Estrichstärke fußbodenheizung

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    Estrichstärke fußbodenheizung

    Die Fußbodenheizung besteht aus einem Rohrleitungssystem, das auf der Bodenplatte oder im Estrich verlegt wird und von Warmwasser durchströmt wird. Um die Wärmeabgabe nach unten zu minimieren, wird entweder eine Dämmstoffschicht unter dem Rohrsystem verlegt oder das Rohrsystem direkt in einer speziellen Dämmstoffschicht montiert. In Sonderfällen wird im Einfamilienhausbereich bei Geschoßdecken eine nach unten gerichtete Wärmeabgabe angestrebt und auf die Wärmedämmung verzichtet. In diesen Fällen wirkt die Fußbodenheizung auch als „Deckenheizung“ für die darunterliegenden Räume und erzeugt indirekt ein gleichmäßigeres Temperaturprofil in diesen Räumen.

    Nachteile der Fußbodenheizung treten bei sehr kleinen Räumen auf (wie z.B. Bäder). Der geringste Achsabstand der Rohrschlangen wird durch den Biegerollenradius bestimmt, mit dem das Rohr am Raumende um 180° gebogen wird. Wird er unterschritten, reißt das Material auf der Außenseite. Der kleinste Achsabstand bewegt sich derzeit bei etwa 8 cm. Um die von der DIN 4703 – Teil 3 vorgegebene Heizmenge einzubringen, muss aber eine bestimmte Zahl von Rohrmetern im Raum vorhanden sein. Begrenzt durch den kleinen Achsabstand und die Raumgröße kann diese Zahl von Rohrmetern bei kleinen Räumen evtl. nicht erreicht werden.

    Fußbodenheizung Schematischer Aufbau

    Man unterscheidet bei der Montage von Fußbodenheizungen zwischen der Trocken- und der Nassverlegung.

    • Bei der Nassverlegung werden die Rohrschlangen auf Trägermatten etc. direkt in den Estrich verlegt und mit Rohrschellen oder ähnlichen Befestigungsmaterialien gesichert. Dadurch ergibt sich eine gute Wärmeübertragung zwischen Rohr und Estrich, der das Rohrsystem vollständig überdecken muss. Die Estrichstärke zur Überdeckung von Fußbodenheizungsrohren beträgt im Allgemeinen 45 bis 70 mm. Um die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten von Beton und Rohren zu berücksichtigen, werden die Rohrbögen mit einem elastischen Material gepolstert und dem Estrich besondere Zusätze beigegeben. Metallische Platten unterhalb der Rohrleitungen erhöhen die Wärmeabgabe.

    Für die Rohrführung gibt es grundsätzlich zwei Verfahren. Bei der schlangenförmigen Verlegung (mäanderförmige Verlegung) sind teilweise Temperaturunterschiede an der Fußbodenoberfläche unvermeidbar. Bei einer gegenläufigen Anordnung von Vor- und Rücklauf kann die Temperaturverteilung bei diesem Verfahren verbessert werden. Gleichzeitig ist es möglich, in ausgewählten Bereichen durch einen engeren Rohrabstand die Wärmeabgabe zu erhöhen. Bei der spiralförmigen Verlegung können Vor- und Rücklauf entweder parallel oder als Doppelrohr verlegt werden. In beiden Fällen ergibt sich eine gleichmäßigere Verteilung der Fußbodenoberflächentemperatur.

    Mindestdicke für den Estrich

    In welcher Dicke eine Estrichschicht ausgeführt werden sollte, hängt sowohl von der verwendeten Konstruktionsweise als auch von der benötigten Tragfähigkeit ab, daneben spielen auch noch die baulichen Gegebenheiten in manchen Fällen eine Rolle. Auch die Korngrößen des Zuschlags spielen bei manchen Konstruktionsarten ebenfalls eine Rolle. Vieles davon ist hier auch Erfahrungssache.

    Unabhängig davon gibt die DIN 18560 aber auch sogenannte Mindestnenndicken für die einzelnen Konstruktionsarten vor. Diese Mindestdicke ist normiert und darf bei der jeweiligen Konstruktionsweise nicht unterschritten werden, bei höheren Flächenbelastungen als üblich verlangt auch die DIN eine entsprechende Erhöhung der Estrichdicke.

    Druckfestigkeit und Biegezugsfestigkeit

    Die DIN regelt die Einbaudicken des Estrichs hier grundlegend nach Druckfestigkeit und Biegezugsfestigkeit, normativ werden hier aber die in der DIN 13813 festgelegten Härteklassen verwendet. Sie gelten für lotrecht auftretende Belastungen, die kleiner als 2 kN pro Quadratmeter sind.

    Die Mindestnenndicken für schwimmende Estriche und Heizestriche

    Schwimmend verlegte Estriche und Heizestriche, wie sie im Wohnbereich üblich sind, müssen nach der DIN 18560 folgende Mindestnenndicken aufweisen:

    Calciumsulfatfließestrich muss in der Härteklasse F4 mindestens 35 mm stark sein, in den Härteklassen ab F5 genügt eine Estrich Mindestdicke von 30 mm. Calciumsulfatestrich hingegen muss in der Härteklasse F4 mindestens 45 mm dick sein, in der Klasse F5 40 mm und in der Klasse F7 35 mm. Gussasphalestrich in der Härteklasse IC10 muss mindestens 25 mm stark sein. Beim Zementestrich gelten in der Härteklasse F4 45 mm Dicke als Mindestnenndicke, in der Klasse F5 müssen es mindestens 40 mm sein.

    Zu beachten ist aber auch die geforderte Überdeckungshöhe der Heizungsrohre bei Fußbodenheizungen, bei denen die Rohre im Estrich liegen. Hier wird die Mindestnenndicke damit überschritten. Für Calciumsulfat- und Zementestriche gilt eine Mindestüberdeckung der Rohre von 45 mm in Härteklasse F4, in höheren Härteklassen sind auch 30 mm zulässig. Bei Gussasphaltestrichen beträgt die Mindestrohrüberdeckungshöhe 25 mm, zugelassen ist hier aber nur Festigkeitsklasse IC10.

    Nenndicken bei Verbund- und Gleitestrichen

    Beim Verbundestrich gibt es keine Mindest- sondern eine Höchstnenndicke in der DIN, nämlich 50 mm, Gussasphaltestriche dürfen höchstens 40 mm dick sein. Bei Estrichen auf Trennschicht gibt es dagegen eine Mindesthöhe, nämlich von 30 mm für Calciumsulfatestriche, 45 mm für Zementestriche und 25 mm für Gussasphaltestriche.

    Estrichstärke fußbodenheizung

    Minimale Aufbauhöhen bei der Fußbodenheizung realisieren

    Minimale Aufbauhöhen mit dem Dünnschichtsystem

    Gerade bei der Sanierung und Renovierung von Altbauten mit niedrigen Decken, aber auch bei vielen anderen Bauprojekten muss auf eine besonders niedrige Aufbauhöhe geachtet werden. Deswegen soll gerade bei der Verlegung einer Fußbodenheizung Platz gespart werden.

    Das Team von Fördetherm hat sich deshalb Gedanken gemacht, mit welchen Mitteln du eine möglichst geringe Aufbauhöhe bei der Installation einer Fußbodenheizung realisieren kannst. Deshalb findest du in der folgenden Übersichtstabelle unsere verschiedenen Fußbodenheizungssysteme inklusive minimaler Aufbauhöhe und passender Estrichüberdeckung.

    Alle Angaben mit Heizrohr 16 x 2,00 mm, beim Dünnschichtsystem DS FN 10 mit Heizrohr 10 x 1,25mm.

    Welche Estrichart passt zum Bauprojekt?

    Vergussmasse für das Dünnschichtsystem

    Generell wird bei unseren Fußbodenheizungen Estrich als Lastverteilschicht eingebracht. In der Tabelle findest du viele verschiedene Estricharten, doch nicht alle Estricharten sind für jedes Bauprojekt und für jede Fußbodenheizung geeignet:

    • Bei dem Calciumsulfat-Fließestrich handelt es sich um einen Nassestrich, der einen sehr hohen Wasseranteil besitzt und deshalb extrem fließfähig (aber nicht selbstnivellierend!) ist. Dieser Estrich eignet sich gut für das Noppenplatten– oder Tackersystem.
    • Zementestrich ist ein weichplastischer Estrichmörtel, der die Heizungsrohre formschlüssig umgibt. Er überzeugt durch seine gute Temperatur- und Feuchtigkeitsbeständigkeit. Der Zementestrich lässt sich auch mit Estrichzusatzmitteln (z.B. zur schnelleren Aushärtung) kombinieren. Auch der Zementestrich wird vor allem beim Noppensystem oder Tackersystem eingesetzt.
    • Die Vergussmasse für das Dünnschichtsystem ist ein Fließspachtel, welcher zementär ist und sich selbst nivelliert sowie schnell erhärtet. So können glatte und ansatzfreie Flächen hergestellt werden. Leider ist die Vergussmasse meist relativ teuer.
    • Trockenestrichelemente bestehen aus Gipskarton- oder Gipsfaserplatten, welche auf eine Trenn- bzw. Dämmschicht oder auf die Fußbodenheizung gelegt werden. Trockenestrichplatten reduzieren die Feuchtigkeitsbelastung in Gebäuden, sind aber selbst feuchteempfindlich. Die Belastbarkeit ist eingeschränkt und auch der Schallschutz gering. Dafür entfallen die Trocknungszeiten, was eine schnelle Nutzung des Bodens erlaubt. Die Trockenestrichplatten werden bei der Fußbodenheizung im Trockenbausystem und im Bio-Holzfasersystem verwendet.
    • Mit dem Trockenbau-Unterboden sowie der Entkopplungsmatte lassen sich (vor allem in Verbindung mit dem Trockenbausystem TBS Neopor) besonders niedrige Aufbauhöhen realisieren. Auf die dünnen Lastverteilschichten wird direkt der Oberbodenbelag verlegt. Leider sind auch diese beiden Lösungen sehr preisintensiv.

    Habt ihr noch Fragen zu unseren Fußbodenheizungssystemen und den jeweiligen Aufbauhöhen? Dann ruf uns einfach an, schreib uns eine E-Mail und löchere uns mit Fragen – wir helfen dir gerne weiter.

    Источники: http://www.schulungsstelle-traunstein.de/Energieberatung/background/53040296650896a21/53040296690e161ad/index.html, http://www.hausjournal.net/estrich-mindestdicke, http://www.fussbodenheizung-foerdetherm.de/minimale-aufbauhoehen-fussbodenheizung/

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