Einweichzeit papiertapete

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    Tapezieren – es geht los.

    Nachdem Sie den Untergrund vorbereitet haben, kann es nun ans "eigentliche Werk" gehen, an das Anbringen Ihrer neuen Tapete.

    Der erste Schritt ist das Zuschneiden der Tapetenbahnen. Dabei ist es wichtig, dass Sie zur benötigten Bahnenlänge oben sechs und unten vier Zentimeter hinzuaddieren. Rollen Sie die Tapetenbahn mit der Rückseite nach oben auf Ihrem Tapeziertisch aus. Schneiden Sie die benötigte Tapetenbahn mit einem speziellen Tapetenmesser oder einer Tapezierschere ab. Bei Tapeten mit Muster ist beim Zuschnitt die Musterübereinstimmung, der sog. "Rapport" zu beachten. Denken Sie auch an den "Problemzonen" wie den Teilstücken um Fenster und Türen an den korrekten Versatz der Bahnen!

    Nun kommt der Kleister ins Spiel: Während z.B. in den USA fertig angerührte Kleister üblich sind, sind auf dem europäischen Markt die Pulver-Konzentrate beliebter. Diese haben den Vorteil, dass man die Zähigkeit des Kleisters besser dosieren kann, indem man einfach mehr oder weniger Wasser dazugibt.

    Ausrutschen auf Kleister (bzw. einem feuchtem Fußboden) kann schnell passieren! Auch Tapetenreste mit Kleister stellen kleine ‚Fallen‘ dar. Es bedarf auch nur ein paar Tropfen Kleister auf einer Sprosse der Leiter um u.U. einen ernsthaften Unfall zu verursachen! Strom ausschalten im Arbeitsbereich nicht vergessen (Schalter, Steckdosen. )!

    Haben Sie den richtigen Kleister angerührt, machen Sie sich nun ans Einkleistern der zuvor zugeschnittenen Tapetenbahnen:

    Legen Sie die Tapetenbahn mit der Rückseite nach oben auf den Tapeziertisch und kleistern Sie die Bahn von der Mitte her zu den beiden Enden hin mit einer Kleisterbürste ein. Das Einkleistern sollte satt und gleichmäßig erfolgen. Wichtig ist, dass auch die Ränder genügend Kleister abbekommen, ansonsten droht die Gefahr einer baldigen Ablösung der Tapetenränder vom Untergrund.

    Trocken wird die Tapetenbahn zeitweilig dazu neigen sich selbst wieder an den Enden etwas "einzurollen". Damit sie schön flach bleibt, können die Ecken z.B. mit einer Münze (wie im Bild) gewichtet werden.

    Haben Sie die Tapetenbahn gut und gleichmäßig eingekleistert, müssen Sie sie zusammenlegen und ca. 10 bis 15 Minuten lang einweichen lassen. Zum Zusammenlegen klappen Sie die Bahn am einen Ende zu 2/3, am anderen Ende zu 1/3 um und achten darauf, dass die Längskanten genau aufeinander liegen. Ist dies nicht der Fall, trocknen die Ränder aus und haben später beim Anbringen an der Wand/der Decke keinen Halt mehr. Es sollten nun die eingekleisterten Flächen aufeinander liegen.

    Achten Sie darauf, daß die Endkanten der zusammengelegten Bahn kleine Schlaufen darstellen (nicht fest zusammenfalten!). Da die Bahnen absehbar meist die selbe Länge haben, können sie auch den Tapeziertisch am Rand mit ein paar Stückchen Klebeband bei den End- und Faltpunkten der ersten Bahn als Referenz für die nächsten Bahnen markieren. Nur sehr selten gelingt einem Anfänger auf Anhieb gleich das perfekte Zusammenlegen der ersten Bahn. Kein Problem: die Tapete kann leicht wieder für einen neuen Versuch auseinandergezogen werden.

    Nach dem Zusammenlegen läßt sich nun die Tapetenbahn unumständlich am Arm tragen.

    Wo die Decke oder der Boden gegenüber etwas Kleister empfindlich sein könnte, könnten Sie auch zwei bis drei Zentimeter der Tapetenbahn umschlagen, am oberen Ende ebenso. Dieser Überstand (eingekleistert oder nicht) dient dem sauberen Abschluß an der Decke und am Boden. Diese beiden schmalen Ränder sollten nach Möglichkeit dann nicht mit dem Tapetenkleister in Berührung kommen, da es sonst u.U. leichte Kleisterflecken später an einer empfindlichen Decke (oder Boden) geben könnte. Kleisterflecken an diesen Stellen lassen sich jedoch generell einfach mit einem feuchten Lappen oder Schwamm beseitigen. Zudem trocknen viele Kleister auch transparent (Hinweise auf der Verpackung des Kleister lesen).

    Dies ist die Markierungslinie zum Ausrichten der ersten Bahn. Halten Sie die eingekleisterte und eingeweichte Tapetenbahn oben an beiden Seiten fest und setzten Sie sie an Ihre Markierungslinie.

    Die erwähnten zwei bis drei Zentimeter Überstand (wahlweise wie erwähnt u.U. auch uneingekleistert) an der Bahn sind für die Decke und Bodenleiste bestimmt.

    Nun entfalten Sie die Bahn vorsichtig nach unten und achten Sie darauf, dass der Seitenrand mit der Markierungslinie übereinstimmt. Da Sie sowohl die Tapetenbahn als auch den Untergrund eingekleistert haben, können Sie die Tapetenbahn mühelos verschieben, bis sie genau senkrecht anliegt. Dann streichen Sie die Tapetenbahn von oben nach unten und von der Mitte zu den Seiten hin vorsichtig mit einer Tapezierbürste fest – et voilà, Ihre erste Tapetenbahn hängt dort, wo sie hingehört.

    Zum Andrücken von Tapeten mit empfindlicher Oberfläche (z.B. Velourstapeten) sollten Sie statt der Tapezierbürste eine Rolle aus Moosgummi benutzen.

    Entfernen Sie nun den Überstand, so dass die Tapete bündig mit der Decke und dem Boden bzw. der Bodenleiste abschließt.

    In diesem Beispiel wurde die gesammte Bahn sammt dem Überstand von zwei bis drei Zentimeter eingekleistert. Mit dem Rücken der Schere wird die Tapete bündig in die Ecke gedrückt.

    Nun wird die Tapete vorsichtig wieder etwas abgezogen. Auf der Rückseite ist jetzt eine klare Markierungslinie sichtbar. Entlang dieser Linie wird nun der Überstand zwischen Wand und Decke sorgfältig abgeschnitten. Die Tapete wird nun (selbst bei etwaigen Unebenheiten der Ecke) genau bündig sein.

    Mit einem feuchten Lappen (nur etwas Wasser – keine Seife oder sonstige Lösemittel) wird in diesem Bild etwas verbliebener Kleister mühelos beseitigt.

    Hier wiederum mußte der Abschluß an der Bodenleiste stattfinden, da die Leiste mit zähem Kleber ursprünglich befestigt wurde. Falls möglich (genagelt/verschraubt) sollte die Leiste für einen sauberen Abschluß im Bodenbereich immer entfernt werden

    Beim Anbringen der weiteren Bahnen können Sie sich einfach an der ersten Bahn orientieren, jedoch sollten Sie von Zeit zu Zeit das Lot dennoch dazu benutzen, um die korrekte Ausrichtung jeder einzelnen Bahn zu überprüfen. Die Nähte zwischen den einzelnen Tapetenbahnen können Sie mit dem Nahtroller glatt streichen und so dafür sorgen, dass diese sauber und schön verarbeitet sind.

    Es sollte stets "mit dem Licht" tapeziert werden, d.h. Sie sollten Ihre erste Bahn links oder rechts von einem Fenster anbringen. Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie die Fensternische sauber verarbeiten können (siehe unter "Fensternischen tapezieren").

    Sind die Tapetenbahnen glattgestrichen, müssen sie gut trocknen. Das Trocknen darf jedoch keinesfalls allzu schnell vonstatten gehen oder gar künstlich (z.B. mit einem Fön) beschleunigt werden! Um Risse, Spannungen und Unebenheiten durch zu schnelles Trocknen auszuschließen, sollte die Raumtemperatur beim Tapezieren maximal 20 Grad betragen und es sollte dabei keine Zugluft vorhanden sein.

    Kleinere Reparaturen und Ausbesserungen

    Sich ablösende Nähte lassen sich schnell und problemlos mit "Nahtkleber" reparieren. Damit Sie jederzeit größere Ausbesserungen vornehmen können –schnell ist die Tapete ruiniert, z.B. durch malfreudige Kleinkinder oder durch Anstoßen mit spitzen Gegenständen (Möbeltransport)- empfiehlt es sich, immer einen Rest der verwendeten Tapete aufzubewahren. Werfen Sie den Verschnitt also nicht weg, sondern deponieren Sie ihn im Keller oder Speicher, und Sie sind für "Notfälle" stets gerüstet.

    Sehr umfangreiche Tapezierarbeiten

    Sie müssen sehr viel tapezieren, sei es, weil Sie ein großes Haus Ihr eigen nennen oder weil Sie nach unserer Anleitung Gefallen am Tapezieren gefunden haben? Dann wäre eine sog. "Kleistermaschine" genau das Richtige für Sie. Ein Kleistergerät besteht u.a. aus einer Kleisterwanne und einer Walze, über welche die Tapetenbahnen gezogen und somit schnell und gleichmäßig eingekleistert werden.

    Es gibt im Fachhandel sogar einen speziellen Kleister für Kleistermaschinen, dessen Eigenschaften perfekt auf die "maschinelle" Verwendung abgestimmt ist. Dieser "Maschinenkleister" wird – sofern nicht anders angegeben – im Ansatzverhältnis 1:35 mit kaltem Wasser angerührt. Das Anrühren sollte zügig vonstatten gehen, um eine gleichmäßige Konsistenz zu erzielen, und Sie sollten drei Minuten nach dem Ansetzen des Kleisters das Ganze nochmals kräftig umrühren. Danach ist der Kleister gebrauchsfertig und kann in die Kleisterwanne der Maschine umgefüllt werden.

    Die Tapetenbahnen werden nun so über die Walze der Kleistermaschine geführt, dass die Oberseite der Tapete nach oben zeigt. Die Walze trägt dabei den Kleister auf die Unterseite der Tapete auf. Die Dicke der Kleisterschicht kann am Gerät reguliert werden. Auf diese Art und Weise können Sie sehr zügig tapezieren.

    Einige Baumärkte bieten Kleistermaschinen gegen Kaution auch zum Verleih an.

    Mit Papiertapete tapezieren – die häufigsten Fehler

    Das Tapezieren von Papiertapete ist genauso einfach wie bei Vliestapeten. Für ein perfektes Ergebnis sind folgende Schnitzer zu vermeiden.

    Untergrund schlecht vorbereiten

    Vor dem Tapezieren alte Tapeten immer vollständig von der Wand lösen. Eine Unterlage aus Papier oder altem Kleister kann die Trocknung verzögern oder beschleunigen, was die Haltbarkeit der neuen Bahnen verschlechtert und zu Rissen oder Falten führt. Altanstriche, die nicht mehr perfekt mit dem Untergrund verbunden sind, daher sorgfältig ablösen und die Wand mit Tiefengrund vorstreichen.

    Tapeten ungleichmäßig einkleistern

    Den Kleister immer gleichmäßig auf die Bahn auftragen. Auch bis zum Rand hin darf der Tapezierer keine Ecke aussparen, ansonsten entstehen hier Blasen. Das beste Werkzeug für diese Arbeit ist ein großer Kleisterpinsel, der den Klebstoff großzügig aufnimmt und flächig verteilt.

    Kleister nicht einziehen lassen

    Während Vliestapeten ohne Einwirkzeit direkt auf die Wand geklebt werden, müssen Papiertapeten acht bis zwölf Minuten einweichen. Die Tapeten dehnen sich dann gleichmäßig aus, was ein perfektes Tapezieren ermöglicht.

    Papiertapeten überlappen lassen

    Tapeten aus Papier tapezieren Fachleute Stoß an Stoß. Bleiben auch die übrigen Fehler aus, wirkt die Naht nach dem Trocknen so unscheinbar wie direkt nach dem Ankleben. Überlappungen gleichen sich allerdings nicht aus.

    Details spiegelverkehrt ausschneiden

    An Heizungsrohren, Fensterrahmen, Steckdosen und Lichtschaltern sind vor dem Einkleistern und Ankleben einige Details zurechtzuschneiden. Hierbei vergessen viele Heimwerker, die Tapete von der richtigen Seite zu vermessen: Details niemals spiegelverkehrt ausschneiden, weil sie dadurch nicht mehr an die Wand passen. Wer zu diesem Fehler neigt, zeichnet Markierungen für den Schnitt am besten auf der Musterseite an oder schneidet eine Schablone zurecht.

    Mustertapete allein nach Länge abschneiden

    Bei Tapeten mit großen Mustern ist es erforderlich, großen Verschnitt einzuplanen. Denn die Bahn muss stets an der gleichen Stelle des Musters abgeschnitten werden. Überhänge einfach nach dem Ankleben passend zum Sockel abschneiden. Die Oberseite der Bahn passt durch das gezielte Abschneiden immer neben die schon angebrachten Bahnen.

    Vorsicht: Mustertapeten haben eine Laufrichtung! Die Oberseite muss auch tatsächlich nach oben.

    Bei offenem Fenster tapezieren

    Wenn Experten Papiertapete tapezieren, bleiben Fenster geschlossen und Heizkörper abgeschaltet. Das gewährleistet, dass der Kleber schneller trocknet als das Material. Da das Papier sich beim Einweichen ausdehnt und beim Trocknen nicht mehr zusammenziehen kann, wird die Tapetenbahn auf Spannung verklebt. Blasen und Falten bleiben aus.

    Papiertapete tapezieren – so leisten Sie Profiarbeit

    Die Papiertapete ist ebenso leicht zu tapezieren wie die Raufasertapete. Doch damit die Arbeit nicht von einer Profiarbeit zu unterscheiden ist, muss man einige kleine Fallstricke umrunden. Wie man Papiertapeten professionell tapeziert, zeigen wir hier.

    Qualität der Papiertapete

    Wenn man ein professionelles Ergebnis beim Tapezieren einer Papiertapete erzielen will, fängt die Arbeit schon beim Auswählen der Tapete an. Besonders dünne Blättchen reißen nicht nur schnell ein beim Kleben, sie zeigen auch jede Unebenheit auf der Wand noch jahrelang.

    Hat man die alte Tapete nicht ganz sauber abgerissen, wird bei einer sehr dünnen Papiertapete jedes Fitzelchen der alten Tapete durchdrücken. Auch schlecht verspachtelte Dübellöcher zeichnen sich unschön auf der Papiertapete ab.

    Schwere starke Papiertapete kleben

    Eine besonders schwere und dicke Papiertapete ist dafür ein wenig schwerer zu kleben. Sie benötigt etwas länger, um einzuweichen und sollte keinesfalls an den Nähten überlappen, sondern immer Stoß an Stoß geklebt werden.

    Schritt für Schritt Papiertapete tapezieren

    • Papiertapete
    • Kleister
    • Spachtelmasse
    • Spachtel
    • Quast
    • Zollstock
    • Tapetenbürste
    • Tapeziertisch
    • Tapetenroller
    • Leiter
    • Eimer
    • Baumwolltücher
    • Bleistift
    • Schere
    • Tapetenmesser

    1. Alle Bahnen zuschneiden

    Zunächst schneiden Sie alle benötigten Bahnen und kurze Stücke mit einem Überstand von etwa fünf Zentimetern zu. Achten Sie bei der Mustertapete auf den Versatz und die Kleberichtung.

    2. Tapeziertisch und Kleister vorbereiten

    Wenn die Bahnen zugeschnitten sind, sollten Sie den Tapeziertisch mit alter Zeitung oder alten Tapetenresten abdecken. So spart man sich die langwierige Arbeit, den Kleister wieder abzuschrubben.

    Der Kleister sollte ebenfalls rechtzeitig angerührt werden, da er eine Weile quellen muss. Beachten Sie hierzu die jeweilige Anleitung.

    3. Tapeten stapeln und kleistern

    Wenn Sie eine Mustertapete verwenden, sollten Sie die Bahnen der Reihe nach mit der Rückseite nach oben auf dem Tapeziertisch stapeln.

    Der Kleister wird mit dem Quast großzügig aufgetragen. Doch nicht nur in der Mitte, sondern vor allem an den Rändern und den Ecken muss die Bahn gut mit Kleister bedeckt sein.

    4. Falten und einweichen der Bahnen

    Die Bahnen werden zur Mitte hin übereinandergelegt, dabei sollte in der Mitte lediglich ein zwei Zentimeter breiter Streifen sichtbar bleiben.

    Damit die Bahn gründlich einweichen und ruhen kann, legen Sie diese beiden Seitenteile noch einmal übereinander. Aber vorsichtig, denn es soll schließlich kein Kleister an die Vorderseite gelangen.

    5. Bahnen kleben

    Nehmen Sie die gefaltete Bahn komplett mit auf eine Leiter. Ziehen Sie vorsichtig die obere Klebeseite herunter und setzen Sie die Bahn vorsichtig lotrecht knapp unter der Zimmerdecke an.

    Anschließend streichen Sie die obere Hälfte mit der Tapetenbürste fest an. Dann ziehen Sie die untere Hälfte ab und streichen auch die zu den Rändern hin aus.

    Eleganter ist immer die Stoß an Stoß Klebung, doch Sie sollten beachten, dass einige Tapeten nach dem Trocknen wieder schrumpfen. Daher hilft es, die Breite der Bahn mit dem Bleistift auf der Wand zu markieren.

    Источники: http://www.tapezieren.com/tapezieren-anleitung.html, http://www.my-hammer.de/artikel/mit-papiertapete-tapezieren-die-haeufigsten-fehler.html, http://www.hausjournal.net/papiertapete-tapezieren

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