne, Textilfaser, Quarzsand oder künstliche Hartstoffe sein. Die Vorzüge des Estrichs liegen in seiner Leichtigkeit und Beständigkeit gegen Lösemittel, Mineralöle oder Treibstoffen.

    Hart im Nehmen: Industrieestrich

    In der Industrie werden an Estriche besondere Anforderungen gestellt. Sie müssen zum Beispiel Gabelstapler aushalten, beständig gegen Chemikalien oder in manchen Bereichen zudem rutschsicher sein. Industrieestriche sind daher besonders stand- und verschleißfest oder weisen eine hohe Abriebfestigkeit auf. Sie werden daher auch als Nutzestriche bezeichnet.

    Ein Industrieestrich kann aus Zement, Gussasphalt oder synthetischen Reaktionsharzen hergestellt werden. Bei den zementgebundenen Nutzestrichen ist darauf zu achten, dass sie eine Festigkeitsklasse von mindestens CT 40 besitzen. In privaten Bereich sind Festigkeitsklassen von CT 12 oder CT 20 üblich, sie sind für eine Nutzung in der Industrie nicht geeignet.

    Muss der Industrieestrich rutschhemmend sein, sollte er der Bewertungsgruppe R 13 entsprechen. Er muss in diesem Bereich also den höchsten Ansprüchen gerecht werden. Er ist zum Beispiel notwendig, wenn in dem Betrieb Margerine, Öl oder Fett hergestellt. Auch bei der Feinkostherstellung sind solche Estriche zu finden.

    Wenn es schnell gehen muss – Trockenestrich

    Trockenestrich ist ein Estrich, der bereits fix und fertig auf dem Rohfußboden verlegt wird. Der Vorteil: Es muss nix trocknen, der endgültigige Bodenbelag kann sofort verlegt werden. Hier habe ich ausführlicher über Trockenestriche geschrieben.

    Fließestrich: Rohstoffe, Eigenschaften und Anwendungen im Expertencheck

    Was ist Fließestrich? Aus welchen Rohstoffen besteht er? Welche Eigenschaften bringt er mit? Wo kommt Fließestrich zur Anwendung? Was ist dabei zu beachten?

    Mit dem Begriff Fließestrich bezeichnet man Nassestriche, die dank der Zugabe eines sogenannten Fließmittels so flüssig werden, dass sie beim Einbringen selbstnivellierend „verlaufen“. Die Fähigkeit zur Selbstnivellierung wird aktiviert, wenn der Mischvorgang abgeschlossen ist und der Fließestrich eingepumpt und mit einem Schlagbesen durchgeschlagen wird, um Luftporen entweichen zu lassen. Fließestrich muss deshalb nicht mehr verteilt, verdichtet, abgerieben und geglättet werden.

    Alle Inhalt im Überblick:

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    Definition Estrich und Fließestrich

    Estrich nennt man die Mörtelschicht, die als Fußboden dient. Sie wird

    • entweder auf einem tragfähigen Untergrund oder
    • auf darauf liegenden Trenn- und / oder Dämmschichten aufgebracht.

    Estrich wird flüssig verarbeitet oder konventionell aufgebaut. Handelt es sich um flüssigen Estrich, nennt man diesen Fließestrich. Damit wird Fließestrich nach der Art und Weise seiner Herstellung kategorisiert. Denn Fließestrich ist ein Estrich(mörtel), der dank eines zugegebenen Fließmittels von so weicher Konsistenz ist, dass er sich selbstnivellierend auf der Fläche verteilt. Sie müssen zum Verteilen und Verdichten des Fließestrichs also nicht oder nur geringfügig eingreifen.

    Damit unterscheidet sich Fließestrich von sogenanntem Baustellenestrich und Fertigteilestrich:

    • Baustellenestrich ist Estrichmörtel, der direkt auf der Baustelle gemischten wird oder unter Verwendung von sogenanntem Werkmörtel (Trockenmörtel oder Frischmörtel) gefertigt wird.
    • Fertigteilestrich ist Estrich, den Sie aus industriell vorgefertigten plattenförmigen Bauteilen erstellen.

    Nach dem Erhärten sind Estriche unmittelbar nutzfähig. Man nennt sie daher auch Nutzschicht. Sie können einen Belag erhalten oder ohne Belag genutzt werden.

    Fließestrich lässt sich des Weiteren nach seiner Aufgabe kategorisieren sowie nach der Art und Weise, in der er eine Verbindung zum tragenden Untergrund eingeht. Demnach unterscheidet man

    • Verbundestrich: Das ist ein mit dem Tragbeton fest verbundener Fließestrich.
    • Estrich auf Trennschicht: Das ist ein Fließestrich, den dünne Zwischenlagen (Trennschichten) vom tragenden Untergrund trennen.
    • Estrich auf Dämmschicht: Dieser Fließestrich wird auch „schwimmender Estrich“ genannt. Er ist einerseits auf einer Dämmschicht errichtet und andererseits dort beweglich: Er hat also keine unmittelbare Verbindung zu angrenzenden Bauteilen (Wände, Stützen, Rohre).
    • Heizestrich: Das ist ein beheizbarer Fließestrich, der üblicherweise als „Estrich auf Dämmschicht“ errichtet wird.
    • Hartstoffestrich: Das ist ein Fließestrich mit Gesteinskörnungen aus Hartstoffen gemäß der Norm DIN 1100, der sich hoch beanspruchen lässt.

    Einsatzbereiche für Fließestrich

    Je nachdem, wie Geschossdecken, Dachausbauten oder Wohnflächen über Erdreich konstruiert sind, gibt es Unterschiede bei Aufbau und Ausführung der Fußbodenkonstruktion.

    • Unterkellerte Erdgeschossräume benötigen beispielsweise eine Wärmedämmung, um einen Wärmeverlust nach unten zu unterbinden.
    • Eine spezielle Feuchtigkeitssperre unter der Dämmschicht sorgt dafür, dass bei Wohnflächen über Erdreich keine Feuchtigkeit aus dem Erdreich in die Fußbodenkonstruktion aufsteigt.
    • Gegen Feuchtigkeit von oben wird die Dämmschicht mit einer Trenn- oder Schutzfolie gesichert, die über der Dämmschicht verlegt wird.
    • In nicht ausgebauten Dachböden sind Estriche mit Wärmedämmung ratsam, so dass die teure Heizwärme nicht übers Dach entweicht. Eine Trittschalldämmung spielt in Konstruktionen für ungenutzte Dachböden eine nachrangige Rolle.
    • Zwischen Decke und Dämmschicht sollte eine sogenannte Dampfsperre eingezogen werden. Hier ist als Abdeckung für die Dämmschicht Pappe geeignet, Folie eher nicht. Wichtig: Es müssen Bewegungsfugen zur Flächeneinteilung geschaffen werden.

    Rohstoffe für Fließestrich

    Fließestrich besteht Großteils aus sogenannten Bindemitteln. Als weitere Ausgangsstoffe beziehungsweise Rohstoffe kommen dazu:

    Je nachdem, welches Bindemittel verwendet wird, ergeben sich unterschiedliche Arten von Fließestrichen (in Klammern haben wir Ihnen die geltenden Kurzzeichen für den jeweiligen Estrich genannt):

    • Zementfließestrich (CTF) (Bindemittel: Zement; enthält Gesteinskörnungen aus Sand und gegebenenfalls auch Fasern gegen Rissbildung beim Trocknen) für Anwendungen wie „schwimmender Estrich“, Estrich auf Trennschicht oder Estrichverbund
    • Calciumsulfat-Fließestrich (CFE, auch: Kalziumsulfat-Fließestrich) beziehungsweise Anhydrit-Fließestrich (AFE) (Bindemittel: Naturanhydrit, synthetischer Anhydrit, REA-Gips-Anhydrit, Alphahalbhydrat sowie Mischformen; Gesteinskörnungen: Kalksteinsplitter, gebrochener Naturanhydrit oder Quarzsand) für Anwendungen wie „schwimmender Estrich“, Estrich auf Trennschicht oder Estrichverbund im Neubau, als Renovierungsmittel für nicht selbstnivellierende Anhydrit-Estriche sowie für Hohlraum- und Doppelböden.

    Die gelisteten Fließestriche sind sehr gut als Heizestriche nutzbar, da sie dank ihrer flüssigen und genormten Beschaffenheit (Körnigkeit) einzelne Heizelemente einer Fußbodenheizung lückenlos (ohne Lufteinschlüsse) ummanteln, so dass eine effiziente Wärmeübertragung gelingt.

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    Eigenschaften von Fließestrichen

    Zement-Fließestriche – die Eigenschaften im Überblick

    Zementfließestrich kommt vor allem im Wohnungsbau zur Anwendung. Im erhärteten Zustand sind

    • Druckfestigkeiten um 25 Newton pro Quadratmillimeter (N/mm 2 ) und
    • Biegezugfestigkeiten um 5 N/mm 2 machbar.

    Zum Einbringen des Zementfließestrichs brauchen Sie eine hochspezialisierte Einbringtechnik. Es darf keine Überwässerung erfolgen. Wichtig sind die klimatischen Bedingungen: Die Temperatur darf nicht unter fünf Grad Celsius liegen. Die Austrocknungszeit des Zementfließestrichs verlängert sich in Abhängigkeit von

    • der Dicke der Estrichplatte und
    • der Höhe der Luftfeuchtigkeit.

    Sind die Temperaturen höher und ebenso die Luftaustauschraten verkürzt sich die Austrocknung des Zementfließestrichs. Gut zu wissen: Auch ein Abschliff der Estrichoberfläche mit groben Schleifpapier verkürzt die Trocknung.

    Zementfließestrich hat eine hohe Verlegeleistung, ist beständig gegenüber Feuchtigkeit und eignet sich somit auch für Nassräume. Als Nachteile schreibt man Zement-Fließestrichen

    • ihre Neigung zu Rissen,
    • ihr hohes Schwindmaß sowie
    • Aufwölbungen infolge einseitigen Austrocknens

    Klassischer Zementestrich hat zudem aus energetischer Sicht einen entscheidenden Nachteil: Seine Produktion ist äußerst energieintensiv und führt zu einer schlechten Umweltbilanz.

    Calciumsulfatgebundene Fließestriche– die Eigenschaften im Überblick

    Mit Calciumsulfat gebundener Fließestrich ist empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Er reagiert höchst empfindlich auf Überwässerung. Darum müssen Sie Stellen, wo Dampfdiffusion oder Feuchtigkeit wahrscheinlich sind, abdichten oder mit einer Dampfsperre versehen.

    Calciumsulfat-Fließestriche bilden häufig eine oberflächennahe Sinterschicht, die Sie entfernen müssen. Zum Nachbehandeln können Sie die Oberfläche mit Schleifpapier (16er-Körnung) anschleifen und mit einem Industriestaubsauger absaugen, falls es keine anderslautenden verbindlichen Vorschriften zur Vorbereitung der Oberfläche seitens des Herstellers des Fließestrichs gibt.

    Calciumsulfat-Fließestriche gelten als

    Sie machen eine Minderung der Estrichdicke möglich und haben hohe und frühe Festigkeiten. Sie können damit große Flächen fugenlos errichten. Als Nachteil wird calciumsulfatgebundenen Fließestrichen angekreidet, dass sie nicht gegen Feuchtigkeit resistent sind und deshalb nur innen und in Trockenräumen eingesetzt werden können.

    Auch der Aufwand beim Verlegen der Dämmung ist bei Calciumsulfatgebundenen Fließestrichen höher, da Sie die auf der Dämmschicht liegende Abdeckung sehr dicht verlegen müssen, um zu verhindern, dass der flüssige Mörtel eindringt. Andernfalls drohen Schallbrücken.

    Verarbeitung von Fließestrich

    Fließestrich lässt sich wegen seiner Fähigkeit zur Selbstnivellierung einfach verarbeiten:

    • Entweder wird er Ihnen als Trockengemisch auf die Baustelle angeliefert (entweder als Sackware oder lose in einem Silo beziehungsweise Container) und dort mit Wasser angerührt (Anhydrit-Fließestrich in der normalen Putzmaschine, die sich stetig bewegt), so dass er pumpfähig wird. Mit Hilfe spezieller Mischpumpen und zugehöriger Schläuche befördert man den Fließestrich dann direkt zur Einbaufläche.
    • Oder der Fließestrich wird Ihnen fertig im Fahrmischer angeliefert und mit einer am Fahrzeug oder separat bereit gestellten Schnecken- oder Kolbenpumpe zügig eingebaut.

    Nach dem Einpumpen können Sie den Fließestrich mit einem groben Straßenbesen oder einer „Rakel“ (auch Schwabbelstange genannt) im Kreuzgang durchschlagen. Damit „hauen“ Sie Luftblasen raus, die beim Einpumpen gegebenenfalls im Fließestrich eingeschlossen wurden. Die Oberfläche wird dabei waagerecht und eben. Es gilt: Je länger Ihre Schwabbelstange ist, desto genauer und ebener wird die fertige Fließestrichfläche.

    Expertenwissen: Um Fließestrich einzubauen, ist demnach keine großartige körperliche Anstrengung nötig. Sie müssen den Fließestrich nicht verdichten. Auch das sogenannte Abziehen (Glätten) der Oberfläche entfällt. Da der Fließestrich werkseitig gemischt und lediglich mit Wasser angerührt wird, sind entsprechende Maschinen fähig, hohe Misch- und Förderleistungen zu erbringen. Bei großflächigen Fließestrich-Verlegungen wie in Industriehallen, sind daher gegossene Fließestrichflächen zwischen 1.300 und 1.500 Quadratmetern (m 2 ) an einem Tag durchaus machbar.

    Wichtig für Sie: Fließestriche (Zementestrich und Anhydritestrich) können Sie nach zwei Tagen begehen und nach fünf Tagen belasten. Achten Sie bei allen Fließestrichen auf eine ausreichende Austrocknungszeit. Halten Sie sich dabei unbedingt an die Angaben und Anweisungen der Hersteller von Fließestrich.

    Preise für Fließestriche im Vergleich

    Beim Kauf von Fließestrichen und einem entsprechenden Preisvergleich sollten Sie immer anhand des Verbrauchs pro m 2 und dem Preis pro kg die Gesamtkosten für die von Ihnen benötigte Fläche berechnen. In folgender Tabelle haben wir Ihnen anhand gängiger Fließestriche die Gesamtpreise berechnet.

    Während der Verbrauch häufig bei rund 18 bis 20 kg/m 2 je 1 cm Estrichdicke liegen – Achten Sie auf die Einheiten der Schichtdicke! Einige Hersteller geben hier mm statt cm an! – unterscheiden sich die Preise pro Kilogramm enorm, sodass für eine Fläche von 100 m 2 nur allein bei einer Schichtdicke von 1 cm mehr als 1.500 Euro unterschiedlich hohe Kosten resultieren.

    Größere Preisunterschiede zwischen Zement- und Calciumsulfat-Fließestrichen sind hingegen nicht zu beobachten.

    Fließestrich mit einem günstigen Preis pro kg hat daher i.d.R. auch letztlich günstige Gesamtkosten. Gerade bei großen Flächen kann es sich lohnen, genau auf den Preis pro kg zu achten!

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    Weitere Estrich-Sorten im Überblick

    „Ratgeber: Zement- & Calciumsulfat-Fließestrich“ wurde am 23.07.2017 das letzte Mal aktualisiert.

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    Источники: http://www.baunetzwissen.de/boden/fachwissen/_estriche/fliessestrich-calciumsulfat-fliessestrich-cfe-996747, http://www.bauredakteur.de/estricharten-vorteile-und-nachteile-der-verschiedenen-estriche/, http://www.energie-experten.org/bauen-und-sanieren/baustoffe/estrich/fliessestrich.html

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