Fenstersturz nachträglich einbauen anleitung

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    Ein Fenster nachträglich einbauen

    Insbesondere, wenn Sie ein Bestandsbauwerk kaufen, ist die Aufteilung des Gebäudes in den wenigsten Fällen exakt mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmend. Das trifft neben der Raumaufteilung auch auf die vorhandenen Fenster zu. Aus diesem Grund haben wir nachfolgend eine Anleitung für Sie zusammengestellt, wie Sie ein Fenster nachträglich einbauen. Außerdem finden Sie zahlreiche zusätzliche Informationen, die gerade beim nachträglichen Fenstereinbau wichtig sind.

    Zahlreiche Gründe für den nachträglichen Einbau eines Fensters

    Nicht immer entspricht ein Haus den Vorstellungen seiner aktuellen Bewohner bzw. Besitzer. Insbesondere in Altbauten sind oft Räume wie Toiletten, Badezimmer oder Abstellkammern ohne Fenster ausgelegt worden. Erfolgt nun ein Umbau oder Nutzungsänderung, wird oftmals auch über das nachträgliche Einbauen eines Fensters nachgedacht. Doch bevor Sie beginnen, müssen bestimmte Vorkehrungen getroffen sein.

    • Feststellung, ob aus statischer Sicht überhaupt ein Fenster nachträglich eingebaut werden kann
    • Überprüfung erforderlicher amtlicher Baugenehmigungen
    • in vielen Fällen Zustimmung der Nachbarn
    • Bestimmung der Fenstergröße
    • bautechnische Planung für die korrekte Bauausführung

    Statische Überprüfung

    Um festzustellen, ob die gesamte Gebäudestatik an der von Ihnen bestimmten Position überhaupt ein neues Fenster „verträgt“, sollten Sie auf jeden Fall einen Statiker oder Architekten hinzuziehen. Der kann Ihnen verbindlich darüber Auskunft erteilen, ob es statische Bedenken bei Ihrem Projekt gibt oder eben nicht.

    Baugenehmigungen und Einverständnis der Nachbarn

    Das für Sie zustände Bauamt kann Ihnen schnell mitteilen, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist oder nicht. In den meisten Fällen wird das mit großer Sicherheit der Fall sein. Außerdem müssen auch die Nachbarn zustimmen, sobald bestimmte Abstände zum Nachbargrundstück unterschritten werden. Der kann das nämlich ablehnen, wenn er nicht will, dass Sie ihm praktisch dauernd über die Schulter schauen können. Hier ist auch nicht ausschlaggebend, ob Erdgeschoss oder eine Oberetage.

    Fenstergröße ermitteln

    Ausgehend von den Aussagen Ihres Statikers und dann noch von den anerkannten Regeln des Hausbaus leiten Sie nun die Größe Ihres Fensters ab. Es gibt in Deutschland keine wirklich genormten und festen Fenstergrößen. Vielmehr stehen diese in einem Bezug zur Raumgröße. Wie genau Sie die optimale Größe eines Fensters ermitteln, finden Sie in dem verlinkten Beitrag.

    Bautechnische Ausführung des nachträglichen Einbaus eines Fensters

    Im Baujournal finden Sie Beiträge und Anleitungen zum eigentlichen Fenstereinbau, auch zum Fenster verputzen und selbstverständlich auch zur Fenster- und Türenmontage nach RAL. Auch eine Anleitung zum Mauern stellen wir Ihnen im Hausjournal zur Verfügung. Daher bezieht sich die nachfolgende Anleitung zum nachträglichen Einbau eines Fensters auf die wesentlichen Schritte, die von diesen detailreichen Anleitungen nicht berührt werden.

    Schritt-für-Schritt-Anleitung zum nachträglichen Einbauen eines Fensters

    • Fensterstürze in passender Länge
    • Befestigungsmaterial für die Fensterstürze
    • Fenster
    • Ziegelsteine
    • Mörtel
    • Putz
    • je nach Fenstermontage unterschiedliche Baustoffe, die von der gewählten Montagetechnik abhängen
    • Abdeckfolie
    • Werkzeug zum Bearbeiten der vorhandenen Mauer (Meißel, Betonfräse usw.)
    • Betonmischmaschine oder Bohrmaschine mit Rührquirl
    • Mörteleimer
    • verschiedene Spachteln und Kellen zum Mauern
    • verschiedene Kellen und Spachteln (beispielswei8se Glättkelle) zum Verputzen
    • Wasserwaage
    • Richtlot
    • Schlagschnur
    • Werkzeug zum Fenstereinbau
    • Werkzeug für die konkret vorgesehene Fenstersturverankerung
    • eventuell Schubkarre
    • eventuell Baugerüst
    • eventuell Bauschutt-Container

    1. Erste Arbeitsschritte: Schlitz für die Fensterstürze

    Wenn sämtliche Genehmigungen eingeholt sind, liegt auch der entsprechende Bauplan vor. Diesem Plan entsprechend zeichnen Sie an der betroffenen Wand nun die exakte Position des Fenstersturzes ein, also mittig über der eingezeichneten Fensternische.

    Je nach Größe des Fensters wird der Schlitz für die Stürze 30 bis 40 cm breiter als die eigentliche Fensternische. Auf jeder der späteren Fensterseiten muss der Sturz mit 15 bis 20 cm auf dem Mauerwerk aufliegen.

    2. Fensterstürze einpassen und befestigen

    Von Fensterstürzen ist die Rede, weil bei herkömmlicher Stärke einer Wand immer zwei Stürze nebeneinander eingesetzt werden. Also setzen Sie zunächst den inneren Sturz ein und befestigen ihn mit dem dazugehörigen Befestigungsmaterial. Genau so gehen Sie dann beim zweiten Fenstersturz vor.

    3. Fensterdurchbruch ausstemmen

    Nun können Sie den Mauerdruchbruch fortfahren. Zeichnen Sie den Durchbruch (auch abhängig von der Länge der Stürze) auf jeder Seite 10 bis 15 cm breiter ein, als das Fenster später breit sein wird.

    4. Fensterlaibung mauern

    Nun mauern Sie seitlich wieder bis auf das eigentliche Maß der eigentlichen Fensternische abzüglich der benötigten Putzstärke und Dichtung (Kompi-Band), um einen geraden, senkrechten Abschluss zu erreichen. Auch an der Brüstung mauern Sie über die gesamte Breite eine waagrechte Steinreihe bis zum Erreichen der erforderlichen Maße.

    5. Verputzen der Laibung

    Wenn Sie Ihre Fenster nach RAL-Richtlinien montieren wollen, müssen Sie die Laibung jetzt gerade und fein spachteln, damit das Dichtband (Kompi-Band) später tatsächlich optimal abdichtet.

    6. Fenster setzen und einbauen

    Nun können Sie das Fenstersetzen, befestigen und die Laibung endgültig verputzen (falls notwendig). Abschließend müssen Sie das neue Fenster einstellen.

    7. Alternative Vorgehensweise

    Wenn Sie vom Statiker grünes Licht erhalten (besonders bei sehr großen, breiten Fenstern), können Sie den Durchbruch auf die volle Länge der Fensterstürze durchführen und dann das später die Stürze tragende Mauerwerk wieder hoch mauern.

    Mauerdurchbruch / Wanddurchbruch Anleitung für Fenster und Türen

    In dieser Mauerdurchbruch / Wanddurchbruch Anleitung werden die einzelnen Arbeitsschritte detailiert beschreiben. Ein Wanddurchbruch ist notwendig, wenn zwei Räume nachträglich mit einer Tür verbunden werden sollen. Gerade Altbauten verfügen i.d.R. über kleinere Räume, die nicht ausreichend mit Sonnenlicht durchflutet werden. Mit einem Durchbruch durch die Außenwand können Fensteröffnungen schnell und unkompliziert hergestellt werden. Bevor Sie jedoch mit dem Durchbruch beginnen, holen Sie sich einen Rat von einem Statiker und vergewissern Sie sich, ob ein Durchbruch aus statischen Aspekten durchführbar ist.

    Handelt es sich bei der Wand um eine tragende Wand, so ist die Decke vorher mit Stahlstützen abzusichern, da der Kraftfluss ansonsten unterbrochen wird. Bevor mit den Abstützarbeiten begonnen werden kann, ist der Zustand des Bodens und der Decke zu überprüfen. Bei einem Dielenboden oder auch schwimmendem Estrich muss der Boden durch Holzbohlen, zur besseren Verteilung der Last, geschützt werden. Erst dann können die Stahlstützen aufgestellt werden.

    Abbildung 1 – Durchbruch anzeichnen

    Mit einer Wasserwage werden die Umrisse des Wanddurchbruch / Mauerdurchbruch an der Wand angezeichnet. Die Größe des Durchbruchs ist abhängig von den Außenmaßen des einzubauenden Türmaßes. Nachfolgen eine Auflistung über die Türblattgröße nach DIN 18101 und die Maße des Wanddurchbruchs bei Verwendung einer einflügeligen Tür.

    Damit beim Wanddurchbruch / Mauerdurchbruch der Kraftfluss nicht unterbrochen wird, muss ein Sturz eingebaut werden. Für den Sturz muss die entsprechende Aussparung in der Wand ebenfalls angezeichnet werden. In einem handelsüblichen Baumarkt sind die Stürze als Betonfertigteile zu erhalten. Bei größeren Wanddurchbrüchen ist ein Stahlträger einzusetzen. Der Typ, die Länge und Beschaffenheit werden von jedem Statiker mitgeteilt. Als Auflager für den Mauersturz sind mindestens 25 cm einzuplanen.

    Abbildung 3 – Aussparung für Sturz anzeichnen

    Um den Einbau des Sturzes zu erleichtern, sollte die Aussparung 2-3 cm größer sein als der Mauersturz. Um ein Herausbrechen im Kantenbereich zu verhindern, sind die Kanten mit einem Trennschleifer mindestens 4-5 cm einzuschneiden. Ein Trennschleifer kann gegen eine Tagespauschale in jedem Werkzeugverleih ausgeliehen werden.

    Abbildung 4 – Ausbau der Mauersteine von oben nach unten

    Beim Mauerdrurchbruch / Wanddurchbruch wird von oben nach unten gerbeitet. Die einzelnen Mauersteine werden vorsichtig mit Hammer und Meißel, oder auch mit einem Abbruchhammer aus der Wand herausgelöst. Zuerst wird die Aussparung für den Mauersturzfreigelegt, damit diese eingesetzt werden kann. Wird die Wand mit einem Vorschlaghammer bearbeitet, kann es vorkommen, dass weitere Mauersteine oberhalb des Sturzes aus der Wand herausbrechen. Sollte dieses passieren, muss erst der Sturz eingesetzt werden und danach der Bereich darüber wieder zuggemauert werden.

    Abbildung 5 – Wanddurchbruch mit eingesetztem Sturz

    Das Auflager wird mit einem Mörtelbett versehen und der Mauersturz eingesetzt. Die auf der rechten und oberen Seite des Sturzes vorhandenen Fugen, werden wie in nachfolgender Abbildung dargestellt, ebenfalls mit Mörtel verfugt.

    Abbildung 6 – Fugen ausfüllen

    Sobald der Sturz eingemauert und die umliegenden Fugen herum mit Mörtel getrocknet sind, können die Mauersteine unterhalb des Sturzes (siehe Abbildung 7) von oben nach unten entfernt und der Bauschutt der Wand entsorgt werden.

    Mauersteine der Wand von oben nach unten entfernen

    Mauerdurchbruch – 2 Stürze nebeneinander einsetzen

    Handelt es sich bei dem Mauerdurchbruch um eine schmale bzw. nichtragende Wand, so reicht i.d.R. ein Sturz auf. Bei dickeren Wänden ist die Breite des Mauersturzes nicht ausreichend und deshalb müssen zwei nebeneinander gesetzt werden. Zuerst wird dabei der erste Mauerstein (siehe siehe nachfolgende Abbildung) entfernt und der Sturz eingemauert. Dadurch dass in zwei Schritten gearbeitet wird bleibt der Kraftfluss der Wand erhalten.

    Abbildung 8 – Querschnitt der Wand – Einbau Sturz 1

    Sobald der erste Sturz verbaut wurde und der Mörtel um den Sturz herum getrocknet ist, kann der zweite Mauerstein auf der anderen Seite der Wand entfernt werden und der zweite Mauersturz eingesetzt werden. Im Anschluss an den Einbau sind auch hier die vorhandenen Fugen mit Mörtel (Kalkzement oder Zementmörtel) zu verschließen.

    Mauerdurchbruch / Wanddurchbruch Anleitung – Feinarbeiten

    Da sich die Mauersteine i.d.R. nicht oft so sauber, wie in Abbildung 7 beschrieben, ausbauen lassen, muss jetzt mit den Feinarbeiten an den Seiten begonnen werden. Die Steine die sich beim Herausbrechen gelockert haben, müssen nun wieder vorsichtig eingemauert werden. Nachfolgende Abbildung zeigt die senkrechte Ausrichtung der Wand mit einem Brett.

    Abbildung 10 – Senkrechte Ausrichtung

    Das Brett wird an die auszurichtende Wand gepresst und mittels weiteren Brettern an der anderen Seite der Öffnung verspannt. Die Unebenheiten an der Wand können nun mit übrige gebliebenen Mauersteinen und Putzmörtel ausgeglichen werden.

    Abbildung 11: Ausgleich Unebenheiten

    Anleitung als PDF-Dokument herunterladen: Anleitung Mauerdurchbruch.pdf

    Entschuldigung, Kommentare zu diesem Artikel sind nicht möglich.

    Mauerdurchbruch für Fenster und Türen – tragende Wände beachten

    Aus meiner langjährigen Praxis als Bauredakteur weiß ich, dass das Herstellen eines Mauerdurchbruchs ein ganz wichtiges Thema bei den Selbermachern ist. In vielen Altbauten ist es recht düster, da sollen neue Türen und Fenster für zusätzliches Licht sorgen. Oder es sollen kleine Räume zu einem großen Raum verbunden werden. Nun ist das Rausklopfen der Steine an sich kein Problem, allerdings gibt es auch noch eine Statik des Hauses. Und die mag bei tragenden Wänden überhaupt nicht, wenn der Kraftfluss unterbrochen wird. Schnell werden die Schäden größer als geplant und der Ruf nach einem Fachmann wird laut, der alles wieder in Ordnung bringt.

    Foto Mauerdurchbruch: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Frank Homann

    Günstiger ist es, den Statiker vorher zu Rate zu ziehen und dann nach seinen Vorgaben loszulegen. Das spart Geld und schont die Gesundheit, wenn eine tragende Wand mangels falscher Abstützmaßnahmen eingestürzt ist. Bei nichttragenden Wänden ist die Gefahr zwar nicht so hoch, doch in der Regel kann ein Laie nicht einschätzen, welche Wand tragend und welche nicht ist. Auf die Dicke der Mauer sollte sich keiner verlassen, denn nicht immer ist eine 11,5 cm dicke Wand auch nichttragend. Meist zwar schon, aber solange eine Restgefahr besteht, ist der Gang zum Fachmann auf jeden Fall die richtige Wahl.

    Vor dem Durchbruch: Wand abstützen nicht vergessen

    Eine tragende Wand hat die Aufgabe, die einwirkenden Kräfte aus Dach oder oberen Stockwerken nach unten in das Fundament zu leiten. Wird an einer Stelle der Kraftfluss unterbrochen, steigen sie an andere Stelle an. Werden die Kräfte zu groß, sind Schäden die logische Folge. Wenn ein Mauerdurchbruch hergestellt werden soll, muss daher auf jeden Fall dafür gesorgt werden, dass die Kräfte weiterhin gleichmäßig abgeleitet werden. Das geschieht durch geeignete Abstützmaßnahmen mit Stahlstützen.

    Es ist allerdings zu beachten, dass von den Stahlstützen enorme Punktlasten ausgehen. Sie dürfen daher nicht so ohne weiteres auf einen schwimmenden Estrich oder Trockenestrich gestellt werden. Beide Estricharten wären von den großen punktuellen Lassen vermutlich überfordert und würden brechen. Auch an einer Decke aus Gipskartonplatten lässt sich keine Stütze befestigen, die würde sofort nachgeben. Die Last muss daher verteilt werden, das geschieht zum Beispiel dadurch, dass Holzbohlen untergelegt werden.

    Die Mauer selbst muss häufig ebenfalls oberhalb des geplanten Durchbruchs gestützt werden. Dazu werden zwei kleine rechteckige Löcher in die Wand geschlagen, durch die jeweils ein tragfähiger Holzbalken gesteckt und mit Stahlstützen gesichert wird. Über die Holzbalken und die Stahlstützen fließen die Kräfte dann während der Baumaßnahmen in den Untergrund. Abgestützt werden müssen zudem tragende Holzbalken und Stahlträger, die in die Wände eingelassen sind. Es gibt also einiges zu beachten, weshalb der Gang zum Fachmann unbedingt stattfinden sollte.

    Ein Sturz muss sein, damit die Kräfte im Fluss bleiben

    Die ganzen Abstützmaßnahmen sind natürlich nur von temporärer Natur, denn wer mag schon im Wohnzimmer stets um die verschiedenen Stützen navigieren. Beim Mauerdurchbruch müssen daher Stürze in die Wand einbetoniert werden. Diese sind in der Regel aus Beton und können hohe Druckkräfte aufnehmen. Sie leiten die Kräfte um den Durchbruch herum in die Wand. Damit dies einwandfrei klappt, müssen die Mauerstürze mindestens 25 cm rechts und links des Durchbruchs ins Mauerwerk einbinden. Zu kaufen gibt es solche Stürze in verschiedenen Größen im Baustoffhandel.

    Die Länge des Sturzes ergibt sich also aus der Breite des geplanten Mauerdurchbruchs plus mindestens 50 cm. Bevor der Durchbruch erfolgt, muss der Sturz einbetoniert werden. Es gilt daher, zunächst den Schlitz dafür in die Wand zu schlagen. Am besten die Umrisse einzeichnen und dann geht es los mit Hammer und Meißel. Wer einen Meißelhammer oder Abruchhammer zur Hand hat, kann natürlich auch die verwenden. Damit später alles passt, unbedingt ein Spiel von zwei, drei Zentimetern nach allen Seiten einplanen. Das kann danach alles wieder zu gespachtelt und repariert werden.

    Von oben nach unten: So wird der Mauersturz eingebaut

    Damit bei der Arbeit in der Wand möglichst wenige Steine herunterfallen, sollte von oben nach unten gearbeitet werden. Auch sollten nur weniger Mauersteine locker geschlagen werden, der Meißel ist daher möglichst senkrecht anzusetzen. Kommen dann doch mehr Steine aus der Wand als benötigt, müssen diese nach dem Einsetzen des Sturzes wieder eingemauert werden. Das macht zwar mehr Arbeit, ist jedoch grundsätzlich kein Problem. Mörtel wird sowieso benötigt, um den Ausbruch später zu begradigen.

    Ein Sturz hat in der Regel die Breite einer schmalen, nicht tragenden Wand. Ist die Wand dicker und somit tragend, müssen zwei Stürze nebeneinander gelegt werden. Das Einmauern geschieht allerdings nicht gleichzeitig, sondern einer nach dem anderen. Das hat den Vorteil, dass die Tragkraft der Wand niemals ganz verloren geht. Sie wird also erst bis zur Mitte aufgeklopft, dann der erste Sturz einbetoniert. Das gleiche Spiel geschieht dann noch einmal von der anderen Seite der Wand. Also wieder bis zur Wandmitte aufklopfen und dann den zweiten Sturz einlegen.

    Meist haut das mit den Mauerfugen und der gewünschten Höhe nicht so hin, wie geplant. Die Öffnung für den Sturz wird also größer als nötig. Um auf die Wunschhöhe zu kommen, werden dann kleinformatige Mauersteine oder Betonplatten eingelegt und vermörtelt. Wo wir gerade bei Mörtel sind. Dieser muss zum Einbetonieren des Sturzes möglichst druckfest sein. Am besten eignet sich daher ein Kalkzement- oder Zementmörtel. Dieser wird mit der Fugenkelle rund um den Sturz eingebracht und gut verpresst. So kann der Sturz dann nach dem Mauerdurchbruch problemlos seiner angedachten Aufgabe nachkommen.

    Ist der Sturz einbetoniert, kann der Durchbruch erfolgen

    Im letzten Arbeitsschritt erfolgt der eigentliche Mauerdurchbruch. Ist der Mörtel trocken, kann die Wand unter dem Sturz entfernt werden. Doch Vorsicht: Unbedingt die Einbindetiefe des Sturzes beachten. Die 25 Zentimeter müssen auf jeden Fall eingehalten werden. Die Steine werden wieder von oben nach unten aus der Wand geklopft. Dabei mit der entsprechenden Vorsicht ans Werk gehen, dass nur die gewünschten Mauersteine locker werden. Ganz vermeiden lässt es sich allerdings nicht, dass noch andere Steine in Mitleidenschaft gezogen werden.

    Diese Steine müssen zunächst einmal wieder mit Mörtel gesichert werden, dann geht es ans Feintuning. Der Mauerdurchbruch muss begradigt werden. Größere Unebenheiten können mit kleinen Mauersteinen ausgeglichen werden, beim Rest reicht Putzmörtel aus. Doch nicht nur die Laibung muss begradigt werden, auch rund um den Durchbruch gilt es alles ins Lot zu bringen. Dazu wird ein Brett in die neue Maueröffnung gespannt und zwar so, dass die Kante bündig mit der alten Wandoberfläche abschließt. Nun kann beispielsweise ein Spritzbewurf aufgebracht werden. Das war es dann auch schon – abschließend noch eine Tür oder Fenster einsetzen. Oder eben offen lassen, wenn es eine Zwischenwand war.

    Video: Türsturz nachträglich einbauen

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    14 Kommentare

    Ich möchtein eine etwa 60cm dicke Steinwand(Außenwand, Baujahr 1902) eine etwa 30cm tiefe Nische einbauen. Wie bitte stütze ich das ab?

    Hallo Herr Müller,

    diese Frage sollten Sie einem Statiker stellen. Der muss berechnen, ob die Nische die Statik der tragenden Wand nicht zu sehr beeinträchtigt.

    Moin, moin, ich habe mitten im Raum durch eine Geschossöffnung eine tragende Stahlsäule, noch mit Nichts bearbeitet, mitten im Raum. Frage: kann ich die mit Kalksandstein/ Putz oder Ziegelsteinen ummauern? Wenn ja, wie oder mit was muß ich den Stahl vorbereiten? Danke für die Auskunft. K. Opitz

    Sie können die Säule verputzen oder mit Ziegelsteinen ummauern. Hier habe ich eine Anleitung gefunden, wie eine Stahlsäule verputzt werden kann: http://www.1-2-do.com/de/projekt/Stahltraeger-als-Mamorsaeulen-verkleiden/bauanleitung-zum-selber-bauen/5397/

    ich habe von einer Technik gehört, dass man bei tragenden Wänden auch zwei Träger nacheinander von jeder Seite einbauen kann. Somit würde bei einer 30cm Wand beim ersten Einbau von einer Seite das Mauerwerk noch zur Hälfte „tragfähig“ bleiben. Danach wird die andere Seite, wenn der erste Träger getrocknet ist, dann erst aufgestemmt. Dann die beiden Träger zusätzlich noch verschraubt. Natürlich wird abgestützt und auch ein Statiker gefragt. Möchte nur wissen, ob das eine zulässige Verarbeitung entspricht.

    In erster Linie geht es um das Gewicht der Träger bei der Beschaffung. Ein „dicker“ ist auf Grund des Zuwegs sehr schwer zu händeln. Zwei Leichtere schon eher!

    Und für mich klingt es aus statischen Gründen, garnicht so abwegig es so zu machen.

    das ist im Prinzip so, wie ich es im Beitrag beschrieben haben – also zwei leichtere Träger nebeneinander. Sollte also funktionieren.

    Wir möchten aus einem Fenster eine Balkontür machen , muß zusätzlich abgestützt werden?

    da ist keine weitere Abstützung notwendig, die Öffnung ist ja schon da und darüber sollte ein Sturz eingebaut sein.

    Ich möchte zwei Whg`s mit einem Durchbruch verbinden. Der Durchbruch soll die Maße von 2 x 2 m haben, die Wandstärke ist 24 cm (Altbau von 1910). Wie gehe ich da vor und was benötige ich für den Sturz (Holz o. Stahl)

    Hallo Herr Taschke,

    zwei Meter sind schon gewaltig, da würde ich lieber auf Nummer sicher gehen und einen Stahlsturz nehmen. Da es sich höchstwahrscheinlich um eine tragende Wand handelt, ist zudem zu empfehlen, einen Statiker zu fragen.

    Hallo Herr Taschke,

    wie finde ich einen guten Baustatiker? am besten im Landkreis München (West) – gibt es hier Plattformen oder ähnliches?

    Hallo Frau Buchholz,

    ich bin zwar nicht Herr Taschke, aber ich antworte Ihnen trotzdem Mal als Betreiber dieser Website. Ich bin leider ziemlich weit weg von München und kenne mich dort nicht so aus. Ich habe aber dieses Verzeichnis mit Statiker in Ihrem PLZ-Gebiet gefunden: http://www.bautraeger24.de/statiker8.html

    Hallo Herr Hochwarth,

    ich möchte in einer Wohnung (Erdgeschoss) in einer tragenden Wand die Breite einer Tür erweitern (von 80 cm auf 160 cm). Von einem Statiker werde ich mir dafür eine Berechnung und Beratung einholen und die Arbeiten von einer Baufirma durchführen lassen.

    Frage: Brauche die dafür eine offizielle Baugenehmigung?

    Hallo Herr Zimmermann,

    bei einer Innentür sollten Sie keine Baugenehmigung benötigen. Allenfalls wenn es sich um ein denkmalgeschütztes Haus handelt. Anders sieht es bei Fenstern oder Haustüren aus, da hier die Optik des Hauses beeinträchtigt werden kann oder die neue Öffnung zu nah an der Grundstücksgrenze liegt. Hier kann das Bauamt sein Veto einlegen.

    Источники: http://www.hausjournal.net/fenster-nachtraeglich-einbauen, http://blog.dornbach.com/mauer-wand-durchbruch-anleitung.html, http://www.bauredakteur.de/mauerdurchbruch-fuer-fenster-und-tueren-tragende-waende-beachten/

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