Ausgleichsmasse verarbeitung

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    Boden ausgleichen und vorbereiten

    Bodenbeläge sind im Laufe vieler Jahre großen Belastungen ausgesetzt, sodass eine ordnungsgemäße Verlegung erforderlich ist, ohne die Risse und Wölbungen entstehen können. Ebenso wichtig ist ein unbeschädigter sowie ebener Untergrund. Ist er schief oder weist Schäden auf, sollte der Boden ausgeglichen und kleine Schäden mit Spachtelmasse ausbessert werden.

    Darüber hinaus wird bei vielen Bodenbelägen eine Trittschalldämmung oder Dampfsperrfolie verlegt. Die Dampfsperrfolie hindert aufsteigende Restfeuchte daran den neuen Bodenbelag zu beschädigen. Während eine Trittschalldämmung weitere kleine Unebenheiten ausgleicht und laute Laufgeräusche dämmt.

    Die notwendigen Vorarbeiten können Heimwerker selber ausführen. Vorher sollte geprüft werden, wie groß die Unebenheiten sind und ob sie mit Estrich, Ausgleich- oder Spachtelmasse ausgeglichen werden müssen.

    Inhaltsübersicht: Boden ausgleichen

    Benötigte Werkzeuge und Hilfsmittel

    Zum Ausgleichen des Fußbodens mit Fließspachtel werden folgende Materialien und Werkzeuge benötigt:

    • Grundierung
    • Ausgleichsmasse
    • Randdämmstreifen
    • Rühraufsatz für die Bohrmaschine
    • Eimer
    • Glättkelle
    • Roller oder Quast
    • Besen

    Welche Ausgleichsmasse für welche welche Arbeit geeignet ist, hängt vom Untergrund und der Dicke der auszugleichenden Schicht ab. Während Fließspachtel für geringe Unebenheiten geeignet ist, benötigt Fließestrich eine gewisse Dicke um sich gleichmäßig zu verteilen und eine Bruchsicherheit zu erlangen.

    Boden grundieren

    Vor dem Auftragen der Grundierung muss der Fußboden fett- und staubfrei sein. Im ersten Schritt wird der Untergrund daher gereinigt und von möglichen Belags- und Kleberesten befreit. Danach kann die Grundierung mit Quast, Rolle oder Pinsel aufgetragen werden. Je nach Herstellerangaben benötigt die Grundierung zum Trocknen 3 – 4 Stunden und ist nach mindestens 24 Stunden belegreif. Ein nötiger zweiter Auftrag verlängert die Trocknungszeit.

    Saugender oder nicht-saugender Untergrund?

    Vor der Ausgleichsmasse wird eine Grundierung auf dem Fußboden aufgetragen, die die Haftung der Ausgleichsmasse auf dem Untergrund verbessert und die Saugfähigkeit reguliert. Dabei wird zwischen Grundierung für saugende und nicht-saugende Böden unterschieden. Um herauszufinden, zu welcher Gruppe der vorhandene Fußboden zählt, streichen Sie mit einem nassen Pinsel Wasser über die Oberfläche. Zieht es ein und hinterlässt eine dunkle Färbung, handelt es sich um einen saugenden Boden.

    Ausgleichmasse auftragen

    Da sich der Fußboden bei Wärme ausdehnt, kann es zu Spannungen kommen, welche für Risse im Estrich sorgen. Um diese zu vermeiden, ist in allen Richtungen eine Dehnfuge notwendig. Hierfür gibt es spezielle Randdämmstreifen, die rundherum an der Wand befestigt werden.

    Nach dem Trocknen der Grundierung wird die Ausgleichsmasse laut Herstellerangaben angerührt und langsam auf den Boden gegossen. Bereits jetzt ist zu erkennen, in welche Richtung die Ausgleichmasse fließt und wo Senken im Untergrund sind. Mit einer Glättkelle wird die Ausgleichmasse zusätzlich verteilt und eine bessere Verteilung beschleunigt. Nach etwa 3 Stunden ist der ausgeglichene Boden begehbar.

    Anleitung: Mit Estrich große Unebenheiten im Boden ausgleichen

    Weist der Fußboden größere Unebenheiten auf, lassen sie sich nicht mehr mit einer Ausgleichsmasse ebnen, da sich im Laufe der Zeit Risse bilden. In diesem Fall wird der Untergrund mit Estrich ausgeglichen.

    Wie bei der Ausgleichsmasse, wird dazu ein Randdämmstreifen an der Wand befestigt um Spannungsrisse zu vermeiden. Befindet sich in dem Raum bereits ein Estrichboden, sollte dieser gewässert und leicht angefeuchtet werden. Wichtig, der Estrich darf nur feucht, aber nicht nass sein, sonst dringt die Feuchtigkeit durch ihn hindurch auf die Dämmung. Für eine bessere Haftung wird eine Grundierung bzw. Haftschlämme aufgetragen. Nun wird der angemischte Estrich verteilt und in Waage abgezogen.

    Im nächsten Schritt wird der Estrich mit einem Stahlglätter geglättet. Dabei ist es ratsam, den Boden schrittweise abzuziehen und zu glätten, um einen ebenen Untergrund zu erhalten. Die Belegreife hängt unter anderem von der Estrichart und dem Bodenbelag ab, der auf ihm verlegt werden soll. Wie Sie diese ermitteln, erfahren Sie in dem Beitrag Estrich und Estrichboden.

    Spachtelmasse für alle Materialien

    Ob gebrauchsfertige oder Pulver- Spachtelmasse, in der Anwendung sind sie universell einsetzbar. Sie dienen zum Glätten von Holz und Metall, Ausbessern von kleinen Rissen und Löcher in Putzen, Reparieren ausgebrochener Holzteile, Restaurieren von Fachwerk, Füllen und Ausbessern von Fugen und zum großflächigen Glätten von Putz- und Betonflächen. Zu jedem Material gibt es die entsprechende Spachtelmasse.

    Pulver- Spachtelmassen müssen erst angerührt werden. Sie sind in jeder Schichtstärke auftragbar und erhärten nach der Verarbeitungszeit zu einem steinähnlichen Gebilde. Die Erhärtung erfolgt durch eine kristalline Abbindung in allen Schichtstärken gleich schnell. Sie bilden keine Haut, sie reißen und schrumpfen nicht. Gebrauchsfertige Spachtelmassen erhalten ihre Härte und Festigkeit durch spezielle Bindemittel wie Kunststoffdispersion, Kunstharz oder durch Reaktion zweier Komponenten. Sie erhärten durch Abgabe der flüssigen Phase, das heißt durch Austrocknen.

    Der Anwendungsbereich ist vielfältig:

    • Glätten von Holz und Metall
    • Ausbessern von kleinen Rissen und Löcher in Putz
    • Reparieren ausgebrochener Holzteile
    • Restaurieren von Fachwerk
    • Füllen und Ausbessern von Fugen
    • Glätten von Putz- und Betonflächen

    Diese "Lückenfüller" eignen sich sowohl für kleine als auch große, tiefe Löcher und Risse an Wänden. Zum dünnschichtigen Ausbessern kleiner Wandschäden sind diese Produkte besonders geeignet. Dekor-Spachtel ist ideal für dickschichtige Füllarbeiten, wie an Stuck oder Styropor, aber auch für dünnschichtige Ausbesserungen an Strukturtapeten. Sind im Anschlussfugenbereich (Fenster, Türen) Ausbesserungen nötig, sind elastisch Füllungen mit geringer Dehnung im Anschlussfugenbereich geeignet.

    Gebrauchsfertige Spachtelmassen werden nach der Feinheit der Füllmittel unterteilt. Fein gefüllte Spachtelmassen ergeben dünnschichtige, feine, glatte Oberflächen. Sie werden als Dünnschichtspachtelmassen für große Flächen eingesetzt. Grob gefüllte Spachtelmassen ergeben eine rauhere Oberfläche, sie können dickschichtig aufgetragen werden und werden meistens für die Reparatur von tiefen Löcher und Risse eingesetzt.

    Fassadenschäden – Spezielle Spachtelmassen

    Spezielle Spachtelmassen für den Außenbereich füllen Schäden an Fassaden, Mauern, sowie Bodenflächen aus Stein, Beton und Estrich. Im Innenbereich sind sie auch für feuchte Kellerwände geeignet. Dick- und dünnschichtige Ausbesserungen im Innen- und Außenbereich können mit Alles-Spachtel vorgenommen werden. Mit Blitzzement werden schnell und sicher Metallgeländer, Scharniere Tür- und Fensterzargen verankert.

    Dachbalken oder Fachwerk

    Holz- Reparatur- Spachtel passt sich der Holzbewegung an und ist überstreichbar. Daher ist diese Spachtelmasse speziell für grobe Ausbesserungen an Holz, Fachwerk und Dachbalken geeignet. Mit Holz- Fein-Spachtel kann Holz dünnschichtig ausgebessert und geglättet werden. Defekte Holzstellen werden mit Holz- Füller repariert.

    Auch ausgebrochene Scharniere oder Schlösser können wieder mit dem Holz befestigt werden. Mit Holz- Kitt können Schrammen und Kratzer in Holz- und Furnieroberflächen mit verschiedenen Holztönen farbtongerecht überarbeitet werden.

    2-Komponentenspachtel

    2-Komponentenskachtel (kurz 2K-Spachtel) ist ein vielseitiger Feinspachtel. Dieser findet hauptsächlich bei Karosseriearbeiten seine Anwendung, eignet sich aber auch sehr gut bei Holzarbeiten. Je nach Materialbedarf wird hierfür Spachtelmasse mit einem Härter vermengt und kann danach sofort aufgetragen werden. 2K-Spachtel härtet sehr schnell, ist schleif- und lackkierbar. Ein universieller Spachtel für viele Anwendungen.

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    Auswahl und Verarbeitung von Ausgleichsmasse für Fußböden

    Welche Vorteile bietet der Einsatz von Ausgleichsmasse gegenüber Estrich? Welche Arten gibt es und wie unterscheiden sie sich voneinander? Welche Bodenausgleichsmasse eignet sich für welchen Untergrund und Bodenbelag?

    Ganz gleich, welchen Bodenbelag Sie bevorzugen, Stein, Holz, Wolle, Seide oder Kunststoff, als Parkett, Laminat, Auslegware oder Teppich. Ist der Unterboden uneben, so wird auch der Bodenbelag nicht glatt liegen. Damit Ihr Fußboden nicht zur Stolperfalle wird, erklären wir Ihnen in diesem Artikel, wie Sie mit Hilfe sogenannter Bodenausgleichsmasse für einen perfekt ebenen bzw. planen Untergrund sorgen, so dass jeder Oberflächenbelag darauf optimal zum Liegen kommt. Sie erfahren dabei, welche Ausgleichsmassen man unterscheidet und für welchen Zweck sie jeweils gedacht sind. Außerdem geben wir Tipps zum perfekten Auftragen der Bodenausgleichsmasse.

    Inhaltsangabe:

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    Vergleich von Bodenausgleichsmasse mit Estrich

    Wer einen Fußboden ausgleichen muss, hat grundsätzlich die Wahl zwischen den beiden auch als Fließspachtel bezeichneten Materialien

    Beide Materialien sind beliebt und zum Ausgleich von Böden geeignet, ganz gleich, ob im Sanierungsfall oder Neubau. Für welches Material man sich letztendlich entscheidet, das hängt insbesondere davon ab, welche Last der Boden tragen muss.

    Der Klassiker zum Ausgleichen: Estrich

    Estrich, den man auch Unterlagsboden nennt, gibt’s in verschiedenen Varianten, zum Beispiel als Beton-Estrich oder als Trockenestrich. Estrich lässt sich sowohl im Innen- als auch im Außenbereich zum Ausgleichen unebener Untergründe einsetzen. Während Beton-Estrich ein Mix aus Zement, Sand oder Kies und Wasser ist, besteht Trockenestrich aus vorgefertigten Platten, die Sie direkt verlegen können.

    Estrich punktet mit einer hohen Festigkeit, Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit. Kälte, Hitze oder Nässe können ihm nichts anhaben und er zeigt nur einen geringen Verschleiß (Abnutzung). Demgegenüber steht eine lange Trockenzeit beziehungsweise lange Zeitspanne, die der Estrich zum Aushärten braucht. Eine Aushärtezeit von bis zu 30 Tagen wird dem Estrich gerne als Nachteil angekreidet. Erst nach Ablauf der Zeit darf man den Estrich voll belasten. Während der Aushärtezeit gibt der Estrich viel Feuchtigkeit ab – und es können sich Risse bilden.

    Die schnelle Alternative zu Estrich: Ausgleichmasse

    Verglichen mit Estrich hat Ausgleichmasse, die im Handel auch Bodenausgleichmasse oder Nivelliermasse, Ausgleichsmörtel oder Gefällemörtel, Reparaturspachtel oder Reparaturmörtel genannt wird, den Vorteil, dass sie sich sehr einfach verarbeiten (siehe unten) lässt. Denn sie ist selbstverlaufend. Diese Fähigkeit nennt man auch selbstnivellierend. Das heißt, Sie müssen die Masse nach dem Auftrag nicht noch extra glatt ziehen, sondern die Masse verläuft von selbst und füllt damit Unebenheiten, Löcher & Co.

    Sollten sich Blasen bilden, werden diese mit einem Stäbchen von Hand aufgestochen. Die Verarbeitung von Ausgleichmasse muss erfolgen, solange die Masse flüssig ist. Das sind etwa 30 Minuten. Zum kompletten und belastbaren Aushärten braucht die Masse eine bis mehrere Stunden bis ein paar Tage.

    Vorteilhaft ist außerdem, dass Ausgleichsmasse kaum aufträgt. Sie nimmt dem Raum also kaum Volumen und lässt sich auch sehr flach aufbringen. Das macht Ausgleichmasse zum optimalen Ausgleichsmaterial im Sanierungsfall: Wer einen unebenen Boden ausgleichen möchte, hat mitunter nur wenig Luft – wenn bestehende Türen & Co. nach der Fußbodensanierung wie zuvor geöffnet werden sollen. Gut zu wissen: Eine Ausgleichsmasse kann auch zum Ausgleichen eines Estrichs genutzt werden.

    Kriterien bei der Auswahl von Ausgleichmassen

    Nicht jede Ausgleichsmasse ist als Untergrund für alle Oberflächenbeläge geeignet. Und nicht jede Ausgleichsmasse lässt sich auf jeden Untergrund auftragen. Die Auswahl einer Ausgleichsmasse richtet sich daher immer nach der vom Hersteller angegebenen Eignung.

    Die Eignung einer Ausgleichmasse ist wiederum in hohem Maße von den Bestandteilen und ihrem Mischungsverhältnis abhängig. Grundsätzlich unterscheidet man diesbezüglich nach der Art ihrer Rohstoffbasis

    Zementäre Ausgleichsmasse werden in aller Regel als universelle Ausgleichsmassen eingesetzt, da sie einen ebenen und gleichmäßig saugfähigen Untergrund für die Aufnahme der allermeisten Bodenbeläge schaffen. Gipshaltige Ausgleichmassen werden vielfach bei speziellen Anforderungen eingesetzt. Werden sie nicht fachmännisch verwendet, so können sie jedoch mürbe werden und sich schlimmstenfalls vom Untergrund ablösen, wenn in sie Feuchtigkeit eindringt. Sie sind deshalb eher ungeeignet für Keller, Küchen und Bäder, also Räume, wo Feuchtigkeit typischerweise vorkommt. Hier sollte man zu Ausgleichsmassen auf Basis von Zement setzen.

    Zudem beinhalten vielen Ausgleichsmassen weitere Zusatzmittel und -stoffe wie z. B. Quarzsande zur Verbesserung der Verarbeitungseigenschaften. So gibt es speziell für sich stetig in Bewegung befindliche Untergründe aus Holz, zum Beispiel Spanplatten, Parkett wie z. B. Dielen, hochelastische, faserarmierte und spannungsarme Ausgleichmassen. Bei ihrem Einsatz z. B. unter Fliesen können zusätzlich sogenannte Entkopplungsmatten eingesetzt werden, die dafür sorgen, dass Fliesen- aber auch Holzböden komplett voneinander getrennt (entkoppelt) werden können.

    Bei der Auswahl der Ausgleichsmasse sollten aber auch ganz praktische Beweggründe wie zeitbedrängtes Arbeiten und die erforderliche Ausgleichshöhe mit bedacht werden. So werden Ausgleichsmassen angeboten, die direkt nach dem Anrühren einsatzbereit sind und keine Reifezeit benötigen. Normalabbindene Massen erlauben dagegen ein entspannteres Arbeiten und sind daher auch für Heimwerker eher geeignet. Zudem werden Ausgleichsmassen angeboten, die eine verbesserte Schleifbarkeit aufweisen und auch noch nach einem Tag bearbeitet werden können. Diese eignen sich insbesondere für elastische Bodenbeläge wie PVC.

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    Verarbeitung von Ausgleichmasse – Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Ausgleichsmasse kann für verschiedene Aufgaben unter dem Oberbegriff Fußbodenausgleich oder Fußbodennivellierung benutzt werden. Zum Beispiel:

    • zum Füllen von Löchern (empfohlen wird sie für das Ausgleichen von Niveauunterschieden von bis zu drei Zentimetern)
    • zum Ausbessern von Unebenheiten (ebenfalls für Niveauunterscheide von bis zu drei Zentimetern)
    • zum Glätten des Fußbodens

    Achten Sie insbesondere bezüglich der möglichen Schichthöhe der Ausgleichsmasse auf die Angaben der Hersteller beziehungsweise Anbieter auf der handelsüblichen Verpackung – oder fragen Sie im Zweifel nach. Wichtig: Es gibt nicht nur eine maximale Schichthöhe, sondern auch eine minimale!

    Vorbereitung des Untergrunds

    Der auszugleichende Untergrund muss vor dem Auftrag der Ausgleichmasse sauber und trocken sein. Saugende Untergründe sind vor Auftrag der Ausgleichsmasse idR zu grundieren. Anhydritestriche benötigen eine Haftbrücke. Folgearbeiten dürfen erst nach vollständigen Abtrocknen der Grundierung/ Haftbrücke erfolgen. Sind Anschlussfugen oder Plattenfugen vorhanden, müssen diese abgedichtet werden, damit nichts durchsuppt. Dazu nutzt man meist Acrylfugenmasse.

    Armierungsgewebe verlegen

    Je nach Untergrund raten Experten außerdem zum Verlegen eines sogenannten Armierungsgewebes, zum Beispiel auf Holzuntergrund, da sie die konstruktionsbedingten Bewegungen nicht ausreichend kompensieren können. Das muss nach Vorschrift des Herstellers verlegt und befestigt werden! Insbesondere kann das Einlaufen der Ausgleichsspachtelmasse in Randfugen Schallbrücken verursachen. Darüber hinaus kann der kraftschlüssige Verbund von unterschiedlichen Bauteilen Spannungsrisse hervorrufen. Deshalb muss der direkte Anschluss der Bodenfläche zu angrenzenden Bauteilen (z.B. Wänden, Rohrdurchführungen usw.) durch den Einbau eines Randdämmstreifens verhindert werden. Um ein Verschieben des Gewebes während der Spachtelarbeiten zu verhindern, kann das Gewebe am Untergrund z. B. mit Tackerklammern fixiert werden.

    Randdämmung einbauen

    Baustoffe leben: Sie dehnen sich in Abhängigkeit von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belastung aus und ziehen sich zusammen. Es besteht also die Gefahr, dass sich Risse in der Ausgleichsmasse bilden. Um diese Gefahr zu minimieren, ist es ratsam, am Rand der Masse zur Wand hin Dämmstreifen einzubauen. Sie gleichen Bewegungen aus und verhindern zudem eine Schallübertragung. Befestigen Sie die Randdämmstreifen wie von deren Hersteller empfohlen.

    Anrühren der Ausgleichsmasse

    Rühren Sie dann die Ausgleichmasse exakt nach Anweisung des Herstellers an. Hierzu wird idR das Wasser mit einem Rührquirl eingerührt bis sich eine knollenfreie, gleichmäßige und fließfähige Konsistenz ergeben hat. Werden größere Schichtdicken benötigt, so wird der Ausgleichsmasse beim Anrühren häufig weiterer Quarzsand hinzugegeben (z. B. 2 Teile Ausgleichsmasse und 1 Teil Sand). Ein Vermengen mit anderen Bauprodukten ist i.A. nicht zulässig und kann zu Bauschäden führen. Achtung: Beim Anmischen kommt es häufig zu Staubentwicklung. Da zementhaltige Ausgleichsmassen alkalisch wirken, sind die Augen und empfindliche Haut vor Reizungen und Ätzungen zu schützen.

    Auftrag der Ausgleichmasse auf den Untergrund

    Gießen Sie die Masse direkt aus dem Rührzuber auf die auszugleichende Fläche. Am besten portionsweise – je nach Größe der Fläche. Das Selbstverfließen kann man unterstützen, zum Beispiel mit einer Kelle oder einem Gummischieber. Sogar ein Besen ist dazu geeignet. Die Luft-, Objekt- und Untergrundtemperatur muss bei den allermeisten Ausgleichsmassen mindestens + 5°C betragen. Bei Ausgleichsarbeiten auf Flächen mit einer Fußbodenheizung darf zudem die Heizung nicht eingeschaltet sein.

    Trocknen der Ausgleichmasse (Belegereife)

    Wann die Ausgleichsmasse fertig ausgetrocknet ist, ist im Fachjargon abhängig von der Belegereife. Dabei beziehen sich alle Hersteller auf die sogenannten Normklimabedingungen. Diese Werte dienen in der Praxis jedoch nur der Orientierung, denn je wärmer und trockener die Umgebungsluft ist, desto früher wird die Belegereife erreicht. Zudem kann auch eine zu rasche Trocknung problematisch sein, denn die Eigen- und Oberflächenfestigkeit der Ausgleichsmasse könnte darunter leiden. Dies ist möglich, wenn z.B. ein stark saugender Untergrund nicht ausreichend mit einer Grundierung „abgesperrt“ wurde. Ein Großteil des Anmischwassers würde dann einfach in den Untergrund wegschlagen und somit den Abbindeprozess stören. Ob der Untergrund belegereif ist, lässt sich z. B. ermitteln, indem man einen Eimer für einige Zeit auf die bearbeitete Fläche stellt. Zeigt sich beim Anheben des Eimers ein dunkler Fleck, so ist die Ausgleichsmasse noch zu feucht.

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    Weitere Informationen über Fußböden

    „Auswahl und Verarbeitung von Ausgleichsmasse“ wurde am 16.09.2016 das letzte Mal aktualisiert.

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    Selbstnivellierende Spachtel- und Ausgleichsmassen

    Sie sind eine relativ junge Produktgruppe unter den Baustoffen. Das liegt an dem komplexen Anforderungsprofil, das den Herstellern einiges an Entwicklungsaufwand abgefordert hat. Mit den steigenden Ebenheitsanforderungen für viele Belagarten und dem zunehmenden Renovierungsbedarf bei Altbauten haben sie sich aber in den letzten etwa 20 Jahren auf breiter Front durchgesetzt.

    Selbstnivellierende Spachtel- und Ausgleichsmassen sind zusammengesetzte Baustoffe aus mehr als 12 verschiedenen Bestandteilen wie Bindemitteln, Additiven, Vergütungen und Zuschlagstoffen. Die komplexe Formulierung ist eine direkte Folge eines breiten Anforderungsprofils:

    Bei der Verarbeitung soll die Spachtel- und Ausgleichsmasse sehr niedrigviskos sein und ein Fließverhalten zeigen, das eine möglichst perfekte Selbstnivellierung in Gang bringt, andererseits sollen im belegreifen Stadium sehr gute mechanische Eigenschaften, insbesondere eine hohe Festigkeit erreicht werden. Ausreichend lange Offenzeiten sollen eine stressfreie Verarbeitung auch auf größeren Flächen möglich machen, andererseits soll die Abbindung so eingestellt sein, dass die Spachtelung schnell begehbar und ohne großen Zeitabstand belegreif ist. Die Produkte sollen in sehr dünnen, aber auch in mittleren bis großen Schichtdicken funktionieren. Die beim Abbinden unvermeidlichen Quell- und Schwindvorgänge sollen gering ausfallen und auch größere Flächen ohne Risse und Abrisse hinterlassen.

    Eine Grundierung dient der Haftvermittlung, bindet Staub und reguliert gleichzeitig das Saugverhalten des Untergrunds.

    Das Mischen der Spachtelmasse sollte immer mit einem geeigneten Rührwerk und in einem sauberen Gefäß erfolgen. Bereits abbindendes Material darf nicht mit Wasser nachverdünnt werden.

    Selbstnivellierende Spachtel- und Ausgleichsmassen reagieren sensibel auf einen falsch eingestellten Wassergehalt.

    Den Frischmörtel in der erforderlichen Schichtdicke mit einer Glättkelle oder Rakel verteilen.

    Pflichtübung: Wichtig ist, die Nivellierspachtelmasse nach dem Aufbringen mit Zahnrakel oder mit einer Stachelwalze zu entlüften.

    Die Liste des ambitionierten Anforderungen ließe sich fortsetzen. Dazu kommen unterschiedliche Anwendungssituationen, in erster Linie die verschiedenen vorgefundenen Untergründe von Beton und Zementestrich in unterschiedlicher Qualität bis zu alten Holzdielenböden, und die im Nachgang eingesetzten Bodenbeläge von der Fliese und Natursteinplatte bis zum Teppichboden. Besonders die aktuellen Großformate brauchen einen perfekt ebenen Untergrund; inzwischen kommt ein großer Teil der Nachfrage daher aus dem Fliesenlegerhandwerk. Erstaunlicherweise lässt sich der weitaus größte Teil der Anforderungen mit einer relativ kleinen Produktfamilie abdecken, ein Indiz für die intensive Entwicklungsarbeit, die bei der Formulierung der Spachtel- und Ausgleichsmassen geleistet wurde.

    Neben der Arbeitserleichterung, die selbstnivellierende Spachtel- und Ausgleichsmassen für den Verarbeiter bedeuten, gibt es auch eindeutige technische Vorteile gegenüber althergebrachten Methoden, einen unebenen Untergrund auszugleichen. Die Dickbettverlegung von Fliesen und Platten, die in Grenzen einen Höhenausgleich erlaubt hat, ist faktisch beinahe verschwunden. Improvisierte Spachtelungen mit Klebern zur Dünnbettverlegung zeigen massive Nachteile vor allem durch die verstärkte Schwindung bei nicht herstellerzugelassenen Gesamt-Schichtdicken.

    Check der Umgebungsbedingungen

    Um geeignete Trocknungsbedingungen zu schaffen, müssen falls nötig die Umgebungsbedingungen, sprich, Temperatur von Luft und Untergrund, Luftfeuchtigkeit und Belüftung, kontrolliert und beeinflusst werden. Und zwar schon vor Verarbeitungsbeginn: Zugluft-Quellen sollten beseitigt, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den passenden Bereich gebracht sein, bevor die Spachtel- bzw. Ausgleichsmasse aufgetragen wird. Oft genug wird der kurze Check der Umgebungsbedingungen in der Praxis im Vergleich mit der Untergrundvorbereitung als nicht so wichtig eingestuft – eine leicht vermeidbare Quelle späterer Reklamationen.

    Untergrundvorbereitung

    Dass der Untergrund vor dem Aufbau neuer Schichten vorbereitet werden muss, ist eine Selbstverständlichkeit, angefangen bei der Sauberkeit und der Entfernung von losen Bestandteilen und Trennschichten wie alten Klebstoffen oder öligen Verunreinigungen. Die Palette der mechanischen Vorbereitungs- und Reinigungsverfahren reicht vom Bürsten und Schleifen bis zum Fräsen oder Kugel-, Flamm- und Dampfstrahlen. Welches Verfahren im Einzelfall das sinnvolle ist, ist Sache der Analyse im Vorfeld.

    Scheinfugen, Arbeitsfugen und Risse müssen verfüllt werden, eine selbstnivellierende Spachtel- und Ausgleichsmasse kann diese Aufgabe nicht mit erfüllen. Bei Rissen ist darauf zu achten, dass sie keiner weiteren Bewegung unterliegen. Durch Einbringen von Edelstahlstiften oder sogenannten Wellenverbindern und Vergießen mit einem Gießharz wie der SAKRET Spezialgrundierung SG oder SAKRET Gießharz schnell GHs werden die Rissflanken kraftschlüssig verbunden. Bewegungs- und Gebäudetrennfugen müssen dagegen in die Spachtelung übernommen werden. Randstreifen sollten sehr sorgfältig angebracht werden, damit sie nicht hinterlaufen werden können – sonst entstehen Zwangskräfte und Schallübertragung durch feste Stege zu aufgehenden Bauteilen.

    Eine Grundierung zur Haftvermittlung und Regulierung der Saugfähigkeit oder zum Binden von Staub ist immer eine der wichtigsten Maßnahmen vor einer Spachtelung. Hauptkriterien der Auswahl sind die Art des Untergrundes und der Grad der Saugfähigkeit. Auf mineralischen Untergründen eignen sich z.B. Kunststoffdispersionen wie SAKRET Universalgrundierung UG. Auf glatten, nicht saugenden Untergründen sind Acrylat-Quarz-Mischungen wie SAKRET Schnellhaftgrund SHG richtig.

    Ein besonderer Fall ist der Ausgleich von alten Dielenböden. Holz ist nicht nur per se ausgesprochen saugfähig, sondern kann auch mit starkem Quellen auf Wassereintrag reagieren. Hoch konzentrierte unverdünnte Dispersionsgrundierungen schaffen Abhilfe. Außerdem sind gerade alte, verzogene Dielenböden in der Regel nicht dicht. Ohne gründliche Abdichtung von Rissen und Spalten läuft eine hoch fließfähige Spachtel- und Ausgleichsmasse dann unter die Dielen, in Zwischendecken und jeden anderen Hohlraum, mit fatalen Folgen.

    Ein zu stark saugender Untergrund allein kann gerade bei stark wasserbindenden Bindemitteln die spätere Oberflächenqualität verschlechtern. Der starke Wasserentzug in den Untergrund bewirkt eine poröse, weniger feste Oberfläche im abgebundenen Zustand. Wenn auf einen calciumsulfatgebundenen Untergrund eine zementgebundene Spachtelmasse mit einer Schichtdicke > 10mm aufgetragen werden soll, ist dringend zu empfehlen, diese Schichten voneinander zu trennen. Dazu sollte auf solche Untergründe eine epoxidharzgebundene Grundierung, z. B. SAKRET Spezialgrundierung SG, aufgetragen und mit Quarzsand abgestreut werden. Eine gründliche Vorbereitung trägt also in jedem Fall zum handwerklichen Erfolg bei.

    Produkte und Verarbeitung

    Für die Verarbeitung auf speziellen Untergründen wie Holz, ist die SAKRET Holzdielenausgleichsmasse HDA gedacht; SAKRET Fußbodenausgleichsmasse FAM ist auf Beton und Zementestrich einsetzbar. SAKRET Leichtspachtelmasse LSM ist für Holzuntergründe, Beton und Zementestriche geeignet. Alle Produkte sind maschinengängig, sie sollten in Mischpumpen vorrangig mit Nachmischern verarbeitet werden.

    Selbstnivellierende Spachtel- und Ausgleichsmassen sind zwar einfach zu verarbeiten, aber generell sensibeler gegenüber falscher Einstellung des Wassergehalts als herkömmliche Fließestriche. Während ein zu geringer Wassergehalt sich schnell durch das zu „steife“ Material bemerkbar macht, werden die auffallend guten Fließeigenschaften durch zuviel Anmachwasser vielleicht gar nicht als Nachteil wahrgenommen, wirken sich aber anschließend durch starke Rissneigung und geringe Festigkeit stark negativ aus. Genaues Arbeiten bei der Dosierung des Wassers ist also Pflicht. In jedem Fall sollte eine Kontrolle über das produktspezifische Ausbreitmaß vorgenommen werden – bei Maschinenverarbeitung unbedingt am Ende des Förderschlauchs, weil die Förderung über unterschiedlich lange Strecken die Materialkonsistenz noch einmal signifikant verändern kann.

    Ob nach dem Aufbringen für eine grobe Egalisierung mit der Kelle, der Zahntraufel, vielleicht mit einem Rakel oder einer Schwabbelstange gearbeitet wird, ist dem Verarbeiter überlassen. Pflicht ist in jedem Fall die Entlüftung mit Stachelwalze oder Zahnrakel. Betreten wird die frisch aufgebrachte Spachtelfläche nur mit Stachelschuhen. Stimmen jetzt auch die Umgebungsbedingungen – Luftfeuchtigkeit und Temperatur sollten kontrolliert werden –, wird das Ergebnis ein schnell belegbarer, ebener Boden für nahezu jede Belagart sein.

    Sorgfältiges Arbeiten bringt gute Ergebnisse

    Selbstnivellierende Spachtel- und Ausleichsmassen brauchen eine sorgfältige Vorbereitung des Untergrundes, und sie müssen sehr genau nach Herstellerangaben verarbeitet werden. Dann bieten sie eine ebene, je nach Produkt auch sehr hoch belastbare Fläche auch für anspruchsvolle Beläge.

    SAKRET Produkte im Artikel:

    SAKRET Fußbodenausgleichsmasse FAM

    Spachtel- und Ausgleichsmassen

    SAKRET Gießharz schnell GHs

    SAKRET Holzdielenausgleichsmasse HDA

    Spachtel- und Ausgleichsmassen

    SAKRET Leichtspachtelmasse LSM

    Spachtel- und Ausgleichsmassen

    SAKRET Schnellhaftgrund SHG

    SAKRET Spezialgrundierung SG

    SAKRET Universalgrundierung UG

    Projektplaner für Heimwerker

    Detaillierte Anleitung, abgestimmte Produkte, berechnete Mengen. Mit wenigen Klicks zum erfolgreichen Projekt.

    GaLaBau-Site für den Profi

    Fokus auf den GaLaBau: Systeme einfach erklärt, Gartentyp-Test, Verbrauchsrechner, tolle Referenzen. #sogehtgarten

    Freie Stellen der SAKRET Gruppe Deutschland.

    Источники: http://www.heimwerker.de/haus/bodenbelaege/boden-vorbereiten.html, http://www.energie-experten.org/bauen-und-sanieren/neubau/fussboden/ausgleichsmasse.html, http://www.sakret.de/aktuelles/bauhandwerk/137-selbstnivellierende-spachtel-und-ausgleichsmassen

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