Estrich für fußbodenheizung

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    Estrich für die Fußbodenheizung

    Fußbodenheizungen müssen in den Estrich unter ganz bestimmten Vorgaben eingebettet werden, daneben ist auch wichtig, dass der richtige Estrich in der richtigen Bauweise zum Einsatz kommt. Dafür gibt es auch eine DIN Norm – nämlich die DIN 18560. Geeignet für Fußbodenheizungen sind in der Regel sowohl Anhydrit als auch Zementestriche – Trockenestrich eignet sich nur für bestimmte Fußbodenheizungen. Hier ist in jedem Fall mit dem Heizungshersteller zuvor abzuklären, ob die Fußbodenheizung auch tatsächlich trockenestrichgeeignet ist. Bei sehr vielen Fußbodenheizungen ist das nämlich nicht der Fall.

    Ausführung als Fließestrich

    Im Allgemeinen sollte der Estrich bei einer Fußbodenheizung immer als Fließestrich ausgeführt sein – vor allem deshalb, weil dadurch die Heizungsrohre wegen des fließenden Materials besser ummantelt werden und bei einem konventionellen Estrich keine so hohe Verdichtung des Materials erreicht wird. Als typischer Heizestrich sind heute meist Calciumsulfatestriche als Fließestrich in Verwendung – Zementfließestrich ist zwar möglich, aber ungünstig, weil der Aufheizzeitpunkt wesentlich später liegt als bei Anhydrit-Estrichen wie dem Calciumsulfatestrich. Auch im professionellen Bereich wird hauptsächlich Calciumsulfatestrich als Heizestrich verwendet. Bestimmte Zuschläge sorgen dabei für eine besonders gute Heizwärmeübertragung der Rohre an den Boden, der Fließestrich wird damit zum Heiz-Estrich. Beim Aufbau der Konstruktion ist zu beachten, dass die freiliegenden Rohrbögen mit Polsterungen versehen sein müssen, bevor die Rohrkonstruktion mit Fließestrich übergossen wird – ansonsten können nach einiger Zeit Rohrbrüche drohen.

    Lazemoflex System

    Eine Alternative, die vor allem Zeitersparnis bringt, ist ein System, das unter dem Namen Lazemoflex auf dem Markt ist und speziell für Fußbodenheizungen entwickelt wurde. Der Aufbau wird je nach Typ des Heizungssystems entsprechend abgewandelt. Zwischen die Heizungsrohre, wenn sie auf der Dämmung liegen, kommt eine Stabilisierungskonstruktion, darüber eine Trennschicht und darauf in 8 mm Stärke ein besonderer Verlegemörtel von Lazemoflex. Nach rund 24 Stunden Trocknungszeit können auf dem Untergrund sogar bereits Fliesen verlegt werden – gegenüber klassischen Fließestrichen bedeutet das also eine Zeitersparnis von mehreren Wochen, dieses System ist von der Einfachheit der Konstruktion und der Schnelligkeit fast mit Trockenestrich zu vergleichen.

    Estrich für eine Fußbodenheizung – darauf kommt’s an

    Estrich wird gerade wegen seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten verwandt, auch und gerade als sogenannter Heizestrich. Bei der Neuanlage einer Fußbodenheizung stellt sich oftmals die Frage, ob hierfür separat Estrich abgetragen werden muss. Tatsache ist, dass nur in den wenigsten Fällen ein Austausch notwendig ist. Aufwendige Arbeitsschritte, die für das Aufreißen und die tagelange Neuanlage des Trockenestrichs notwendig sind, entfallen. Allerdings lassen sich hierzu keine allgemeingültigen Aussagen treffen, es kommt nicht zuletzt auf die Art der Bodenbeschichtung der Heizsysteme an.

    In den folgenden Absätzen erhalten Sie wertvolle Informationen für die Praxis, nicht zuletzt mit Hinweise zur Verlegung von Heizestrich.

    Welche Arten von Estrich eignen sich?

    Typischerweise wird ein Estrichtyp benötigt, der langfristig hohe Werte in Bezug auf die Tragfähigkeit und das thermische Verhalten aufweist. In der Praxis werden zumeist drei Estrichtypen verwandt, die von ihren grundsätzlichen Eigenschaften her geeignet sind. Die Wahl haben Heimwerker zwischen Zementestrich, Silo-Zementestrich sowie einer besonderen Form des Fließestrichs, dem Calciumsulfat-Fließestrich (Anhydrit, AFE).

    Der Vorteil einer nach modernen Maßstäben eingebrachten Fußbodenheizung ist die vergleichsweise groß umzusetzende Heizfläche, die in Kombination mit einer optimierten Gebäudedämmung eine relativ geringe Vorlauftemperatur umsetzt. Das sich daraufhin ergebende Raumklima entsteht nicht zuletzt aufgrund teils nur marginaler Temperaturunterschiede, die zwischen Wand, Boden sowie der Raumluft gegeben sind.

    Worauf es also ankommt, ist ein großflächig verlegbarer Estrich, der eine ordentliche Wärmeleitfähigkeit aufweist.

    Warum stellt Calciumsulfat-Fließestrich die erste Wahl dar?

    Mehrere Untersuchungen haben dargelegt, dass unter den genannten Estrichtypen vor allem Calciumsulfat-Fließestrich hervorsticht. Hierbei handelt es sich um einen Estrich mit sehr ebener Oberfläche, wodurch sich selbst großformatige Plattenbeläge ohne größere Unebenheiten auftragen lassen. Im Klartext heißt das, die als Bindeglied eingebrachte Fußbodenheizung kann zielgerichtet und punktgenau eingebraucht und anschließend gesteuert werden. Im Zuge dessen besticht dieser Estrichtyp zudem durch eine sehr geringe Einbaudicke, vor allem im Vergleich mit herkömmlichem Zementestrich. Es lassen sich also beliebige Bodenaufbauhöhen umsetzen, ohne dass dies zulasten der Wärmeleitfähigkeit gehen würden – Dämmeigenschaften können gleichermaßen nach ihrem Erfordernis umgesetzt werden.

    In Praxistests wurde dargestellt, dass in Summe aller Eigenschaften eine deutlich geringere Reaktionshemmung gegeben ist. Es dauert also nicht entsprechend lang, bis die Heizung hochgefahren und die nötige Wärme an den Raum abgegeben wird. Gleichzeitig lassen sich selbst andersartige Raumstrukturen umsetzen, da Fließestrich wesentlich erhöhte Biegezugfestigkeiten aufweist. Dadurch wird selbst auf größeren Flächen nicht zulasten der Stabilität oder Dämmeigenschaften gearbeitet.

    Klassische „Schmutzfugen“, die durch ein „Aufschüsseln“ entstehen würden, gibt es bei Calciumsulfat-Fließestrich nicht. Hierbei sind keine Übergänge im Bereich der Randfugen geöffnet.

    Heizestrich einfach verlegen und Heizkosten einsparen

    Relevant in Bezug auf den Einbau einzelner Heizungssysteme ist die sogenannte Trägheit, also die Reaktionszeit hinsichtlich einer Veränderung bei der Vorlauftemperatur. Nicht ohne Grund fokussieren sich alle namhaften Hersteller darauf, diese Differenz so klein wie möglich zu halten. Derartige, „träge“ Anlagen neigen nämlich zu einem häufigen „Überschießen“. Hierbei wird die Soll-Raumtemperatur erreicht und teils deutlich überschritten, weil beispielsweise Sonneneinstrahlung für zusätzliche Energie sorgt. Umgekehrt kennt man diese Problematik bei einer Nachtabsenkung. Grundsätzliche Unterschiede bezüglich der genannten Estrichtypen gibt es nicht, die Unterschiede können aber bis zu drei Prozent betragen.

    Beim Verlegen ist darauf zu achten, die einzelnen Arbeitsschritte aufeinander abzustimmen und so notfalls Verzerrungen ausgleichen zu können.

    • Nach Abschluss der Verlegung der Heizungsrohre muss eine Dichtigkeitsprüfung durchgeführt werden. Zudem empfehlen sich elastische Polstermaterialien für die Rohrbögen. Effekt notwendig, um ein Ausdehnen zu ermöglichen und Rohrbrüche zu vermeiden.
    • Erst danach sollten die Dämmstreifen an den Wänden angebracht werden, notfalls mit Dehnungsfugen (je nach Größe). Anschließend kann der Fließestrich verteilt und geglättet werden.
    • Zu vermeiden sind hierbei in jedem Fall Lufteinschlüsse, die Rohre müssen vollständig umschlossen sein. Sonst käme es zu schlechteren Wärmeleiteigenschaften. Angaben hierzu finden sich in den Verlegehinweisen des Herstellers.
    • Grundsätzlich sollten die Wartezeiten eingehalten werden, die bei Anhydritestrich zumeist eine Woche betragen. Bei Verwendung von Zementestrich sind Trocknungszeiten von bis zu vier Wochen üblich. Erst danach empfiehlt sich ein langsames, kontrolliertes Aufheizen. Das Protokollieren hilft bei einer späteren Fehlerquellensuche.

    Abschließende Hinweise und Fazit

    Unter langfristigen Gesichtspunkten ist es ratsam, Fließestrich zu verwenden. Anders als bei herkömmlichen Fußbodenbelägen, gibt es hier nämlich bei der Ummantelung der Heizrohre keine Probleme. Und ein homogener Verschluss ist absolut notwendig, um nicht wertvolle Prozentpunkte bei der Leitfähigkeit und damit der Leistungsfähigkeit der Fußbodenheizung einzubüßen. Nicht zuletzt ist die Wärmeleitfähigkeit auch auf größeren Flächen gegeben, womit sich nicht Spitzen unterhalb des Estrichs ausbilden können – was wiederum das Risiko einer verminderten Reaktion mit sich bringt.

    Spezieller Heizestrich bringt entscheidende Vorteile für eine ökologische Bauweise, die Wärmeleitfähigkeit und Dämmeigenschaften verbindet. Eine optimale Wärmeleitfähigkeit senkt die Energiekosten, da nicht „für umsonst“ geheizt wird.

    Zusammenfassung

    Moderne Fußbodenheizungen können problemlos auch auf größeren Flächen eingesetzt werden. Sie weisen eine schnelle Reaktionszeit auf und verringern dadurch unnötige Wärmeabgaben und Energieverluste. Als idealer Estrichtyp gilt gemeinhin Calciumsulfat-Fließestrich.

    Baunetz_Wissen

    _Fliesen und Platten

    Heizestrich/Fußbodenheizung

    Heizestrich nach Bauart C: Dünnbettverlegung Böden auf beheiztem Estrich: Fliesen/Platten; Dünnbettmörtel; Verbundabdichtung; Heizestrich (mit Bewehrung); Dämmschicht-Abdeckung; Wärmedämmung; Trittschalldämmung (weich); Stahlbetondecke

    Bild: Agrob Buchtal, Schwarzenfeld

    Querschnitt: Fließestrich auf Fußbodenheizung

    Bild: Heidelbergcement, Heidelberg

    Querschnitt: Konventioneller erdfeuchter Estrich auf Fußbodenheizung

    Bild: Heidelbergcement, Heidelberg

    Als Heizestrich wird ein schwimmender Estrich bezeichnet, der entweder in oder unterhalb der Lastverteilungsschicht mit Heizelementen für die Raumheizung versehen ist. Je nach Lage der Heizelemente werden Heizestriche in die drei Bauarten A, B und C unterteilt:

    • Bauart A für nass verlegte Systeme

    Das Heizelement ist im Estrich eingebettet. Mit gut wärmeleitenden Estrichen sind bei dieser Bauart günstige Wärmeabgabewerte zu erreichen.

    Das Heizelement liegt unter dem Estrich in bzw. auf der Dämmschicht. Wichtig ist eine geeignete Wärmeabgabe zum Beispiel durch Leitbleche an den Estrich. Bei dieser Bauart sind Bewegungsfugen einfach herzustellen, da sie an keiner Stelle auf Heizelemente treffen. Das System kann mit einem Fertigteilestrich kombiniert werden.

    Das Heizelement liegt in einem Ausgleichestrich, der durch eine zweilagige Trennschicht vom lastverteilenden Estrich getrennt ist. Die Dicke des Ausgleichestrichs muss mindestens 20 mm größer sein als der Durchmesser der Heizelemente. Die Estrichnenndicken oberhalb der Trennschicht richten sich nach den Anforderungen für unbeheizt schwimmende Estriche nach DIN 18560-2 Estriche im Bauwesen – Teil 2: Estriche und Heizestriche auf Dämmschichten (schwimmende Estriche). Die Fugen können frei verlaufen.

    Ausführung

    In Heizestrichen können entweder Warmwasserrohrsysteme aus Metall- oder Kunststoffrohren oder Elektroheizsysteme aus Heizmatten oder Heizkabeln zur Ausführung kommen. Die Temperatur des Heizelementes ist abhängig von der gewünschten Oberflächentemperatur, der Bindemittelart, der Estrichdicke sowie der Art des Bodenbelags. Sowohl bei Warmwasser- als auch bei Elektro-Fußbodenheizungen darf die mittlere Temperatur im Bereich der Heizelemente im Estrich bei Gussasphaltestrichen 45°C, bei Calciumsulfat- und Zementestrichen 55°C jedoch nicht überschreiten.

    • DIN 18560-2 Estriche im Bauwesen – Teil 2: Estriche und Heizestriche auf Dämmschichten (schwimmende Estriche)
    • DIN EN 1264-4 Raumflächenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme mit Wasserdurchströmung – Teil 4: Installation
    • DIN EN 13318 Estrichmörtel und Estriche – Begriffe
    • DIN EN 13813 Estrichmörtel, Estrichmassen und Estriche – Estrichmörtel und Estrichmassen – Eigenschaften und Anforderungen

    Belegen mit Fliesen und Platten

    Grundsätzlich gilt für Heizestriche bzw. beheizte Lastverteilungsschichten in Bezug auf Fliesen- und Plattenarbeiten das Gleiche, wie dieses bereits bei schwimmenden Estrichen aufgeführt wurde. Ergänzend ist bei Heizestrichen jedoch darauf zu achten, dass zum einen niedrigere Feuchtigkeitsgehalte des Untergrundes hinsichtlich der Belegreife gelten. Zur Aufnahme von Fliesen und Platten gilt für Zementestriche eine Belegreife von < 1,8 CM-% entgegen üblichen/unbeheizten Zementestrichen, wo < 2,0 CM-% erforderlich sind. Bei calciumsulfatgebundenen Estrichen gelten für Heizestriche < 0,3 CM-% entgegen bei unbeheizten Estrichen mit < 0,5 CM-%. Zum anderen ist bei Heizestrichen darauf zu achten, dass für Estriche mit Warmwasserfußbodenheizung ein so genanntes „Belegreifheizen“ gemäß dem Merkblatt „Schnittstellenkoordination bei beheizten Fußbodenkonstruktionen“ erforderlich ist. Ein entsprechendes Aufheizprotokoll ist dem Auftragnehmer Fliesen- und Plattenarbeiten als Nachweis zur Belegreife zu übergeben.

    • Zementestrich: ca. 0,012 mm/mK
    • Calciumsulfatestrich: ca. 0,010 mm/mK
    • Calciumsulfatfliesestrich: ca. 0,08 mm/mK bis 0,016 mm/mK
    • Gussasphaltestrich: ca. 0,035 mm/mK
    • Magnesiaestrich: ca. 0,005 mm/mK

    Für die unten aufgeführten Nutzbeläge gelten u. a. folgende Wärmeausdehnungskoeffizienten:

    • Granit, keramische Fliesen: ca. 0,006 mm/mK
    • Steingut/Steinzeug: ca. 0,007 mm/mK
    • Kalkstein: ca. 0,005 mm/mK
    • Marmor: ca. 0,004 mm/mK
    • Polyestergebundene Kunststeine: ca. 0,030 mm/mK

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    Источники: http://www.hausjournal.net/estrich-fussbodenheizung, http://www.heimhelden.de/estrich-fussbodenheizung, http://www.baunetzwissen.de/fliesen-und-platten/fachwissen/untergruende/heizestrich-fussbodenheizung-1595995

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