Estrich richtig verlegen

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    Unterm Estrichbelag Wie man Leitungen unter schwimmendem Estrich richtig verlegen kann

    Im Wohnungsbau wird zur Gewährleistung des Trittschallschutzes meist ein schwimmender Estrich gewählt. Aus optischen Gründen werden die Heizrohre für die Heizkörper nicht mehr über der Scheuerleiste, sondern unterhalb des Estrichbelags „versteckt“.

    Neben den Heizrohren werden auch die Elektroleitungen, die heutzutage immer zahlreicher werden, unter dem Estrichbelag verlegt. Eine abgestimmte beziehungsweise koordinierte Planung zwischen den Gewerken (Heizung, Elektro) erfolgt in der Regel nicht. Das Ergebnis ist der obigen Abbildungen zu entnehmen. Wie soll der Estrich als lastverteilende Platte aber die Belastung schadensfrei „überbrücken“? In der Skizze 1 sind das tragende System beziehungsweise die verschiedenen Belastungsfälle im Fußbodenaufbau dargestellt.

    Gutachterliche Stellungnahme

    Durch die nicht ausreichend geplante Leitungsführung in der Dämmschicht eines schwimmenden Estrichs treten prinzipiell sowohl statische als auch bauakustische Probleme auf.

    Statisches Problem

    Der Estrich (lastverteilende Platte) kann unterschiedlich hohe Belastungen aufnehmen. Dies ist unter anderem abhängig von:

    Aus der Statik ist bekannt, dass eine gleichmäßig verteilte Last besser vom Tragsystem (hier: Estrichplatte) aufgenommen werden kann, als Punkt- beziehungsweise Einzellasten. Somit stellen Punktlasten die kritischsten Belastungen für die Estrichfläche dar, insbesondere wenn sie über Kabeltrassen (= Unterbrechung der tragenden Dämmschicht) auftreten. Jedoch findet man in der Fachliteratur keine oder nur wenig eindeutige Aussagen über zulässige Spannweiten der Estrichplatte über Leitungsunterbrechungen.

    Im ZDB Merkblatt „Rohre, Kabel und Kabelkanäle auf Rohdecken“ (Ausgabe 08.2003) wird darauf hingewiesen, dass Rohrleitungen im Fußbodenaufbau „kreuzungsfrei, möglichst geradlinig, sowie wandparallel zu planen“ sind. Dabei wird eine maximale Trassenbreite von 30 cm definiert. Dieser Wert ist jedoch kritisch zu betrachten, da hierbei keine Randbedingungen beziehungsweise Abhängigkeiten von Estrichdicke und Materialien definiert worden sind. Darüber hinaus werden Trassenabstände untereinander und zu den Wänden von mindestens 20 cm empfohlen.

    Das oft zitierte Maß von 120 mm hat sich als baupraktisch erwiesen für die übliche Estrichdicke von 4 cm. Diese empfohlene maximale Spannweite basiert ursprünglich auf der Aussage eines Herstellers von kompakten Dämmhülsen für Rohrleitungen und stellt einen groben Richtwert dar, der auf eine überschlägige Berechnung in Anlehnung an die „Estrich-DIN“ (DIN 18 560-2) Bezug nimmt.

    Nachfolgend wird ein Diagramm aufgezeigt, das die maximale Spannweite einer Estrichplatte in Abhängigkeit von der Estrichdicke darstellt. Hierfür wurden folgende Annahmen getroffen:

    Die Werte aus dem Diagramm stellen Maximalwerte dar, die vom ungünstigsten Fall einer auflagerfreien Überbrückung einer Leitungstrasse ausgehen. In der Praxis könnten die ermittelten Spannweiten höher angenommen werden, da oft durch die Leitungstrassen ein dürftiges Auflager besteht.

    An dieser Stelle ist ergänzend anzumerken, dass es weitere kritische Belastungspunkte der Estrichfläche gibt. Diese sind in der Skizze 1 dargestellt. Dabei stellt die Belastung in der Plattenecke die ungünstigste Belastung dar.

    Bauakustisches Problem

    Die Hauptfunktion – neben der Wärmedämmwirkung zu unbeheizten Räumen – eines schwimmenden Estrichs besteht im Trittschallschutz. Durch das ungeplante und unbedachte Einbauen von Rohleitungen in die Dämmschicht kommt es zu schweren Mängeln in der Trittschalldämmung. Es können linienförmige Schallbrücken entstehen, die den Mindestschallschutz (Trittschallschutzmaß) nach DIN 4109 nicht mehr gewährleisten können.

    Vorbeugung

    Entstandene Mängel, ob statisch oder bauakustisch, führen zu einer erheblichen Einschränkung der Nutzungsqualität des Raumes. Die nachträgliche Mängelbeseitigung ist mit hohen Kosten verbunden, da die gesamte Estrichfläche entfernt und neu hergestellt werden muss, damit die Rohrtrassen fachgerecht verlegt werden können. Werden die Probleme erst nach dem vollständigen Innenausbau erkannt, erhöhen sich die Beseitigungskosten zunehmend, da neben dem Estrich auch das Mobiliar und der Fußbodenbelag entfernt werden müssen.

    Nur durch eine detaillierte Planung und eine ausreichende Bauüberwachung können solche Probleme vermieden werden. Es gilt der Grundsatz: VORdenken, statt NACHdenken.

    Grundsätzlich sollten Rohrleitungen in der Trittschallebene, auch aus Revisionsgründen, vermieden werden (siehe Skizze 2, S. 12). Nicht sichtbare Alternativen der Leitungsführung bieten beispielsweise unter der Decke verlegte Leitungen oder auch Vorwandinstallationen aus Gipskarton-Ständerbauweise. Diese beiden Varianten bieten darüber hinaus den Vorteil einer höheren Flexibilität der Raumnutzung, da Leitungen einfach, ohne Abriss des Estrichs, nachträglich umgelegt werden können.

    Lassen sich Leitungen im schwimmenden Estrich nicht vermeiden, gilt es in der Ausführungsplanung die Trassenbreiten auf ein Minimum zu reduzieren und Überkreuzungen zu vermeiden. Dabei stellt beispielsweise das Maß von 120 mm einen guten Richtwert für die Trassenbreite unter einem 4 cm dicken Zementestrich dar. Es lassen sich auch die Werte aus dem Diagramm von Seite 11 unter den getroffenen Annahmen nutzen. Unabhängig von der Trassenbreite muss man zwingend darauf achten, dass Schallbrücken vermieden werden. Dies ist möglich, wenn die Rohrleitungen in einer Ausgleichsschicht verlegt werden, auf welcher die Trittschalldämmung verlegt wird. Diese aufwendige Art der Verlegung hat den Nachteil, dass sich der Fußbodenaufbau erhöht und die Rohrleitungen im Schadensfall nur sehr aufwendig und damit kostspielig zu erreichen sind. Meist wird erst während der Bauarbeiten festgestellt, dass der Fußbodenaufbau aufgrund mangelnder Vorplanung erhöht werden muss und dadurch die geplante Raumhöhe nicht eingehalten werden kann. Eine Alternative zu der notwendigen Ausgleichsschicht stellen sogenannte kompakte Dämmhülsen dar. Hiermit lässt sich die Fußbodenaufbauhöhe auf ein Minimum reduzieren, da diese eine integrierte Schallentkopplung bieten, jedoch besteht weiterhin das Problem der Revisionsmöglichkeit der Leitungsstränge.

    Der hier abgedruckte Beitrag erschien erstmalig in der Zeitschrift Der Bausachverständige 6/12.

    Dipl.-Ing. Joachim Schulz ist geschäftsführender Gesellschafter der IGS Ingenieur-Gesellschaft Schulz und als Architekt, beratender Ingenieur und öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der IHK. Als Lehrbeauftragter unterrichtete er an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin in den Bereichen Baustoffe/Bauchemie und Sichtbeton. Er ist europaweit als Bausachverständiger tätig.

    Literaturhinweis von Joachim Schulz: Architektur der Bauschäden, Vieweg + Teubner Verlag, 2. Auflage.

    Von Joachim Schulz

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    Zementestrich richtig verlegen

    Zementestrich gehört zu den bekanntesten und am häufigsten verlegten Estricharten. Zementestrich setzt sich aus Zement, Sand oder Kies und Wasser zusammen, teilweise wird er zudem mit unterschiedlichen Zusatzstoffen angereichert. Die großen Vorteile von Zementestrich liegen in seinen sehr guten Festigkeitswerten, seinem hohen Widerstand gegenüber Verschleiß und seiner Unempfindlichkeit gegenüber Hitze, Kälte, Feuchtigkeit und Nässe. Dadurch ist Zementestrich universell einsetzbar, kann also sowohl im Innen- und Außenbereich als auch als Heizestrich verlegt werden. Allerdings hat Zementestrich auch zwei kleinere Minuspunkte.

    Zum einen ist die Aushärtungsphase bei Zementestrich recht lang, so dass erst nach etwa 20 bis 30 Tagen ein Bodenbelag auf dem Estrich verlegt werden kann. Zum anderen neigt Zementestrich zu Rissen, weil er während des Trocknens Feuchtigkeit verliert und sich dadurch zusammenzieht. Nun wird sich so mancher Heimwerker vielleicht fragen, ob er selbst und in Eigenregie Zementestrich verlegen kann. Grundsätzlich ist es natürlich möglich, Zementestrich selbst zu verlegen, allerdings ist es oft nicht unbedingt empfehlenswert. Worauf es beim Verlegen von Zementestrich ankommt und weshalb es mitunter besser ist, auf professionelle Hilfe zurückzugreifen, wird im Folgenden erklärt.

    Zementestrich verlegen – die verschiedenen Ausführungen

    Zementestrich kann grundsätzlich in vier verschiedenen Varianten verlegt werden, die sich in erster Linie durch die Verbindung zum Untergrund voneinander unterscheiden:

    • Wird der Zementestrich als Verbundestrich verlegt, liegt der Estrich unmittelbar auf dem tragenden Untergrund auf. Eine Trennschicht oder eine Dämmschicht gibt es nicht. Häufig wird diese Variante in Kellerräumen oder Garagen angewandt und der Zementestrich wird unmittelbar auf Rohbeton verlegt. Die Estrichschicht ist dabei zwischen 20 und 70mm dick. Wird der Zementestrich als Verbundestrich verlegt, muss der Untergrund allerdings gründlich vorbereitet und nahezu eben sein, denn ansonsten entstehen Hohlräume zwischen dem Untergrund und dem Estrich.
    • Wird der Zementestrich auf einer Schicht verlegt, die den Estrich von dem Untergrund trennt, wird vom Estrich auf Trennschicht gesprochen. Hierbei wird Folie, Bitumenpapier oder Rohglasvlies in zwei Lagen auf dem Untergrund ausgelegt und darauf wird eine rund 35mm starke Estrichschicht verlegt. Durch die Trennschicht ist der Estrich vom Untergrund entkoppelt und kann sich frei bewegen, was das Risiko von Rissen ein wenig senkt. Diese Variante wird meist in Heiz-, Trocken-, Wasch- und Lagerräumen angewandt.
    • Von schwimmendem Estrich wird gesprochen, wenn der Estrich in drei Lagen aufgebaut ist. Dabei wird auf dem Untergrund zuerst eine Dämmschicht verlegt, die zweite Schicht deckt den Dämmstoff ab und als dritte Schicht folgt schließlich der Estrich. Der Estrich hat somit keinen direkten Kontakt mehr zum Untergrund, sondern schwimmt lediglich auf der Schicht, die den Dämmstoff abdeckt. Die schwimmende Verlegung verbessert die Trittschalldämmung und wirkt sich positiv auf den Schall- und Wärmeschutz aus. Die Dicke des Estrichs beträgt durchschnittlich 35mm.
    • Eine Sonderform des schwimmenden Estrichs ist das Verlegen als Heizestrich. Auch hier wird der Estrich über eine Dämmschicht und eine Schicht, die die Dämmschicht abdeckt, verlegt. Gleichzeitig nimmt der Estrich aber auch die Heizelemente der Fußbodenheizung auf und ist für die Wärmespeicherung zuständig.

      Zementestrich verlegen – so geht’s richtig

      1.) Grundsätzlich klingt die Grundanleitung für das Verlegen von Zementestrich recht einfach. So wird zunächst eine Estrichfolie auf der gesamten Fläche ausgelegt und an den Wänden wird zusätzlich ein etwa 10cm hoher Schutzstreifen verlegt. Als nächstes werden, je nach Raumgröße, zwei oder mehr Holzlatten ausgelegt und exakt im Wasser ausgerichtet. Am besten ist dabei, wenn die Holzlatten der Höhe des Estrichs entsprechen, denn so kann der Estrich später mithilfe einer Richtlatte recht einfach abgezogen werden. Nun wird der Zementestrich erdfeucht angerührt und gleichmäßig auf der Fläche verteilt. Dabei kommt die Richtlatte zum Einsatz, die über die beiden Holzlatten gezogen wird. Ist die gesamte Fläche sauber abgezogen, werden die Hilfslatten entfernt, die entstandenen Leerräume mit weiterem Estrich aufgefüllt und noch einmal glatt abzogen. Im letzten Arbeitsschritt wird die Fläche mit einer Glättmaschine bearbeitet, die rotierend über den Estrich gleitet und so den Estrich glättet und gleichzeitig verdichtet. Mögliche Unebenheiten werden abschließend mit Reibebrett und Glättschwert geebnet. Das Verlegen von Zementestrich sieht übrigens so aus:

      2.) Nun klingt die Anleitung in der Theorie recht einfach und es gibt auch einige Tipps für das Verlegen von Zementestrich. So darf die Raumtemperatur nicht unter 5 Grad liegen und Zementestrich sollte nur auf Flächen verlegt werden, die maximal 35 bis 40 Quadratmeter groß sind. Sind die Flächen größer, müssen unbedingt Dehnungsfugen eingebaut werden. Während der Trocknungsphase sollte der Estrich leicht feucht gehalten werden. Trocknet der Estrich nämlich zu schnell, zieht er sich zu schnell zusammen und Risse entstehen. Trocknet der Estrich hingegen ungleichmäßig, kann es passieren, dass er sich wölbt. Ein Bodenbelag darf erst dann verlegt werden, wenn der Estrich trocken ist und sein Wassergehalt unter zwei Prozent liegt. Generell ist es aber nicht leicht, Zementestrich sauber und glatt zu verlegen und einem Heimwerker wird dies oft nicht gelingen, selbst wenn er handwerklich geschickt und geübt ist. Wenn es um das Verlegen von Zementestrich geht, ist es tatsächlich oft besser, auf einen Profi zurückzugreifen. Eine Alternative kann allerdings Trockenestrich sein. Diesen kann der Heimwerker nämlich problemlos selbst verlegen und da Trockenestrich keine Aushärtungsphase hat, spart der Heimwerker nebenbei auch noch Bauzeit ein.

      Estrich verlegen – worauf achten?

      Betonböden, Massivdecken oder Untergründe, auf denen eine Fußbodenheizung verlegt ist, sind in den meisten Fällen nicht geeignet, um direkt darauf einen Fußbodenbelag zu verlegen. Um den Untergrund für den Fußbodenbelag vorzubereiten und gleichzeitig Unebenheiten auszugleichen, wird eine mehrere Zentimeter starke Ausgleichsschicht aufgebracht und diese Ausgleichsschicht wird als Estrich bezeichnet. Nun ist Estrich aber nicht gleich Estrich, denn es gibt verschiedene Estricharten und auch im Hinblick auf das Verlegen und die Ausführung gibt es Unterschiede. Auf welche Punkte es beim Estrich verlegen ankommt, wird im Folgenden erklärt.

      Estrich verlegen – diese Arten gibt es

      Im Zusammenhang mit Estrich wird zwischen mehreren Arten unterschieden:

      • Der Zementestrich, kurz ZE, ist die Estrichart, die am häufigsten verlegt wird. Dies begründet sich damit, dass Zementestrich einerseits universell einsetzbar ist und sich andererseits durch sehr gute Eigenschaften auszeichnet. So ist Zementestrich unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und daher sowohl für den Innen- als auch den Außenbereich geeignet. Außerdem weist Zementestrich sehr gute Festigkeitswerte auf und kann auch als Heizestrich verlegt werden. Nachteilig ist jedoch, dass es rund 20 bis 30 Tage dauert, bis ein Bodenbelag auf Zementestrich verlegt werden kann. Zementestrich setzt sich aus Normzement, Sand und Wasser sowie eventuell einem Hartstoffzuschlag zusammen. Dabei wird Zementestrich in acht Festigkeitsklassen zwischen ZE 12 und ZE 65 eingeteilt. Die Ziffern geben die Druckfestigkeit in Newton pro Quadratmillimeter an.
      • Der Anhydritestrich, kurz AE, hat vor allem in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Gründe hierfür sind, dass diese Estrichart schon nach recht kurzer Zeit begeh- und belastbar ist, sauber und unkompliziert verlegt werden kann und auch im Hinblick auf Ökologie und Umwelt unbedenklich ist. Durch seine hervorragenden Wärmeleit- und Wärmespeichereigenschaften ist der nicht brennbare und spannungsarme Anhydritfließestrich zudem ideal als Heizestrich geeignet. Mit der Aufheizung kann dabei schon nach gut einer Woche begonnen werden. Allerdings reagiert Anhydritestrich empfindlich auf Feuchtigkeit, weshalb er im Außenbereich, in Nassräumen oder als Nutzestrich ohne weiteren Bodenbelag nicht verwendet werden kann. Anhydritestrich setzt sich aus Sandkies, Anhydrit-Binder und Wasser zusammen und ist in vier Festigkeitsstufen zwischen AE 12 und AE 40 erhältlich. Und so sieht es aus, wenn Anhydritestrich verlegt wird:

      • Magnesiaestrich, kurz ME, wird eher selten verlegt, bringt allerdings einige sehr gute Eigenschaften mit, durch denen er besonderen Anforderungen gerecht werden kann. So eignet er sich beispielsweise hervorragend für Antistatikböden, weil Magnesiaestrich elektrisch leitfähig und fast staubfrei ist. Hinzu kommen die hervorragende Schall- und Wärmedämmfähigkeit, die hohe Stoß- und Schlagfestigkeit sowie die Widerstandsfähigkeit gegenüber Mineralölen, Treibstoffen und Lösemitteln. Der Schwachpunkt liegt jedoch in der Feuchtigkeitsempfindlichkeit, weshalb Magnesiaestrich für Nassräume und den Außenbereich ungeeignet ist. Magnesiaestrich besteht aus Magnesia, Magnesiumchlorid in wässriger Lösung und einem Zuschlagstoff, der auf die jeweilige Beanspruchung abgestimmt wird. Angeboten wird Magnesiaestrich in sieben Festigkeitsstufen zwischen ME 5 und ME 50.
      • Ebenfalls eher selten verlegt wird Gussasphaltestrich, kurz GE, obwohl er einige Pluspunkte bietet. So kann dieser Estrich ungeachtet der Temperatur und Witterung verlegt werden und bereits nach einem Tag, wenn der Estrich abgekühlt ist, ist das Verlegen von einem Bodenbelag möglich. Weitere Pluspunkte sind die sehr guten Wärme- und Schallschutzeigenschaften, außerdem ist Gussasphaltestrich geruchlos, staubfrei, nahezu dampfdicht und enthält kein Wasser. Er kann in Nassräumen verwendet werden und eignet sich auch als Heizestrich. Gussasphaltestrich besteht aus Bitumen oder aus Bitumen kombiniert mit Naturasphalt, Sand, Splitt und Gesteinsmehl. Anders als die übrigen Estricharten wird Gussasphaltestrich nicht nach seiner Druckfestigkeit, sondern nach seiner Härte eingeteilt. Dabei wird zwischen vier Klassen von GE 10 bis GE 100 unterschieden.

        Estrich verlegen – als Fließ- oder Trockenestrich

        Im Hinblick auf das Verlegen von Estrich wird im Wesentlichen zwischen zwei Einbautechniken unterschieden. Fließestrich wird üblicherweise als Trockengemisch auf die Baustelle geliefert, vor Ort mit Wasser angerührt und anschließend über Mischpumpen an die Stelle gefördert, an der er verlegt werden soll. Der Einbau ist recht einfach, denn Fließestrich verteilt und nivelliert sich von selbst und auch ein Verdichten oder Abziehen der Oberfläche ist nicht notwendig. Kleiner Nachteil ist aber, dass ein Fließestrich erst nach einigen Tagen begeh- und belastbar ist und ein Bodenbelag erst dann verlegt werden kann, wenn der Fließestrich komplett trocken ist. Trockenestrich hingegen besteht aus vorgefertigten Platten, beispielsweise in Form von Gipskartonplatten, Gipsfaserplatten oder Holzspanplatten. Teilweise sind die Platten bereits mit einer Dämmstoffschicht auf der Unterseite ausgestattet. Die großen Vorteile von Trockenestrich liegen darin, dass er schnell und einfach verlegt werden kann, keine Feuchtigkeit in das Gebäude bringt und direkt nach dem Verlegen begeh- und belastbar ist.

        Estrich verlegen – die verschiedenen Ausführungen

        Bim Verlegen von Estrich kommen mehrere Ausführungen in Frage:

        Источники: http://www.bauhandwerk.de/artikel/bhw_Leitungen_unter_schwimmendem_Estrich_1959369.html, http://www.selber-bauen.de/verlegen/zementestrich-verlegen/, http://www.selber-bauen.de/verlegen/estrich-verlegen/

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