Farbe an die wand

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    Farbe an die wand

    06.01.2017, 11:14 Uhr | dpa-tmn

    Mit dem richtigen Werkzeug wird die Wand wieder weiß. (Quelle: Jochen Tack/imago)

    Weiße Wände in der Wohnung wirken auf viele Menschen ungemütlich. Wer lieber in Knallorange oder Schokobraun wohnen möchte, kann auch als Mieter seine Wände streichen, wie es ihm sein Farbempfinden eingibt. Beim Auszug allerdings muss wieder in einer neutralen Farbe gestrichen werden. Andernfalls kann der Vermieter Schadensersatz verlangen. Wie Sie selbst schwarze Wände wieder weiß bekommen, worauf es bei der Auswahl der Farbe ankommt und die besten Tipps zum Streichen Ihrer Wände.

    Mieter sollten bei Auswahl und Kauf des Streichwerkzeugs nicht zu geizig sein und besser in einen hochwertigen Farbroller und gute Farbe investieren, wenn sie farbige Wände beim Auszug hell überstreichen müssen.

    Das richtige Werkzeug zum Streichen verwenden

    Am besten hat die Walze einen Bezug aus künstlich hergestelltem Lammfell und eine mittlere Florlänge. Dies empfiehlt Christian Hofmann von der DIY Academy. Bei billigen Walzen besteht die Gefahr, dass die Farbe nicht gleichmäßig verteilt wird. Wenn die weiße Farbe dann noch schlecht deckt, schimmert die farbige Wand auch nach fünfmaligem Streichen noch durch, warnt Hofmann.

    Eine Florlänge von etwa zwölf Millimeter eignet sich für glatte und leicht strukturierte Wände, wie sie in den meisten Innenräumen vorkommen. „Damit bekomme ich die Farbe sehr leicht und gleichmäßig verteilt“, erklärt Hofmann.

    Bei der Wandfarbe auf gute Deckkraftklasse achten

    Bei der Farbe kommt es auf eine hohe Deckkraftklasse an. Diese Klasse ist auf dem Farbeimer angegeben. Sie reicht von eins bis vier. „Eins ist die beste Deckkraftklasse, vier die schlechteste.“ Für eine gut deckende Farbe und eine gute Walze müssen Kunden zwar tiefer in die Tasche greifen. Dafür sei so selbst eine schwarze Wand nach zweimal streichen wieder weiß, sagt Hofmann.

    Neutral streichen muss sein

    Nach einem Urteil vom Bundesgerichtshof müssen Mieter bunt gestrichene Wände vor Rückgabe einer Wohnung wieder in hellen, neutralen Farben streichen. Während der Mietzeit dürfe der Mieter zwar selbst bestimmen, in welchen Farben er die Wände streichen will – zur Rückgabe der Wohnung müsse er sie jedoch wieder in einer Farbe streichen, „die für möglichst viele Mietinteressenten akzeptabel ist“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Ball bei der Urteilsverkündung (Az.: VIII ZR 416/12).

    Mieter muss beim Unterlassen Schadensersatz leisten

    Als neutrale Farben können auch Beige- oder Pastelltöne infrage kommen: „Es muss nur hell genug sein“, erklärt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Neutral bedeutet nicht zwangsläufig weiß – das hat der BGH schon in einem früheren Urteil entschieden. Laut dem aktuellen Urteil muss der Mieter die Wohnung auch dann in einer akzeptablen Farbe übergeben, wenn keine Schönheitsreparaturklausel im Mietvertrag steht oder sie unwirksam ist. Überstreicht er knallige Farben beim Auszug nicht, mache er sich schadensersatzpflichtig, erläutert Ropertz. Das heißt, er muss die entstehenden Malerkosten übernehmen.

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    Farben für die Wand: Expertentipps zur Gestaltung

    Farbgestaltung

    Zeig‘ mir deine Wohnung und ich sag dir, wer du bist. Das trifft meistens tatsächlich zu. Dabei spielt die Auswahl der Farben in den eigenen vier Wänden eine ausschlaggebende Rolle.

    Denn Farben bringen nicht nur Schwung in die Bude, sie zeichnen auch das aus, was wir gerne mögen, wie wir uns fühlen oder was wir für ein Typ Mensch sind.Außerdem ist es wichtig zu beachten, dass die Größe des Raumes eine Farbauswahl maßgeblich mitbestimmt.

    Mit unseren Tipps für eine passende Gestaltung und facettenreichen Farbideen für die Wand zeigen wir verschiedene Inspirationen für IHRE ganz persönlichen Wandfarben.

    Ob Aquamarin, Grasgrün, Zitronengelb oder Pastell – für jeden Geschmack gibt es die passende Nuance!Mit der richtigen Gestaltungstaktik wird aus einem langweiligen Raum ein moderner Wohnraum mit farbigen Akzenten.Leiterin eines renommierten Farbateliers und Expertin Christine Gottwald verrät uns ein paar hilfreiche Tipps und Tricks.

    Gestaltungstipps mit Farbexpertin Christine Gottwald

    Wie finde ich heraus, welche Farbe zu mir und zu meinem Zuhause passt?

    Christine Gottwald: Mit den Farben unserer Kleidung und unserer Wohnräume drücken wir unsere Persönlichkeit aus – daher können wir bei der Farbauswahl ruhig unserer Intuition folgen. Hinweise geben Assoziationen, die manche Farben ins uns wecken. Wenn Sie ganz unsicher sind, machen Sie es wie die Profis und erstellen Sie erst einmal ein sogenanntes Moodboard . Dafür sammeln Sie Bilder, Stoffreste , Farb- und Interieurbeispiele, die Ihnen gefallen. Wenn Ihnen eine Farbe daraus immer wieder besonders ins Auge sticht, sind Sie Ihrer Farbe auf der Spur.

    Wie genau beeinflussen Farben unsere Stimmungen?

    Christine Gottwald: Warme Farbtöne wie Rot, Orange oder Gelb regen eher an und vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit. Kühle Blau-, Grau- und Grüntöne wie die Trendfarbe Opal schaffen dagegen eine beruhigende, entspannte Atmosphäre. Schwere gesättigte Farben und dunkle Töne wirken sehr massiv und verkleinern Räume optisch, helle pastellige Töne dagegen lassen sie großzügiger erscheinen. Wichtig für die Farbauswahl sind natürlich auch bauliche Besonderheiten, das Mobiliar und das Licht im Raum.

    Ganz entscheidend ist, wie wir Farben kombinieren. Zu Stilmöbeln wirkt beispielsweise eine coole Kombination aus Stahlgrau und Zitronengelb deplatziert; in einem modernen, puristischen Ambiente hingegen entfaltet sie eine dynamische, anregende Stimmung.

    Wie können wir diese Erkenntnisse für die Gestaltung unserer Wohnräume nutzen?

    Christine Gottwald: Neben unseren persönlichen Vorlieben sollten wir bei der farbigen Gestaltung unseres Zuhauses auch die Funktion der einzelnen Räume im Blick haben und die Stimmung, die diese vermitteln sollen. Eine gemütliche Ecke am Kamin, wo wir gerne mit Freunden plaudern, verträgt rote Wände besser als das Zimmer eines lebhaften Kindes. Hier ist es besser, die überschäumende kindliche Energie mit sanften Rosa- oder entspannenden Blau- oder Grüntönen zu besänftigen.

    Für eine gute farbliche Balance zwischen Anregung und Beruhigung empfehlen sich grundsätzlich ruhige, neutrale Töne wie Weiß, Grau, Beige oder Pastellfarben als Basis. Dazu können wir dann mit kräftigen Farben Akzente setzen – ganz wie es uns gefällt: Ton-in-Ton mit helleren und dunkleren Nuancen einer Farbe oder harmonisch mit Farben, die im Farbkreis nebeneinander liegen wie zum Beispiel Blau, Türkis und Grün. Kontrastreiche Akzente setzen wir mit Komplementärfarben wie Gelb und Violett oder Orange und Blau.

    Wie finde ich heraus, in welcher Dosierung meine Lieblingsfarbe am besten wirkt?

    Christine Gottwald: Am besten, indem Sie sich Schritt für Schritt herantasten. Wählen Sie erst einmal ein Kissen in Ihrer Lieblingsfarbe. Wenn es Ihnen gefällt, ergänzen Sie vielleicht eine Decke oder eine Vase in dieser Farbe. Streichen Sie dann einen Wandvorsprung damit an. Sie können auch eine Nuance dieser Farbe wählen oder mit einer Kontrastfarbe als Akzent für neue Spannung sorgen. Auf jeden Fall kann man mit einer neuen Wandfarbe die Wohnung auf einfache Art und mit großem Effekt verändern – neue Möbel zu kaufen ist deutlich kostspieliger.

    Wände streichen

    Wände mit Wandfarbe gestalten: Alles zum Thema Malen und Farbe

    Farben erzeugen eine angenehme Atmosphäre in den Wohnräumen und lassen sie optisch größer oder kleiner wirken. Ob in klassischem Weiß, in dezenten Farben oder in knalligen Tönen: Dank der Vielfalt an Wandfarben sind den Gestaltungswünschen keine Grenzen gesetzt. Mit unseren Tipps und Tricks rund um das Thema Malen und Farbe malen sowohl erfahrene Heimwerker als auch Anfänger mit wenig Übung auf hohem Niveau.

    Wände selbst streichen

    Einen Malermeister zu engagieren ist zeitsparend, praktisch und man erhält mit Sicherheit ein gutes Ergebnis. Allerdings lässt sich der Maler diese Arbeit auch gut bezahlen. Wer nicht genug Geld hat oder ein sparsamer Mensch ist, führt die Renovierung also besser selbst durch. Wer einige Dinge beim Malen beachtet erziehlt dabei auch als Amateur ein gutes Ergebnis. Wie das geht, könnt Ihr hier und auf den folgenden Seiten nachlesen.

    Tipps für den perfekten Anstrich

    Ecken und Decken zuerst streichen

    Zunächst sollten Sie mit einem flachen Pinsel oder einer Eckenrolle die "Nahtstellen" streichen. Das sind die Übergänge zwischen Wänden und Decke, Zimmerecken, Fußleisten, Tür- und Fensterrahmen sowie die Flächen um Schalter und Einbauten.

    Wer auch die Decke streichen möchte, fängt auch mit der Decke an. Würde die Decke nach den Wänden gestrichen, könnten Farbspritzer das Arbeitsergebnis beeinträchtigen. Also: Die Wände besser erst nach der Decke streichen. Rollen Sie mit geraden, sich überlappenden Bahnen, denn so wird ein gleichmäßiger Anstrich sichergestellt.

    Wie oft überstreichen?

    Die Lust auf schnelle Veränderung mit Roller und Pinsel sollte Sie nicht regelmäßig überkommen, denn vier bis fünfmal überstrichene Wände sind wie versiegelt und "atmen" nicht mehr.

    Vorbereitungen

    Für einen neuen Anstrich sollte zunächst mit kleinen Tests der Untergrund geprüft werden, um herauszufinden, welche Vorarbeiten notwendig sind. Außerdem sollte man sich ausreichend Zeit für das Abkleben und Abdecken nehmen, bevor man zum Pinsel greift. All das haben wir in unseren Vorbereitungen zusammengefasst.

    Vorstreichfarbe und Grundierungen

    Alte farbige Tapeten, Wände mit Nikotinflecken und stark saugende Untergründe, wie Gipskarton lassen sich nur schwer überstreichen. Abhilfe schaffen eine spezielle Grundierung und Vorstreichfarbe, mit der die Wand vor dem Streichen behandelt wird. Wie Sie solche Untergründe erfolgreich renovieren und was gegen Wasser- sowie Rostflecken hilft, erfahren Sie hier. Vorstreichfarbe und Grundierungen

    Wandfarben

    Geht es um die farbliche Neugestaltung der heimischen vier Wände ist die Farbsorte einer der wichtigsten Punkte. Hier sollte nicht gespart werden, da man mit billiger Farbe über kurz oder lang keinen Spaß haben wird. Welche Arten von Farbe es gibt, erklären wir auf unserer Seite über Wandfarben.

    Naturfarben

    Naturfarben kommen vollständig ohne Lösemittel und flüssige Kohlenwasserstoffe aus und sind wesentlich gesünder als herkömmliche Wandfarben. Je nach Zusammensetzung eignen sie sich für den innen und außen und sind leicht zu verarbeiten. Welche weiteren Vorteile Naturfarben haben und welche Unterschiede bestehen, erklären wir auf dieser Seite. Naturfarben

    Lacke bestehen entweder zum Großteil aus Lösungsmitteln oder Wasser, in denen sich Farbpigmente befinden. Wer nun das Gartenhaus neu streichen oder Fenster und Türen lackieren möchte, muss zuvor die richtige Lackart und deren Eigenschaften kennen. Daher finden Heimwerker hier Tipps zu den verschiedenen Lacken und ihren Anwendungsgebieten. Lacke: Acryl-, Alkydharz- und Kunstharzlack

    Farbwirkung

    Farbtöne und Farbkombinationen können die Atmosphäre eines Raumes grundlegend verändern. In Kombination mit Einrichtungsgegenständen und Accessoires lässt sich ein wunderbares Ambiente schaffen. Auch die optische Größe eines Raumes kann durch Farben und Muster beeinflusst werden. Farbwirkung

    Maltechniken

    Verschiedene Maltechniken eröffnen eine Menge Gestaltungsmöglichkeiten für die eigenen vier Wände. Je nach gewünschter Atmosphäre, können verschiedene Wohnbereiche mit unterschiedlichen Strukturen und Maserungen versehen werden. Maltechniken

    Maskiertechnik und Wandmalerei

    Mit der Maskiertechnik lassen sich mit einfachen Mitteln farbige Akzente setzen und sogar ganze Wandbilder malen. Hierzu zeichnet man Streifen, geometrische Formen oder Muster an die Wand, klebt sie mit Malerkrepp ab und streicht die Bereiche farbig. Ideen für Maskiertechnik und Wandmalerei

    Schablonenmalerei

    Beim Malen mit Schablonen wird nicht im Herkömmlichen Sinne gepinselt, sondern "gestupft". Damit die Borsten – und damit die Farbe – nicht unter den Rand der Schablone geraten, gibt es spezielle Pinsel mit flachen und harten Borsten, mit denen man auch mehrfarbige Motive sauber ausmalen kann. Schablonenmalerei

    Malerwerkzeuge

    Wer eine Wand streichen möchte, braucht zunächst Malerpinsel, Farbroller und Walzen, die sich für die gewählte Farbe eignen. Denn bestimmte Lacke und Wandfarben lassen sich nur mit dem richtigen Malerwerkzeug auftragen. Alles über die verschiedenen Pinsel-, Rollen- und Walzenformen und deren Anwendung erfahrt Ihr auf dieser Seite: Malerwerkzeuge

    Holzflächen streichen

    Mit der richtigen Vorbehandlung behält Holz seinen guten Zustand und ist vor dem Ausbleichen sowie Schädlingsbefall geschützt. Dabei richtet sich die Wahl der Farben nach der Beanspruchung und dem Standort, denn Holzmöbel erfordern eine andere Pflege als eine Holzterrasse. Wann und wie man Holz ölen, wachsen oder lackieren sollte, erfahren Heimwerker hier. Holzflächen streichen

    Farben-FAQ – Die 10 häufigsten Fragen an den Farben-Fachverkäufer

    1. Können Kunststoff-Gartenmöbel lackiert werden?

    Gartenmöbel werden zum größten Teil aus dem Kunststoff Polypropylen hergestellt. Dieser Kunststoff kann nur werkseitig beschichtet werden. Auch Grundierungen mit Zweikomponenten-Haftgründen erzielen auf diesem Untergrund keine ausreichende Haftung.

    2. Können Holzbauteile außen farblos lackiert werden?

    Im Normalfall sollten weder Fenster noch Holzverbretterungen oder andere Holzbauteile im Außenbereich farblos behandelt werden. Farblose Lacke und schwach pigmentierte, in der Regel sehr helle Lasuren, bieten keinen ausreichenden UV- Schutz.

    Ohne einen ausreichenden UV- Schutz wird das "Holzbindemittel" Lignin abgebaut und die Holzoberfläche verliert ihre Tragfähigkeit für Anstriche. Erkennbar wird der Ligninabbau durch eine von braun nach grau gehende Verfärbung des Holzes, in deren Folge der Anstrich rissig wird und sich vom Holz ablöst.

    Das Überstreichen scheinbar intakter, farbloser Anstriche wird auf bereits geschädigtem Holz kurzfristig zu Abplatzungen führen. Deckende, weiße Beschichtungen bieten auf Fenstern die höchste Haltbarkeit.

    Auf Verbretterungen oder Zäunen haben sich ausreichend pigmentierte Lasuren bewährt. Die besten Anstrichmittel sind nicht in der Lage, Holzbauteile mit ungeeigneter Konstruktion, aus ungenügender Holzqualität oder mit fehlendem baulichen Holzschutz aufzuwerten oder gar langanhaltend zu schützen.

    3. Welche Beschichtung ist für Garagenböden geeignet?

    Garagenböden werden auch vom Profi mit einem Zweikomponenten-Epoxidharz beschichtet. Für den Einsatz in einer normal belasteten Einzelgarage bieten sich wasserverdünnbare Systeme an, bei denen die Beschichtung in drei Arbeitsgängen erfolgt. Die zu erwartende Bodenbelastung setzt einen einwandfreien Untergrund ebenso voraus wie ausreichend hohe Temperaturen (mind. 8-10 °C) während der Verarbeitung.

    Einkomponenten-"Zementlacke", "PVC-Lacke" oder Fußbodenfarben auf Dispersions- und Acrylbasis sind nicht geeignet, da sie mit den Weichmachern aus den Fahrzeugreifen reagieren: die Farben verkleben mit dem Reifen. Diese Verklebung kann auch von anderen weichmacherhaltigen Kunststoffen ausgehen, wie beispielsweise Gummifüße von Gartenstühlen.

    4. Kann Gipskarton direkt gestrichen werden?

    Gipskartonplatten sind stark saugende Untergründe. Wenn sie direkt mit einer Innendispersionsfarbe gestrichen werden, wird ein Teil des Bindemittels vom Untergrund aufgesaugt. Die "Festigkeit" der ersten Farbschicht wird hierdurch reduziert, was zur Folge hat, dass dieser Grundanstrich eine Schwachstelle bildet.

    Probleme in Form von Abplatzungen werden bei Überholungsanstrichen auftreten. Ein weiteres Problem kann durch verfärbende Inhaltsstoffe aus dem Gipskarton entstehen. Durch einen hohen Altpapieranteil und durch UV-Belastung der ungestrichenen Platte kann es zu Anstrichverfärbungen kommen.

    Es ist in jedem Fall empfehlenswert, eine geeignete Grundierung mit Tiefgrund auszuführen. Weiterhin sollte während der Anstricharbeiten durch gutes Lüften eine schnelle Trocknung des Anstriches gewährleistet werden um zu verhindern, dass viel Wasser in den Untergrund eindringt und damit die Inhaltsstoffe aktiviert.

    5. Kann ein wasserverdünnbarer Tiefgrund mit Wand- oder Fassadenfarbe gemischt werden?

    Eine grundsätzliche Verträglichkeit dieser Produkte ist, selbst wenn sie vom gleichen Hersteller stammen, nicht immer gegeben. Vor derartigen Versuchen sollte immer der Etikettentext gelesen werden. Falls der Hersteller derartige Mischungen befürwortet, wird sich ein Hinweis im Text finden.

    Die Mischung unterschiedlicher Materialien kann den ursprünglichen Glanz der Farbe und das Trocknungsverhalten verändern. Das Deckvermögen wird in jedem Fall abnehmen und bei zu hoher Bindemittelzugabe kann der getrocknete Farbfilm klebrig werden.

    Im Innenbereich werden Tiefgründe auf stark saugenden Untergründen (Gipskartonplatten, Gipsputze und Kalksandsteinmauerwerk) empfohlen. Der unpigmentierte Tiefgrund dringt tief in den Untergrund ein und reduziert das Saugvermögen.

    Eine Mischung dringt aufgrund der größeren Farbteilchen nicht so tief ein und es ist zu erwarten, dass ein großer Teil des feinen Farbbindemittels vom Untergrund aufgesaugt wird. Im Ergebnis bleibt dann auf der Wandoberfläche eine bindemittelarme Farbschicht zurück die kaum Festigkeit aufweist.

    Diese bindemittelarme Schicht wird im Laufe der Zeit zu Abplatzungen führen, da mit jedem Renovierungsanstrich wieder Trocknungsspannungen erzeugt werden, die dann zu einem Bruch an der schwächsten Stelle führen. Die falsche Grundierung wird also erst einige Jahre später zu Schäden führen, die dann nur mit hohem Aufwand zu beseitigen sind. Die gesamte Farbschicht muss restlos entfernt werden!

    Ein fachlich richtiger Anstrichaufbau, mit qualitativ hochwertigen Produkten ausgeführt, kann ohne weiteres zehn Mal überarbeitet/renoviert werden.

    6. Wie werden alte Nachtspeicherheizungen farbig lackiert?

    Da die Gehäuse von Nachtspeicherheizungen oftmals aus pulverlackierten Blechen bestehen, ist eine sorgfältige Vorbehandlung erforderlich. Die Altlackierung muss matt geschliffen werden und wird dann mit einem 2-K- Epoxi- Haftgrund grundiert.

    Nach Trocknung der Grundierung kann mit aromatenfreien Buntlacken lackiert werden. Tipp: Die in den Farben enthaltenen Lösemittel sind schwerer als Luft und können in die Speichersteine einwandern. Da dann mit einer oft monatelangen Geruchsbelästigung zu rechnen ist, empfiehlt es sich, die Bleche abzubauen und an einem anderen Ort zu lackieren.

    7. Wie kann eine Altlackierung überprüft werden?

    Altanstriche können aus den verschiedensten Materialien bestehen. Nach Möglichkeit sollen die Überholungsanstriche mit der gleichen Lackart erfolgen, um Anstrichschäden zu vermeiden. Fenster und Türen sind in der Regel mit Acryl- oder Alkydharzlacken beschichtet.

    Die Prüfung des vorhandenen Altanstriches kann an einer kleinen, verdeckten Stelle (wie der Fensterfalz) mit Nitro-Verdünnung erfolgen. Bei Kontakt mit der Verdünnung werden Acryllacke weich und klebrig, der Alkydharzlack bleibt fest. Die klebrige Stelle trocknen lassen und anschließend abschleifen.

    Alte Acryllacke sollten wieder mit Acryllacken überarbeitet werden, da sie weicher als die Alkydharze sind und es ansonsten zu einer Rissbildung kommen kann. Alte Alkydharzlacke können nach sorgfältigem Anschleifen auch mit Acryllacken überarbeitet werden. Auf Kellerfußböden findet man Acrylbodenbeschichtungen, Alkydharzlacke, Zementlacke oder Flüssigkunststoffe und Epoxidharzbeschichtungen.

    Bei Versuchen mit Nitroverdünnung werden Acrylate wieder weich und klebrig, Zementlacke und Flüssigkunststoffe verflüssigen sich, werden aber innerhalb kurzer Trockenzeit wieder fest, Alkydharze und Epoxidharze bleiben fest. Alkydharzlacke sind fast immer glänzend, Epoxidharze sind matter.

    Wasserverdünnbare Acryl-Bodenbeschichtungen können auf allen festen Altbeschichtungen eingesetzt werden. Epoxidharz- und Alkyharzbeschichtungen müssen vorher sorgfältig angeschliffen werden.

    Zur Neubeschichtung ist es empfehlenswert mehrere dünne Schichten aufzutragen und ausreichende Trockenzeiten zwischen den Anstrichen einzuhalten. Mehrere dünne Schichten härten schneller durch und sind auch schneller belastbar als dick aufgetragene Schichten.

    8. Welche Anstriche sind für Holzdielenböden geeignet?

    Der Wunsch nach farbigen Anstrichen auf alten, vom Teppichboden befreiten Dielenflächen wird häufig geäußert. Wenn diese Art der Bodenbeschichtung gewünscht wird, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass deckende Beschichtungen, unabhängig von der eingesetzten Bindemittelart, eine hohe Empfindlichkeit aufweisen.

    Altanstriche sollten vor den Anstricharbeiten in jedem Fall restlos entfernt werden. Ein Neuanstrich mit zweikomponenten Polyurethanlacken inklusive farblosem Überzug ist die haltbarste Variante.

    Wasserverdünnbare Acryl- Bodenbeschichtungen und Alkydharzlacke sind deutlich empfindlicher und müssen regelmäßig überarbeitet werden. Beschichtungen mit farblosen Parkettlacken haben eine höhere "Haltbarkeit" da kleine Kratzer und andere Oberflächenstörungen aufgrund der durchscheinenden Holzmaserung nicht so schnell auffallen.

    9. Welche Beschichtungsmöglichkeiten für Balkone gibt es?

    Unbeschichtete Balkone mit Beton oder Zementestrichoberfläche können mit wetterbeständigen Acryl- Bodenbeschichtungen behandelt werden. Voraussetzung ist eine ausreichende Wasserablaufneigung, die verhindert, dass sich Wasserpfützen bilden. Sehr glatter Beton muss vor dem Anstrich angeraut werden. Zur Haarrissüberbrückung kann ein Gewebe in die Beschichtung eingebettet werden.

    Achtung: Weichmacherhaltige Kunststoffteile können mit der Beschichtung verkleben. Keine Probleme in Verbindung mit weichmacherhaltigen Kunststoffen sind bei Polyurethanbeschichtungen zu erwarten. Diese Systeme sollten allerdings vom Fachmann verarbeitet werden.

    Von Beschichtungen auf nicht intakten Fliesenböden raten wir ab. Auf gerissenen, nicht fest verklebten Fliesen mit defekten Fugenbereichen ist keine lange Haltbarkeit der Beschichtung zu erwarten.

    10. Welche Beschichtung kann auf Zink-Dachrinnen eingesetzt werden?

    Häufig platzen Anstriche von Dachrinnen und Fallrohren ab. Dieses kann vermieden werden, wenn wenige grundsätzliche Hinweise beachtet werden.

    Es ist nicht erforderlich, die Zinkflächen vor der Lackierung erst einige Zeit dem Wetter auszusetzen. Zwingend erforderlich ist hingegen die richtige Untergrundvorbehandlung; Zink muss entfettet und angeschliffen werden. Nach der Untergrundvorbehandlung ist darauf zu achten, dass die Zinkflächen nicht direkt mit "normalen" Alkydharzgrundierungen oder Alkydharzlacken beschichtet werden.

    Zum Entfetten werden 10 Liter Wasser mit 1/2 Liter Ammoniak und 1 Kronenkorken Spülmittel gemischt. Mit dieser Mischung und einem Schleifvlies wird die Fläche sorgfältig geschliffen und anschließend mit klarem Wasser nachgewaschen. Diese Arbeiten mit Gummihandschuhen ausführen und vermeiden, dass Spritzer auf Augen und Haut gelangen.

    Der Anstrich kann auf wasserverdünnbarer Basis erfolgen. Es wird ein Mal mit einem Acryl- Haftgrund vorlackiert und anschließend zwei Mal mit Acryl- Decklack in ausreichender Schichtdicke lackiert.

    Weiterführende Informationen

    Weiter zum nächsten Thema: Türen lackieren

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    7. „Acryllacke“ (Paints) von John Morgan (John-Morgan), Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten

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    Источники: http://www.t-online.de/heim-garten/bauen/id_66375526/dunkle-waende-streichen-so-wird-die-wand-wieder-weiss.html, http://wohnidee.wunderweib.de/farben-fuer-die-wand-expertentipps-zur-gestaltung-253.html, http://www.heimwerker.de/haus/wandgestaltung/streichen.html

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